SPD-Austritt wegen Müllers Auftritt bei Islamisten

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Nach 23 Jahren in der Partei tritt der frühere Abgeordnete Erol Özkaraca nun aus der SPD aus. Immer wieder kritisierte er die Toleranz seiner Partei gegenüber Islamisten. Ein Auftritt von Michael Müller brachte das Fass nun zum Überlaufen.

Erol Özkaraca SPD-Austritt
Der frühere Neuköllner Abgeordnete Erol Özkaraca galt innerhalb der SPD als vehementer Kritiker des politischen Islams. (Screenshot: YouTube)

Seit dem Jahr 1994 war Erol Özkaraca Parteimitglied der SPD. Von 2011 bis 2016 saß er für die Neuköllner Sozialdemokraten sogar im Berliner Abgeordnetenhaus. Doch nun tritt der 54-Jährige aus der SPD aus.

Grund für seinen Austritt ist der Auftritt von Bürgermeister Michael Müller auf einer Islamisten-Kundgebung vor der Gedächtniskirche am Donnerstagabend. Der Zentralrat der Juden hatte den Regierenden zuvor noch aufgerufen, nicht teilzunehmen, er erhielt aber keine Antwort.

Die Veranstaltung war von der Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) angemeldet worden. Diese wird wie auch drei weitere an der Kundgebung teilnehmende Vereine wegen ihrer Nähe zur Muslimbruderschaft vom Verfassungsschutz beobachtet.

Auf Facebook hat Erol Özkaraca dem Regierenden Bürgermeister am Sonntag zudem einen „zu toleranten Umgang mit dem politischen Islam und Islamisten“ vorgeworfen. Die Partei verliere mit ihrer aktuellen Politik „die Unterstützung von vielen säkularen Muslimen, Juden und vielen anderen“.

Der frühere Neuköllner Abgeordnete galt innerhalb der SPD als vehementer Kritiker des politischen Islams. Stets hatte Erol Özkaraca auf eine Abgrenzung der Sozialdemokraten von den „faschistoiden“ Tendenzen des Islamismus in Deutschland gedrängt. Hier sein Facebook-Post vom Sonntag in voller Länge.

Adé SPD!

Als Raed Saleh vor einigen Jahren über seine „große Idee“ von der Aufwertung und Gleichstellung des Islams mit den anderen Religionen sprach und konkrete Vorschläge für Staatsverträge in Berlin mit Islamisten machte, kurz danach eine Rechtsauffassung veröffentlichte, nach der das Berliner Neutralitätsgesetz verfassungswidrig sei, begann für meine Frau die Entfremdung mit der SPD. Als ihr selbsternannte „FeministInnen“ unserer Partei erklärten, dass sehr viele muslimische Frauen in unserer Stadt das Kopftuch als ein Freiheitssymbol gegen die Mehrheitsgesellschaft verstehen und Ihr „kemalistischer“ Ehemann endlich aufhören solle, ständig gegen Saleh und diese Frauen zu hetzen, seine Islamophobie unter Kontrolle bringen müsse, sagte sie ihnen, das Kopftuch und „Feminismus“ nicht zusammenpassen würden, Erol kein Kemalist sei und sie scheinbar keine Ahnung hätten, worüber sie überhaupt redeten.

Sie konnte die SPD nicht mehr wählen und trat aus.

In der Folge wurde Mohamed Taha Sabri vom Regierenden mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt und damit hoffähig gemacht. Viele Politiker besuchten ihnen und präferierten in der Folge einen „kritischen Dialog“ mit Islamisten. In der weiteren Folge gab es merkwürdig zweideutige Interviews und eine Personalpolitik, die zurecht Fragen aufwarf, welche „credibility“ denn die SPD nun in ihrer „symbolischen Personalpolitik“ verlange und welche Wähler man unter den Einwanderern nun ihm Auge habe. Das beziehe ich nicht nur auf die Berliner Landespolitik, sondern auch auf die Bundespolitik.

Höhepunkt für mein Ringen der letzten zwei Jahre war nun der Auftritt des Regierenden auf dem Breitscheidplatz und die Manifestierung eines meiner Auffassung nach zu toleranten Umgang mit dem politischen Islam und Islamisten.

