Reportage
Grüne wollen Tempo 30 in Berlin ausweiten
Berlins neue Verkehrssenatorin Regine Günther will in Berlin verstärkt Tempo 30 einführen, um Luftverschmutzung und Unfälle zu bekämpfen. Der ADAC erklärt, warum Tempo 30 den Schadstoffausschuss sogar erhöhen kann.
Im vergangenen Jahr wurde der Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid an allen sechs Berliner

Messstationen überschritten. Diese befinden sich nahe Hauptverkehrsachsen, darunter die Karl-Marx-Straße und der Hardenbergplatz. Hauptverursacher für Stickstoffdioxid sind Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.
Berlins neue Verkehrssenatorin Regine Günther (für die Grünen, aber parteilos) hatte bereits im Januar Prüfungen angekündigt. Es sollte untersucht werden, an welchen Hauptstraßen die stärkste Verschmutzung vorliegt und wo Unfallschwerpunkte sind. Dort könnte das erlaubte Tempo dann auf 30 Kilometer pro Stunde gedrosselt werden.
Am Sonntag sagte Regine Günther in der RBB Abendschau erneut, dass das Tempo 30 deutlich ausgeweitet werden solle, besonders an den stark betroffenen Orten, wo bis zu 25.000 Menschen lebten.
Auch will die Verkehrssenatorin prüfen lassen, wie Besitzer von besonders umweltschädlichen Autos finanziell stärker belangt werden könnten. Auf Bundesebene will sie sich für ein Verbot von alten Dieselfahrzeugen in der Innenstadt einsetzen.
Nach Ansicht des ADAC ist Tempo 30 nicht der richtige Weg zu besserer Luft. Eine Untersuchung des Verkehrsclubs hat ergeben, dass Tempo 30 bei ebenen Strecken sogar zu einem höheren Schadstoffausstoß führt. Grund dafür ist ein erhöhter Stop-and-go-Effekt. Effektiver wäre es demnach, den Verkehr durch die Einrichtung von grünen Wellen flüssiger zu machen.


