Reportage
Flüchtling sprengt sich bei Musikfestival in Ansbach in die Luft
Bei einem Musikfestival mit 2.000 Teilnehmern im bayrischen Ansbach hat ein syrischer Flüchtling eine Bombe gezündet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann geht von einem „echten islamischen Selbstmordanschlag“ aus.

Bei einer Bombenexplosion im bayerischen Ansbach wurden am Sonntagabend ein Mensch getötet und mindestens zwölf Menschen verletzt. Bei dem Toten handelt es sich laut Polizeiangaben wahrscheinlich um den Täter.
Der Sprengsatz war in der Nähe des Eingangs zum Musikfestival „Ansbach Open 2016“ mit mehr als 2.000 Teilnehmern detoniert. Die Polizei geht von einer absichtlich ausgelösten Explosion aus und untersucht nun, ob es einen Islamismus-Bezug gibt.
„Echter islamischer Selbstmordanschlag“ auf Musikfestival
Der Täter ist ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland hat Asyl beantragt, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Montag in Ansbach. Die Polizei wollte nicht ausschließen, dass sich der Mann radikalisiert hatte.
„Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat“, zitiert die Berliner Morgenpost den Minister. „Die offensichtliche Absicht, mehr Menschen zu töten, weist zumindest auf einen islamistischen Hintergrund hin.“
Nach Angaben des Nürnberger Polizeivizepräsidenten Roman Fertinger hatte der 27-Jährige den Sprengsatz in einem Rucksack. „Wenn er mit dem Rucksack in die Veranstaltung gelangt wäre, hätte es bestimmt mehr Opfer gegeben.“ Doch weil er keine Eintrittskarte hatte, wurde er am Eingang abgewiesen.
Joachim Herrmann kritisiert Missbrauch des Asylrechts
Der Asylantrag des Täters wurde vor einem Jahr abgelehnt. Der Syrer lebte seitdem geduldet in Deutschland. Minister Herrmann sagte, dass der Asylschutz menschenverachtend missbraucht werde. „Das ist ungeheuerlich.“ Es müsse alles unternommen werden, damit derartiger Missbrauch des Asylrechts nicht weiter um sich greife.
Der Täter wohnte laut Joachim Herrmann in einer Unterkunft in Ansbach. Er habe bereits zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Er sei deshalb schon einmal in einer psychiatrischen Klinik untergebracht gewesen.
Die Polizei war am Sonntagabend mit 200 Kräften in Ansbach im Einsatz. Feuerwehr und Rettungsdienste waren mit 350 Kräften vor Ort. Die komplette Altstadt von Ansbach war am späten Abend abgeriegelt. Viele Anwohner konnten nicht zurück in ihre Häuser. Das Open-Air-Konzert wurde abgebrochen. Die rund 2.000 Besucher verließen den Veranstaltungsort.
Die Explosion von Ansbach war die dritte Bluttat in Bayern mit Migrationshintergrund innerhalb einer Woche. Am vergangenen Montag hatte in einer Regionalbahn ein Flüchtling mit einer Axt vier Menschen schwer verletzt. Und am Freitagabend war ein junger iranischer Zuwanderersohn in München Amok gelaufen.