In seiner Rede am Tatort stellte Mohamed Taha Sabri ausdrücklich klar, dass er sich weigert, derartige Anschläge als islamistisch zu benennen. Diese Anschläge haben nach seiner Auffassung mit dem Islam nichts gemein. Eine Auseinandersetzung, warum diese Taten im Namen Allahs begangen werden, warum die Aufklärung und Bekämpfung dieses Terrors unter Muslimen nicht mit der nötigen Energie betrieben wird und warum Demokratie und Rechtsstaat in mehrheitlich islamischen Staaten mit Verweis auf die islamische Religion verhindert werden, führt dieser Imam bewußt nicht.

Das wir mit derartigen Handlungen und Reden, die Unterstützungen von vielen säkularen Muslimen, Juden und vielen anderen verlieren könnten, die treu zu uns standen und eher unseren Grundauffassungen folgen, wird nicht gesehen.

Mein Kampf in der SPD für eine klare und eindeutige Abgrenzung und Auseinandersetzung in den letzten Jahren war vollkommen erfolglos und wird es nach meiner Auffassung auch bleiben, selbst wenn ich weiterkämpfen würde.

Nun freuen sich sicher einige GenossInnen und Genossen, dass der „Hetzer“, „Spalter“, „AfD – Polarisierer“, „Nazi“, „Türkenfeind, „Türkensarrazin“, „Buschkowsky Schüler“ …., sie endlich in Ruhe läßt. Mich freut es auch.

Ich danke allen GenossInnen und Genossen, die mich unterstützt haben und die ich mit meinem Schritt wohlmöglich enttäuschen werde. Nach über 23 Jahren sprenge ich hiermit meine Kette.

Der Kampf geht weiter, wenn auch anders.

Erol Özkaraca Facebook
Quelle: Facebook
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42 KOMMENTARE

      • Kein konsequentes Handeln? Dann hat sich die SPD erledigt. Nun ja. Eine Arbeiterpartei ist sie ja ohnehin nicht mehr. Schade. Hatte noch etwas auf Brandt- Effekt der alten Tage gehofft. Somit ist meine Wahlentscheidung gefallen. Aber zu Ungunsten der Scharia Partei Deutschlands.

  1. Schon aus Pietät vor den Opfern des Berliner Terroranschlags hätte Müller persönlich eine Islamistenversammlung ausgerechnet an diesem Ort(!) unbedingt unterbinden müssen statt dort vor diesen Typen auch noch zu sprechen. Das ist so unfassbar krank.

    Respekt vor der Entscheidung Özkaracas. Ein Mann mit Moral und Rückgrat.

  2. Nur noch menschlicher Unrat in dieser Partei. Unfassbar was da abgezogen wird. Die altehrbaren schlagen im Grab Purzelbäume ob dieser selbstverliebten Undemokraten…

  3. Dieser Kasper folgt lediglich der Stimme seines Herren. Dann schickt ihn ab nachhause. Ausweis weg, Reisepass hier lassen, mit den Restlichen Unterlagen heim ins gelobte Land

  4. Machen Sie weiter, Erol Özkaraca! Ich persönlich ziehe meinen Hut vor Ihnen. Politiker Ihren Kalibers braucht dieses Deutschland mehr denn je. Bisher war ich der Meinung, dass die Grünen verfassungsfeindliche Ansichten vertreten. Seit einiger Zeit jedoch eifert die SPD den Grünen „Vorbildern“ derart nach, dass nun auch die Forderung notwendig erscheint, diesen Verein vom Verfassungsschutz auf Grundgesetzvereinbarkeit überprüfen zu lassen!

  5. ..Respekt…. M.Müller ist halt einer der schlechtesten Regierenden von Berlin. Wer so Handelt, müsste aus der SPD geworfen werden..er fällt ja seinen Landsleuten in den Rücken…SPD ist halt nicht mehr Wählbar….

    • Versuchen Sie es mal mit dem Browser „Tor“. Falls es so sein sollte, wie Sie denken, dann dürfte Herr Maas sich da die Milchzähnchen ausbeißen

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