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Reportage

Christen fordern von Merkel Schutz vor Muslimen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Open Doors Deutschland Christenverfolgung Flüchtlingsheime
Viele Christen, die vor Verfolgung nach Deutschland geflohen sind, erleben in deutschen Asylheimen die gleichen Übergriffe wie in den Herkunftsländern.

Der aktuelle Bericht des Hilfswerks Open Doors Deutschland zeigt das Ausmaß der Verfolgung von Christen in deutschen Asylheimen. Sie werden wegen ihrer Religion tätlich angegriffen, mit Mord bedroht und sexuell missbraucht. Doch es gibt Lösungen.

Open Doors Deutschland Christenverfolgung Flüchtlingsheime
Viele Christen, die vor Verfolgung nach Deutschland geflohen sind, erleben in deutschen Asylheimen die gleichen Übergriffe wie in den Herkunftsländern.

In ganz Deutschland werden christliche Flüchtlinge massiv wegen ihres Glaubens verfolgt. Dennoch erhalten fast keine Hilfe. Dies belegt eine aktuelle Befragung von Christen in deutschen Flüchtlingsheimen, die am Montag von der Hilfsorganisation Open Doors unter dem Titel „Mangelnder Schutz religiöser Minderheiten in Deutschland“ vorgestellt wurde.

Für die Erhebung wurden Gespräche mit 743 christlichen und zehn jesidischen betroffenen Flüchtlingen geführt. Die meisten von ihnen kamen aus dem Iran (304), Syrien (263) und Afghanistan (63). Sie berichteten von Todesdrohungen gegen sich und ihre Familien, über sexuelle Übergriffe und Körperverletzungen.

Viele der in Deutschland verfolgten Flüchtlinge haben bereits in ihren islamischen Herkunftsländern Verfolgung und Diskriminierung erlebt. Nun erleben sie in deutschen Flüchtlingsheimen die gleiche Verfolgung wie zuhause. Seit dem ersten Lagebericht zur Verfolgung von Christen in Deutschland am 9. Mai von hat sich nur wenig geändert.

„Allen Christen den Kopf abschneiden“

Ein Flüchtling aus dem Iran sah sich in seiner Unterkunft mit einem Schriftzug an der Wand konfrontiert: „Es ist Zeit, allen Christen den Kopf abzuschneiden.“ Der Fall ist aktenkundig. Der Iraner sagt: „Ich war erschrocken! Ich habe nie erwartet, dass so etwas in Deutschland geschieht. Im Iran geschieht so etwas schon. Das hat mein Vertrauen erschüttert.“

Von 743 befragten Flüchtlingen berichten 617 von mehrfachen Übergriffen, 314 von Todesdrohungen, 416 von Körperverletzungen, 44 von sexuellen Übergriffen. Die Übergriffe gingen vor allem von muslimischen Mitflüchtlingen (674 Fälle) und vom muslimischen Wachpersonal (205 Fälle) aus. Oftmals waren mehrere Personen an den Übergriffen beteiligt.

Die Berichte zeigen eindeutig, dass die Verfolgung der christlichen Flüchtlinge religiös motiviert ist. Die Täter fühlen sich geleitet von einem Wertesystem, das sie in ihren Herkunftsländern verinnerlicht haben und das für sie „göttliche Autorität“ hat. Mangelnde Hilfe seitens Wachdienste, Heimleitung und Behörden verschärft die Situation.

Open Doors Deutschland Christliche Flüchtlinge
Grafik: Open Doors Deutschland

Open Doors gegen pauschale Verurteilung von Muslimen

„Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt“, sagte am 20. September auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Doch diese Sicht des Ministers teilen noch zu wenige der verantwortlichen deutschen Politiker und Kirchenleiter. Markus Rode, Chef des christlichen Hilfswerks Open Doors Deutschland, meint:

„Wer die Ergebnisse dieser neuen Erhebung für politische Zwecke oder für die eigene Profilierung missbraucht, wer hier eine pauschale Verurteilung von Muslimen hineinlesen möchte, handelt politisch und gesellschaftlich unverantwortlich.“

„Unsere Geschichte lehrt uns, nie wieder Bedrängung und Diskriminierung von Minderheiten zugunsten der Täter zu ignorieren. Deshalb geht unser Appell zuerst an die Bundeskanzlerin, hier tätig zu werden und dieses Thema nicht nur den Bundesländern zu überlassen.“

Auf der Pressekonferenz am Montag sagte Markus Rode, dass er von einer erheblich höheren Dunkelziffer ausgeht. Wegen der vielen Morddrohungen hätte es eigentlich ein Zeugenschutzprogramm geben müssen. Zudem kritisiert er die gängige Praxis, christliche Flüchtlinge in muslimische Länder abzuschieben, wo ihnen die Todesstrafe droht.

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