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Reportage

Grüne empfehlen 40 Tage Autofasten bis Ostern

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Grüne Autofasten bis Ostern
Bis Ostern nicht mit dem Auto fahren ist eine echte Herausforderung.

Die Grünen und das Umweltbundesamt haben dazu aufgerufen, das Auto von Aschermittwoch bis Ostern stehen zu lassen. Dieses 40-tägige Autofasten hat auch die Unterstützung von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Grüne Autofasten bis Ostern
Bis Ostern nicht mit dem Auto fahren ist für viele eine echte Herausforderung.

Der grüne Verkehrsexperten Stephan Kühn hat gemeinsam mit dem Umweltbundesamt ein freiwilliges „Autofasten“ von Aschermittwoch bis Ostern vorgeschlagen. Der Verzicht auf das Auto könne die Menschen dazu motivieren, der Umwelt zuliebe auch dauerhaft auf Bus, Bahn oder das Rad umzusteigen.

Zudem hat der Grünen-Politiker die Bahn und regionale Verkehrsträger aufgefordert, den „Autofastern“ während der 40 Fastentage Sonderrabatte zu gewähren. Auf diese Weise könnten sie neue Kunden anlocken, zitiert SPON aus einer gemeinsamen Erklärung von Stephan Kühn (Grüne) und Katrin Dziekan (Umweltbundesamt).

Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) unterstützt das Autofasten. Zwar wolle sie das Autofahren nicht gänzlich verbieten. „Aber wir können unsere Perspektiven ändern, wenn wir ganz bewusst und zumindest in der Fastenzeit auf andere Verkehrsmittel umsteigen“, ließ die Ministerin mitteilen.

Drei von vier Haushalten in Deutschland haben mindestens ein Auto. Hierzulande gibt es rund 45 Millionen Fahrzeuge. Laut Umweltbundesamt war die Luft in den deutschen Städten auch 2016 zu stark mit Stickstoffdioxid belastet. Auch die Werte für Ozon und Feinstaub wurden deutlich überschritten.

Schuld an der Luftverschmutzung sind vor allem alte Diesel-Autos. Daher sollen nun Diesel-Pkw in der Innenstadt verboten werden, die vor September 2015 gebaut wurden. Die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther will ein entsprechendes Diesel-Verbot mithilfe der Blauen Plakette bundesweit durchsetzen.

Die Idee zum Autofasten kam vor 20 Jahren von Kirchen. „In der Fastenzeit sind wir Christen aufgefordert, unsere Lebensgewohnheiten zu überdenken und zu überprüfen“, zitiert SPON den Umweltbeauftragten des Bistums Mainz, Franz Hock.

Selbst der Verkehrsclub ADAC hat keine Einwände gegen die Aktion. Der freiwillige Autoverzicht müsse auch nicht auf die Fastenzeit beschränkt bleiben, sagte Sprecher Andreas Hölzel. Vor allem kurze Strecken könne man gut zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen.

ADAC-Sprecher Andreas Hölzel verwies auf eine Umfrage des Verkehrsclubs, wonach viele Menschen bereit wären, auf Bus und Bahn umzusteigen, wenn die Fahrpreise niedriger und die Verbindungen schneller und zuverlässiger wären. In Berlin ist zusätzlich die Sicherheit ein Problem, wie etwa der Fall des Treppentreters Svetoslav Stoykov zeigt.

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