Reportage
Linksextreme bekennen sich zu Briefbombe an Schäuble
Die Konspiration der Zellen des Feuers hat sich im Internet zu der Briefbombe an Wolfgang Schäuble bekannt. Von dieser griechischen linken Untergrundorganisation hatte in der Vergangenheit auch schon Angela Merkel Post erhalten.

Am Mittwoch war im Bundesfinanzministerium in Berlin ein verdächtiges Paket entdeckt worden. Es enthielt ein sogenanntes Blitzknallgemisch und war offenbar an Wolfgang Schäuble adressiert. Nun gibt es ein Bekennerschreiben der griechischen linken Untergrundorganisation „Konspiration der Zellen des Feuers“.
„Wir übernehmen die Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands“, schrieben die mutmaßlichen Briefbomber am Donnerstag. Sie erklären sich solidarisch mit in Griechenland verurteilten Mitgliedern ihrer Organisation sowie anderer gleichgesinnter Organisationen im Ausland.
Als Absender habe Adonis Georgiadis auf dem Umschlag gestanden, hieß es in Athen. Dies ist der stellvertretende Chef der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND). „Es war ein eher naiver Versuch, die Sicherheitskräfte in die Irre zu führen“, zitiert die B.Z. einen griechischen Polizeioffizier.
Die griechische Polizei in Athen hat sich bisher nicht zu der Frage geäußert, ob die Erklärung tatsächlich auf die linke Untergrundorganisation „Konspiration der Zellen des Feuers“ zurückgeht. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass Mitglieder der Organisation eine Paketbombe verschicken.
Die Organisation hat in der Vergangenheit auch schon Paketbomben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und an den damaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi verschickt. Ihre Mitglieder waren im März 2011 in Athen festgenommen worden. Seitdem galt die Organisation als zerschlagen.
Die Nachrichtenagentur dpa hat aus Kreisen des Athener Bürgerschutzministeriums erfahren, dass die Experten in Griechenland nun Informationen aus Deutschland erwarten, wie genau Sprengstoff und Zünder miteinander verbunden waren. Dies würde Hinweise darauf geben, welche Untergrundorganisation das Paket verschickt hat.


