Berliner Einbrecher trainieren in Osteuropa

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Berliner Einbrecher trainieren in Osteuropa
Einbrecher trainieren in Osteuropa für den Einsatz in Berlin. (Foto: Metropolico.org)

In Berlin gab es im vergangenen Jahr 12.159 Einbrüche, also im Schnitt rund 33 Einbrüche am Tag. Es wurden aber lediglich 792 Tatverdächtige ermittelt. Von denen waren zwar 73 Prozent mit einem Wohnsitz in Berlin gemeldet. Doch 48,6 Prozent der Tatverdächtigen waren Ausländer. Und 87,6 Prozent von ihnen waren schon zuvor bei der Polizei auffällig geworden.

Das Kriminalgericht Moabit hat dieses Jahr schon mehr als zwei Dutzend Prozesse gegen Mitglieder ausländischer Einbrecherbanden geführt. Diese Prozesse laufen meist so ab, dass die Verteidiger kurze Erklärungen vorlesen, worin die Angeklagten die Einbrüche gestehen. Weitere Fragen zum Tathergang beantworten die Täter wenn überhaupt, nur sehr spärlich.

Diese Verteidigungstaktik vor Gericht geschieht immer nach dem gleichen Muster. Daher geht die Polizei von Berlin und Brandenburg davon aus, dass die ausländischen Einbrecher von ihren Bandenchefs schon vorher ganz genaue Verhaltensregeln erhalten für den Fall, dass sie in Berlin beim Einbruch erwischt werden.

Bei der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe (GEG) der Berliner und Brandenburger Polizei sowie in den Fachdienststellen der beiden Landeskriminalämter ist man überzeugt, dass den Tätern schon bei der Einreise nach Deutschland gesagt wird, sie sollten im Fall einer Festnahme eisern schweigen. Man werde sich dann professionell um sie und ihre Familien kümmern.

Mafiöse Strukturen in der Berliner Einbrecherszene

Die ausländischen Einbrecher schweigen tatsächlich in fast allen Fällen. Daher wisse man wenig über die Strukturen der Banden und deren Hintermänner, zitiert die Berliner Morgenpost einen Ermittler. Das Landeskriminalamt (LKA) weiß immerhin, dass in einzelnen Städten und Regionen immer ein hochrangiges Bandenmitglied die Fäden zieht.

Dieser sogenannte Resident organisiert die Anreise der ausländische Einbrecher nach Berlin und ihre Unterkunft. Außerdem kümmert er sich nach dem erfolgreichen Einbruch um die Verwendung der Beute. Teils wird diese in Berlin an Hehler verkauft, teils über die Grenze Richtung Osten transportiert.

Die Residenten bleiben dabei stets im Hintergrund und beteiligen sich niemals selbst an den Einbrüchen. Daher sei ausgesprochen schwierig, ihnen etwas nachzuweisen, sagen Ermittler.

Einbrecher werden in speziellen Gebäuden trainiert

Einbrüche sind immer auch Versicherungsfälle. Doch die betroffenen Versicherungsgesellschaften können sich nicht mehr nur auf Polizei und Justiz verlassen. Stattdessen beauftragen sie in vielen Fällen private Ermittler mit der Aufklärung von Einbrüchen.

Die Detektei von Rainer Fuchs arbeitet schon seit vielen Jahren regelmäßig für Versicherungsgesellschaften. Der 47-Jährige ist ein ehemaliger Kriminalbeamter aus Hessen, wo er einige Einblicke in das Bandenwesen bekommen hat.

Geld spielt für die Banden keine Rolle, zitiert die Berliner Morgenpost den Detektiv. In den osteuropäischen Heimatländern der Bandenmitglieder existierten regelrechte Trainingsstätten, welche deutschen Einfamilien-, Reihen- und Mietshäusern nachempfundene sind.

Die Gebäude in diesen Trainingsstätten seien mit den besten Sicherungssystemen ausgestattet. Dort lernen die Einbrecher, wie man die verschiedenen Systeme überwindet und ausschaltet.

„Wer dann nach Deutschland oder in ein anderes west- oder nordeuropäisches Land kommt, ist fachlich topfit“, sagt Rainer Fuchs. Außerdem beschäftigen die ausländischen Banden eigene Computerexperten, die permanent neue Software zum Überwinden elektronischer Sicherungen entwickeln.

Aufklärungsquote 7 Prozent

In Berlin finden jedes Jahr rund 12.000 Einbrüche in Wohnungen statt. Im Jahr 2014 machten die Einbrecher in Berlin eine Beute von mehr als 43 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote liegt nach Angaben der Polizei bei rund 7 Prozent.

Die meisten Wohnungseinbrüche gibt es in Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin Mitte. Doch fast jeder zweite Einbruch scheitert. Denn entweder sind die Häuser oder Wohnungen gut gesichert. Oder die Täter werden bei ihren Einbruchsversuchen gestört. Vor allem Gelegenheitstäter geben auf, wenn sie nicht schnell eine Tür oder ein Fenster auf bekommen.

Der durchschnittliche Schaden pro gelungenem Einbruch lag im vergangenen Jahr bei 5.807 Euro. Doch in diesen Zahlen sind jene Schäden nicht enthalten, welche die Einbrecher durch die Zerstörung von Türen und Fenstern sowie durch Verwüstung verursachen.

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28 KOMMENTARE

  1. Wo soll es enden? Deutschland muß deutsch bleiben!! Die Ausläder, die wir seid jahrzehnten haben sind hier gerne gesehen. Das soll auch so bleiben!! Den Neuen und gefährlichen, sollten wir arme un beine brechen!!

  2. Mitternachtsschloßer ist bald ein überlaufener Beruf.Bald können die Bürger sich aussuchen , von welchen Landsmänner sie beklaut werden möchten.Das wird noch richtig eng an den Fenstern und Türen , bei der neuen Konkurrenz.

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