Berlin Journal

Magazin · Berlin

Reportage

Berlins Hütchenspieler sind selbst Touristen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

Teilen: X · E-Mail

SPD-Politiker Joschka Langenbrinck findet das Hütchenspiel nicht akzeptabel. (Screenshot: YouTube)
SPD-Politiker Joschka Langenbrinck findet das Hütchenspiel nicht akzeptabel. (Screenshot: YouTube)

Zwar ist der Betrug mit dem Hütchenspiel seit langem bekannt. Doch die Hütchenspieler-Szene wächst. Bei den Tätern handelt es sich vor allem um Roma. Denn diese werden in ihrer Heimat diskriminiert, sagt Joschka Langenbrinck.

SPD-Politiker Joschka Langenbrinck findet das Hütchenspiel nicht akzeptabel. (Screenshot: YouTube)
SPD-Politiker Joschka Langenbrinck findet das Hütchenspiel nicht akzeptabel. (Screenshot: YouTube)

Eigentlich weiß man in Berlin seit Jahrzehnten, dass das Spiel mit den drei Hütchen Betrug ist. „Man kann beim Hütchenspiel nicht gewinnen“, sagt eine Polizeisprecherin. Die vermeintlichen Gewinner seien Komplizen. Das Hütchenspiel sei organisierte Kriminalität.

Trotzdem ist die Zahl der Strafanzeigen letztes Jahr deutlich gestiegen. Das zeigt die Antwort der Berliner Innenverwaltung auf eine Parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten, Joschka Langenbrinck.

„Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass Hütchenspielerei in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten eine lukrative Einnahmequelle ist“, zitiert der Tagesspiegel den Neuköllner Abgeordneten.

Nach Angaben der Ermittlungsgruppe Hütchenspiel-Betrug gehören inzwischen 200 Personen zur „Hütchenspielerszene“. Davon haben 60 ihren Wohnsitz in Berlin. Im Jahr 2015 war die Szene noch auf 160 Personen geschätzt worden.

„Primär handelt es sich bei den Hütchenspielern um reisende Täter aus Mazedonien und anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens“, heißt es in der Antwort der Innenverwaltung. Die Täter kämen als Touristen nach Berlin und blieben nur drei bis vier Monate.

Laut Joschka Langenbrinck handelt es sich bei den Tätern vor allem um Roma. Doch diese würden ja in ihren Heimatländern auch strukturell diskriminiert und am Arbeiten gehindert. Dennoch sei ihre Hütchenspielerei nicht akzeptabel.

„Berlin sollte sich ein Beispiel nehmen an Hamburg oder München, wo sofort Platzverweise und Strafanzeigen gestellt werden“, sagt der SPD-Politiker. Er hofft, dass die Zahl der Aufenthaltsverbote weiter wächst. Im letzten Jahr stieg sie bereits vor einer auf neun.

Comments

comments

Berlin · Ausländer · Betrug · Diskriminiserung · Hütchenspiel · Joschka Langenbrinck · Kriminalität · Migranten · Migration · Roma

Autor

Thomas Breithaupt

[email protected] →

Weiterlesen

Alle Beiträge →

Die Depesche

Freitags die ganze Stadt in einem Brief

Kein Newsletter im üblichen Sinn — eine kuratierte Depesche der Redaktion. Was zählt, was kommt, was bleibt.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam.