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Martin Schulz will ein Kanzler für die Arbeiter sein

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Martin Schulz SPD Arbeiterpartei
Martin Schulz SPD Arbeiterpartei

Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat deutlich gemacht, dass er antritt, um Kanzler zu werden – „in welcher Konstellation auch immer“. Dazu müsse sich seine Partei wieder stärker ihrer Geschichte als Arbeiterpartei bewusst werden.

Martin Schulz SPD Arbeiterpartei
Als Bürgermeister habe er viel von den Alltagssorgen der Menschen erfahren, sagt Martin Schulz. (Screenshot: YouTube)

Der künftige SPD-Chef und Spitzenkandidat bei der kommenden Bundestagswahl Martin Schulz will nicht nur Wahlkampf wachen, sondern auch wirklich Bundeskanzler werden. Die Sozialdemokraten wollten dies „in welcher Konstellation auch immer“ erreichen, sagte er nach einer Fraktionssitzung in Berlin.

Zwar hat weder ein rot-rot-grünes Bündnis noch eine Ampel-Koalition mit FDP und Grünen in aktuellen Umfragen eine Mehrheit. Und auch in einer Großen Koalition mit den Unionsparteien wäre die SPD derzeit der kleinere Partner. Doch Martin Schulz hat einen Plan: „Wenn wir Sozis den Menschen zeigen, dass wir an sie denken, dann gewinnen wir die Wahl.“

Bis zur Wahl am 24. September werde die SPD den Koalitionsvertrag mit der Union erfüllen, zitiert die Morgenpost den künftigen SPD-Chef. Seine Partei werde im Wahlkampf eigene Akzente und Erfolge in der aktuellen Großen Koalition mit CDU und CSU deutlicher sichtbar machen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuvor überraschend seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur angekündigt. Zugleich hatte er Martin Schulz als Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen. Der bisherige EU-Parlamentspräsident soll Mitte März auch SPD-Chef werden.

Sigmar Gabriel gibt sein Amt als Bundeswirtschaftsminister ab und ersetzt bereits am Freitag Frank-Walter Steinmeier als Bundesaußenminister. Denn dieser tritt am 12. Februar als Kandidat bei der Bundespräsidentenwahl antritt. Nachfolgerin im Wirtschaftsministerium wird die bisherige Staatssekretärin Brigitte Zypries (SPD).

Sigmar Gabriel begründete seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur mit Umfragen, wonach er bei der Bundestagswahl gegen Angela Merkel deutlich geringere Chancen hätte als Martin Schulz. Denn letzterer ist in der Bevölkerung genau so beliebt wie die Bundeskanzlerin. Nur Wolfgang Schäuble und Frank-Walter Steinmeier sind noch beliebter.

Zwar hatte Martin Schulz noch nie ein Regierungsamt inne. Er verfügt aber über reichhaltige Erfahrungen als Bürgermeister seiner Heimatstadt Würselen in Nordrhein-Westfalen und als Chef der Sozialistischen Fraktion im EU-Parlament.

Als Bürgermeister habe er viel von den Alltagssorgen der Menschen erfahren, von den Bemühungen „der hart arbeitenden Menschen in diesem Lande, die sich an die Regeln der Demokratie halten und sich wünschen, dass die Demokratie Regeln schafft, die sie schützen“, sagte der 61-Jährige.

Bereits im Oktober auf dem Basiskongress der Parteilinken in Berlin sagte Schulz, die SPD müsse sich wieder stärker ihrer traditionsreichen Geschichte als Arbeiterpartei bewusst werden und vor allem die Menschen in den Fokus nehmen, „die malochen müssen“.

Menschen, die gewissenhaft ihre Steuern zahlten oder alte Angehörige pflegten, verdienten größten Respekt. „Diejenigen, die die Gesellschaft tragen, müssen das Gefühl haben, dass die Gesellschaft sie respektiert und für sie da ist“, zitiert die WAZ den SPD-Mann. Bei vielen hart arbeitenden Leuten, die sich an die Regeln halten, sei dieses Gefühl verloren gegangen.

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