Reportage
Marokkos Geheimdienst hatte den BND vor Amri gewarnt
Seit September hat der Nachrichtendienst von Marokko den BND zweimal konkret vor dem Islamisten Anis Amri gewarnt. Der Mann habe Kontakte zum Islamischen Staat und sei bereit, einen Terroranschlag durchzuführen.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll bereits seit Monaten von der Gefahr gewusst haben, die von Anis Amri ausging. Der Tunesier steht in dringendem Tatverdacht, am Montag einen gestohlenen Lkw in einen Berliner Weihnachtsmarkt gesteuert zu haben und dabei mindestens zwölf Menschen getötet zu haben.
Der marokkanische Nachrichtendienst soll am 19. September und dann noch einmal am 11. Oktober Warnungen an den BND weitergeleitet haben, berichtet die Welt. Konkret ging es um die islamistische Gesinnung von Anis Amri und seine Bereitschaft, einen Terroranschlag durchzuführen.
Zuerst hatte der Journalist Nicolas Beau am Donnerstag auf der Website Mondafrique.com über die Warnungen aus Marokko berichtet. Demnach hatte Anis Amri in Deutschland Kontakt zu zwei Anhängern des Islamischen Staates. Zudem soll der Tunesier in seinem Heimatland versucht haben, Mitglieder für den IS anzuwerben.
Anis Amri wurde am frühen Freitagmorgen bei einer Kontrolle von italienischen Polizisten in Mailand erschossen, nachdem er das Feuer aus sie eröffnet hatte. Einer der Polizisten wurde verletzt. Doch die italienische Zeitung La Repubblica hat ein Bild veröffentlicht, das ihn im Krankenbett wohlauf und von Kollegen umringt zeigt.
Cristian Movio, uno dei poliziotti che hanno neutralizzato il killer di Berlino, è rimasto ferito. Qui con i colleghi che lo rincuorano. pic.twitter.com/3eOcCzGSno
— David Sassoli (@DavidSassoli) December 23, 2016


