Reportage
Fast alle Berliner Parteien gewinnen Mitglieder
Im vergangenen Jahr haben fast aller Berliner Parteien Mitglieder hinzugewonnen. Sogar die SPD verzeichnete einen Zulauf, obwohl sie bei der Abgeordnetenhauswahl ein historisch schlechtes Ergebnis einfuhr.

Bis auf die CDU haben im vergangenen Jahr alle Berliner Parteien Mitglieder hinzugewinnen können. Den etablierten Parteien gelang es, einen teils länger anhaltenden Abwärtstrend zu stoppen. Und selbst die CDU verzeichnete nur einen vergleichsweise geringen Mitgliederrückgang.
- SPD 17.177 Mitglieder (+2 Prozent zum Vorjahr)
- CDU 12.200 Mitglieder (-1 Prozent)
- Die Linke 7.508 Mitglieder (+1 Prozent)
- Die Grünen 5.717 Mitglieder (+11 Prozent)
- FDP 2.636 Mitglieder (+6 Prozent)
- AfD 1.180 Mitglieder (+27 Prozent)
Die Berliner Partei mit den meisten Mitgliedern ist weiterhin die SPD. Zum Ende letzten Jahres zählte die SPD knapp 300 Mitglieder mehr als noch ein Jahr zuvor, berichtet die Berliner Morgenpost. Zwar erzielte sie bei der Abgeordnetenhauswahl im September ein historisch schlechtes Ergebnis und musste eine Koalition mit Linken und Grünen einging.
Doch im Wahlkampf warnte Bürgermeister Michael Müller eindringlich vor einem „Wiederaufstieg der Nazis“. Und seine Wahlkämpfer konnten eine Reihe von Promis für einen Wahlwerbespot gegen die AfD gewinnen, der sich vor allem an Jugendliche richtete. Das hatte offenbar Erfolg.
In diesem Jahr profitieren die Sozialdemokraten zudem vom „Schulz-Effekt“. Nachdem die Kandidatur des Europa-Politikers Martin Schulz zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl angekündigt worden war, verzeichnete die SPD bundesweit in zehn Tagen 600 Eintritte.
In der aktuellen Emnid-Wahlumfrage ist die SPD zuletzt um 6 Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen. Das ist der beste Wert seit mehr als sechs Jahren. Der Abstand zur CDU schmilzt. Besonders beliebt ist Kanzlerkandidat Martin Schulz bei den Frauen.


