Reportage
Brandanschläge auf Autos von Linken in Neukölln
Bei zwei Brandanschlägen wurden in Berlin-Neukölln das Auto der SPD-Politikerin Gabriela Gebhardt und das Auto des Freundes der Linksaktivistin Christel Jachan angezündet. Laut Polizei handelt es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten.
In #Buckow wurde das Auto einer SPD-Politikerin angezündet: https://t.co/53Ottg4pBk pic.twitter.com/l6xU19PTjT
— Berliner Zeitung (@berlinerzeitung) July 11, 2017
Am Dienstagmorgen um 2:14 Uhr gab es im Wiedehopfweg in Berlin-Neukölln einen Brandanschlag. Die SPD-Politikerin Gabriela Gebhardt wurde nach eigenen Angaben durch einen lauten Knall geweckt.
Zunächst habe sie an einen Einbrecher gedacht, sagte die 55-Jährige laut einem Bericht der Berliner Zeitung. Dann habe sie ihr brennendes Auto gesehen. Die innerhalb von Minuten eintreffende Feuerwehr konnte den Audi nicht mehr vor einem Totalschaden retten.
Ein technischer Defekt als Ursache für den Brand ist ausgeschlossen. Die Täter sind nach derzeitigem Kenntnisstand unbekannt. Doch die Polizei geht von einem rechtsradikalen Hintergrund aus.
Nach Angaben der SPD-Fraktion Neukölln war der Anschlag bereits der dritte Brandanschlag innerhalb kurzer Zeit auf ihre Mitglieder. Gabriela Gebhardt selbst sagte:
Ich habe keine Erklärung für diese abscheuliche Tat, aber eins weiß ich: Jetzt mache ich erst recht weiter! Auf keinen Fall werde ich auch nach diesem Anschlag mein politisches Engagement aufgeben, sondern eher noch verstärken!
Nur fünf Minuten nach dem Brandanschlag auf das Auto von Gabriela Gebhardt ging vier Kilometer entfernt in der Schönefelder Straße ein zweiter Wagen in Flammen auf. Auch hier gehen die Ermittler des Polizeilichen Staatsschutzes von Brandstiftung aus. Auch hier vermuten sie ein rechtsextremes Motiv.
Denn das ausgebrannte Auto gehörte dem Freund von Christel Jachan, die zum „Aktionsbündnis Rudow gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ gehört. Bereits im Juni 2016 hatten Unbekannte den damaligen Wagen der Linksaktivistin angezündet.
Seit 2014 hat es in Neukölln 24 rechtsextremistische Anschläge gegeben. Die Opfer sind linke Politiker und Aktivisten, darunter immer wieder auch Mitglieder des sozialistischen Jugendverbands „Die Falken“.
Seit Beginn dieses Jahres gibt es deshalb bei der Polizei eine eigene Ermittlungsgruppe „Rechte Straftaten in Neukölln“.


