Reportage
Martin Schulz wird SPD-Chef und Kanzlerkandidat
Nach dem Willen von SPD-Chef Sigmar Gabriel soll der bisherige EU-Parlamentschef Martin Schulz bei der Bundestagswahl gegen Angela Merkel antreten. Zudem solle Schulz auch neuer SPD-Chef werden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet auf die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl am 24. September. Statt seiner schlägt er den bisherigen EU-Parlamentschef Martin Schulz als Herausforderer von Angela Merkel (CDU) sowie als neuen SPD-Chef vor.
Auch als Wirtschaftsminister will Sigmar Gabriel zurücktreten, berichtet die Zeit. Dafür will er das Amt des Bundesaußenministers von seinem Parteikollegen Frank-Walter Steinmeier übernehmen, der am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt werden soll.
Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries soll laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Nachfolgerin von Sigmar Gabriel als Wirtschaftsministerin werden und diese Position bis zur Bundestagswahl einnehmen.
Ausschlaggebend für Sigmar Gabriels Entscheidung war offenbar eine Umfrage unter SPD-Sympathisanten. Dabei soll eine große Mehrheit gesagt haben, dass sie sich mit einem Kanzlerkandidaten Martin Schulz bessere Chancen bei der Bundestagswahl ausrechnet.
Diese Woche schon am MITTWOCH im #stern: Sigmar #Gabriel über den Verzicht, Nachfolger & seine Vorwürfe gegen Merkel pic.twitter.com/4WpUZfxjqZ
— stern (@sternde) January 24, 2017
Der Rücktritt sei seine „Pflicht als Parteivorsitzender“, sagte Gabriel gegenüber der Zeit. Und gegenüber dem Stern sagte er: „Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern und mit mir die SPD.“ Martin Schulz habe die „eindeutig besseren Wahlchancen“.
Offiziell wollen die Sozialdemokraten ihren Kanzlerkandidaten am kommenden Sonntag nominieren. In Wahlumfragen reicht es derzeit bei weitem nicht für einen SPD-Kanzler. Die Sozialdemokraten liegen deutlich hinter der CDU und Rot-Rot-Grün hat keine Mehrheit.


