Reportage
Flüchtlingskriminalität steigt in Brandenburg um 85 Prozent
Im letzten Jahr kamen nur 9.800 neue Flüchtlinge nach Brandenburg. Dennoch stieg die Flüchtlingskriminalität gemessen an der Zahl der Fälle um rund 85 Prozent.

Im letzten Jahr waren im Land Brandenburg knapp sieben Prozent aller Tatverdächtigen Flüchtlinge. Es wurden 5.822 Fälle mit teils mehreren Verdächtigen und mehreren Straftaten registriert.
Das ist eine erhebliche Zunahme um 85 Prozent, obwohl im vergangenen Jahr nur etwa 9.800 neue Asylbewerber nach Brandenburg kamen. Die Flüchtlinge leben in dem Bundesland in 137 Heimen, 65 Wohngemeinschaften und mehr als 6.300 Wohnungen.
Die meisten Täter waren 2016
- Syrer (3.288),
- Tschetschenen (2.347, in der Statistik als Russen geführt),
- Iraner (489),
- Kameruner (484) und
- Albaner (287).
Doch welche Straftaten werden am häufigsten von Asylbewerbern begangen? „Dominierend sind Körperverletzungs-, Diebstahl- und Betrugsdelikte“, zitiert die B.Z., der die Kriminalitätsstatistik vorliegt, Polizeisprecher Mario Heinemann (39). Angezeigt wurden zudem
- 39 Fälle von Raub und räuberischer Erpressung,
- sechs Fälle von Totschlag und Tötung auf Verlangen und
- 90 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.
Unter anderem ermittelte die Brandenburger Polizei gegen einen 16-jährigen Afghanen, der in Glöwen (Prignitz) zwei 9 und 11 Jahre alte Jungen sexuell missbraucht hatte. Der Asylbewerber wurde verwarnt und zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Zudem bearbeitete das Polizeipräsidium in Potsdam im letzten Jahr 483 Vorgänge mit Islamismus-Bezug. Es ging um mutmaßliche Kämpfer und Angehörige von Terror-Gruppen. Doch nur zehn Ermittlungsverfahren wurden tatsächlich geführt.


