Reportage
Flüchtlinge springen vor Autos, um Schmerzensgeld zu kassieren

„Flüchtlinge springen absichtlich vors Auto, um Schmerzensgeld zu kassieren“, warnt der österreichische Fernsehsender ORF. Österreich leidet seit einem Monat unter einer Serie von Autounfällen, bei denen Flüchtlinge vor fahrende Autos springen. Die Behörden vermuten, dass es den Flüchtlingen dabei um Schmerzensgeld geht. Aber auch Drogenrausch könnte eine Rolle spielen.
Als Konsquenz hat sich jetzt der Abgeordnete Wolfgang Germ, Vizebürgermeister von Klagenfurt am Wörthersee, eine Dash-Cam (Unfallkamera) an seinen Autospiegel gehängt, die alles, was vor seinem Auto geschieht, aufzeichnet. Er habe sich die Kamera für 100 Euro im Internet bestellt.
Der FPÖ-Politiker schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Sicher ist sicher!“
In einem Interview mit der Wiener Kronenzeitung sagte Germ: „Rechtlich ist dies erlaubt, hat mir ein Bezirksrichter erklärt. Nur die Weitergabe des aufgezeichneten Materials ist verboten. Außerdem werden immer nur die letzten Fahrminuten gespeichert. “ Dennoch: „Sollte mir wirklich jemand vor das Auto springen, würde ich das Video als Beweis vor Gericht vorlegen.“
Allein in Kärnten, dessen Bundeshauptstadt Klagenfurt ist, wurden im letzten Monat 5 Fälle innerhalb von zwei Wochen angezeigt, bei denen junge Männer einfach vor Autos sprangen.
Das Muster scheint immer dasselbe zu sein. Die Flüchtlinge sind mindestens zu zweit. Einer springt, der andere soll wohl dann der Zeuge sein. Zum Glück ist es aber in keinem der Fälle zu Schäden gekommen, da die Autofahrer schnell reagierten.
Dem Klagenfurter Autofahrer Gregor Grimschitz ist es an einem Wochenden am Südring in der Landeshauptstadt passiert. Er sagte dem ORF: „Ich habe gebremst. Zum Glück kam kein Gegenverkehr, und ich habe ausweichen können. Ich bin stehengeblieben. Aber die zwei Männer rannten weg.“
Auch in der Klagenfurter Innenstadt dasselbe Muster.
In einem Fall habe ein Iraner laut ORF nur vorgetäuscht, am Fuß verletzt worden zu sein. Der Österreicher Gustav Wenger fuhr an einem Samstag im Schritt-Tempo mit seinem Range Rover durch die Domgasse in Klagenfurt, suchte einen Parkplatz, als ein 27jähriger Asylbewerber aus dem Iran kurz nach 19 Uhr plötzlich vor seinen Wagen sprang.
Wenger: „Er ist dann am Boden gelegen und hat so getan, als wenn ihm eine Handgranate den Haxen weggerissen hätte. Dann ist von links plötzlich ein zweiter Asylant oder Flüchtling dahergekommen. Und ein dritter von der rechten Seite. Ich habe die Polizei gerufen, die kann bestätigen: Der Asylant hatte nichts gehabt. Nicht eine Schramme, nicht einen blauen Fleck. Also das war eine rein geplante Partie.“ Der Mann wurde ins Klinikum gebracht, wo Ärzte allerdings keine Verletzungen feststellen konnten“, berichtet ein Polizist. Trotzdem wurde der Lenker des Fahrzeugs wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Da aber mehrere Zeugen von einer „provozierten Aktion“ sprechen, werde jetzt wegen Betrugs gegen den Iraner ermittelt, heißt es.
Am selben Samstag anfang März erstattete ein Mann im Stadtteil St. Ruprecht in Klagenfurt Anzeige wegen Sachbeschädigung. Der Autofahrer gab an, dass ein Mann absichtlich auf seine Motorhaube gesprungen sei. Der Verdächtige konnte nicht gefunden werden. Jetzt wird spekuliert, dass die Männer nur auf Schmerzensgeld aus waren.
Die Kärntener Polizei appeliert an Autofahrer, vorsichtig zu sein und bei einem solchen Zwischenfall unbedingt stehen zu bleiben. Und die Polizei zu rufen. Sonst würde man, streng genommen, Fahrerflucht begehen.
Wie Rechtsanwalt Alexander Todor-Kostic aus Velden am Wörthersee sagte, könne ein Unfall dieser Art sowohl zivil- als auch strafrechtliche Fogen nach sich ziehen: „Man müsste also wirklich nachweisen, dass hier jemand vor das Auto gesprungen ist. Da müssten Zeugen einvernommen werden. Als Lenker ist man oft allein auf weiter Flur. Nur, wenn dieser Entlastungsbeweis gelingt, also nur, wenn man nachweisen kann, dass es sich um ein unabwendbares Ereignis aus der Sicht des Kfz.-Lenkers gehandelt hat, dann wäre man auch von jeglicher Haftung frei. Und dann müsste die Versicherung auch nicht bezahlen.“
Auch wenn sie aus Datenschutzgründen in Österreich verboten sind, als Beweismittel sind sie zugelassen: die sogenannten Dashcams, Kameras, die jede Autofahrt aufzeichnen. Gustav Wenger hat sie seit dem Unfall an seinem Auto montiert. Etliche Autofahrer wie Vizebürgermeister Wolfgang Germ folgten ihm nach.
Germ: „Auch einer Bekannten von mir ist so etwas schon passiert.“ Ein Unbekannter soll sich im Klagenfurter Stadtteil St. Ruprecht einfach vor das Auto geworfen haben. „Und er schrie um sein Leben, obwohl er vom Auto nicht einmal berührt worden war.“ „Autospringer“ sind dabei kein Kärntner Phänomen, sondern weltweit bekannt.
Dashcams an Autos sind in Deutschland kein Problem, solange andere Autokennzeichen oder Pesonen nicht im Internet zur Schau gestellt werden. Manche Gerichte erkennen die Videoaufzeichnungen als Beweismittel an, manche nicht, schreibt der ADAC.


