Reportage
Flüchtlinge können nun Führerschein auf Arabisch machen

„Es ist seit langem so, dass die ursprüngliche Sprache Deutsch ist, nun haben sich die Zeiten verändert. Flüchtlinge können nun ihren Führerschein auf Arabisch machen, und es wird nicht komplizierter mit der Sprache“, schrieb dem Berlin Journal gestern der 18jährige syrische Flüchtling Aras Bacho aus Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen. Bacho, der auch als Blogger für die Huffington Post Deutschland in München schreibt, berichtet aus seinem Umfeld folgendes.
Enis, 23, und Amjed, 19, die beiden kommen aus dem Irak und Syrien. Sie leben seit etwa 9 Monaten in Deutschland und lernen gerade in der Schule das ‚ABC‘ und die Aussprache.
Für die beiden ist es unmöglich, auf Deutsch den Führerschein zu machen, doch die beiden wollen unbedingt Auto fahren. Als die beiden erfahren haben, dass nun der Führerschein auch auf Arabisch durchgeführt werden kann, haben die sich sehr gefreut und es mir mitgeteilt.
Ich kenne die beiden vom Flohmarkt. Ein Mann hat nicht verstanden, was sie sagten, und ich habe anschließend mit ihnen auf Englisch besprochen worum es ging. Ich habe für die beiden eine Cola gekauft und E-Mails ausgetauscht. Bis heute haben wir Kontakt und schreiben fast jeden Tag.
In Bad Salzuflen wird im Oktober 2016 erst die arabische Version eingeführt. Das soll bedeuten, dass viele neue Migranten dann den Führerschein machen können. Integration bedeutet auch, sich in alles Deutsche zu integrieren, auch die Verkehrsschilder zu kennen.
Ich habe auch beschlossen, meinen Führerschein zu machen. Aber nicht auf Arabisch, sondern nun endlich auf Deutsch.
Ich wünsche den neu angekommenen Flüchtlingen viel Erfolg bei dem, was sie machen und erreichen wollen.“
Voraussetzungen für einen Führerschein in Deutschland für Flüchtlinge sind: Volljährigkeit (18 Jahre), eine Aufenthaltsgenehmigung, einen Ausweis, ein Erste-Hilfe-Pass, ein Sehtest und ein biometrisches Passfoto. Die Umschreibung eines bereits vorhandenen Führerscheins kostet zwischen 400 und 500 Euro, da noch einmal in Deutschland eine theoretische und praktische Fahrprüfung abgelegt werden muss, was den Besuch einer Fahrschule voraussetzt. Die Kosten übernimmt der Staat, weil der Führerschein für die Jobsuche wichtig ist.


