Reportage
Verschwundene Migranten in Berlin aufgetaucht
Zwei der 48 Migranten, die am Wochenende in Eisenhüttenstadt verschwunden waren, sind nun in Berlin aufgetaucht. Dort stellten sie Asylanträge. Das Bundesland Brandenburg ist bei Migranten weniger beliebt.

Am Samstag hatte die Polizei in Brandenburg einen Laster mit 50 Migranten im Laderaum gestoppt und sie in die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gebracht. Doch waren 48 von ihnen plötzlich ohne jede Spur verschwunden.
Die Bundespolizei hatte die Migranten auf der Autobahn 12 in der Nähe von Frankfurt (Oder) aufgegriffen. Der Fahrer und ein weiterer Mann kamen als mutmaßliche Schleuser in Untersuchungshaft.
Zwei Migranten in Berlin aufgetaucht
Nun sind zwei der verschwundenen Migranten in Berlin wieder aufgetaucht. Die beiden hätten dort Asylanträge gestellt, zitiert die Berliner Morgenpost den Leiter der Erstaufnahme, Frank Nürnberger, der am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags in Potsdam sprach.
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte in dem Ausschuss, dass vor zwei Jahren noch öfter erfasste Flüchtlinge in andere Bundesländer weiterzogen. Inzwischen passiere dies aber nicht mehr so oft.
Die Behörden haben angekündigt, dass sie eine Woche nach dem Verschwinden der Migranten eine Fahndung einleiten wollen. Diese soll zur Feststellung des Aufenthaltsortes dienen, nicht aber zu einer Festnahme.
Die 33 Erwachsenen unter den 50 Migranten waren laut Innenminister Karl-Heinz Schröter von der Bundespolizei in Zusammenarbeit mit der Landespolizei erkennungsdienstlich behandelt worden. Das bedeutet, dass nun Fotos und Fingerabdrücke vorliegen.
Der Minister berichtete weiter, dass derzeit mehr als die Hälfte der rund 3.200 belegbaren Plätze in den Brandenburger Flüchtlingsheimen leer stehen. Schrittweise würden deshalb die Kapazitäten reduziert.
In diesem Jahr kamen bisher rund 3.000 Migranten nach Brandenburg, darunter vor allem Syrer und Tschetschenen. Im vergangenen Jahr waren es noch knapp 10.000 gewesen. Im bisherigen Rekordjahr Jahr 2015 waren sogar rund 28.000 Migranten registriert worden.


