Bayerischer Unternehmer (32): So werden wir bestohlen!

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Benjamin Garherr, 32, Geschäftsführer und Gesellschafter einer bayersichen Dienstleistungsfirma, sagt, dass wir auch bei 6 Stunden Arbeit pro Tag gut leben könnten, wenn man die Fleißigen an der gestiegenen Arbeitsproduktivität beteiligen würde, was leider nicht der Fall ist. Er fühlt sich bestohlen (Foto: Facebook/Gegen den Strom)
Benjamin Garherr, 32, Geschäftsführer und Gesellschafter einer bayerischen Dienstleistungsfirma, sagt, dass wir auch bei 6 Stunden Arbeit pro Tag gut leben könnten, wenn man die Fleißigen an der gestiegenen Arbeitsproduktivität beteiligen würde, was leider nicht der Fall ist. Er fühlt sich bestohlen (Foto: Facebook/Gegen den Strom)

Benjamin Garherr (32) leitet seit drei Jahren im Bayerischen Altheim, einem Ortsteil von Essenbach, als Geschäftsführer seine eigene Dienstleistungsfirma Room44 GmbH. Mit der hilft er anderen Unternehmern bei der Analyse ihrer Warenbeschaffung, bei der Erstellung eines Businessplans für den Einkauf oder bei der Umstrukturierung ihrer Sourcingorganisation. Immerhin erwirtschaftete seine Firma schon im ersten Jahr des Bestehens einen Jahresgewinn von 17.456 Euro bei einem Umlaufvermögen von 48.000 Euro (2014).

Dennoch beklagt der Jungunternehmer auf seiner Facebookseite und in einem gestern veröffentlichen Youtube-Vido, dass es  für viele Menschen seiner Generation unbezahlbar geworden ist, eine Familie zu gründen. Weil sie nach seiner Meinung in großem Stil bestohlen werden. Hier die Analyse des Bayern:

So werden wir bestohlen!

Wir werden immer produktiver und dennoch können viele Menschen keine Familie gründen, weil es unbezahlbar geworden ist. Obwohl jede Arbeitsstunde heutzutage dank mehr Produktivität mehr wert ist, bekommt man weniger Geld. Wer holt sich das Geld? An wen geht es? Der Löwenanteil geht an Steuervermeider, an die Finanzindustrie, an Spekulanten und an Abzocker, die inzwischen derart viel Macht haben, dass sie ihre eigenen Gesetze schreiben können. Der Rest geht an Großkapitalisten und Immobilienbesitzer. Bitte teile dieses Video, wo es nur geht und kläre andere Menschen auf, dass hier der größte Raubzug aller Zeiten stattfindet.

Weniger als 6 Stunden am Tag arbeiten und dennoch eine Familie ernähren? Möglich wäre es. Aber leider werden wir bestohlen. Schauen wir uns das einfach mal näher an. 1960 lag der Durchschnittsjahresverdienst Brutto bei rund 3.144 Euro. Und das bei deutlich geringerer Abgabenlast als heute. Heute hingegen liegt der Durchschnittsjahresverdienst ungefähr Brutto bei 33.000 Euro. Verdienen wir also 10,6 Mal so viel wie die Arbeitnehmer aus 1960? Natürlich nicht. Wir müssen zuerst die Inflation abziehen. Hier sieht man deutlich, wie über die Jahre 100 Euro an Kaufkraft verloren haben. Wir kommen auf fast 80 Prozent Kaufkraftverlust innerhalb dieses Betrachtungszeitraumes. Und dass, obwohl wir die schöngerechneten offiziellen Statistiken verwenden. Was kosten die Dinge, die wir und nicht die Statistiker brauchen? Mit Inflationswerten, die die Welt der Menschen besser abbilden, würde man eher auf 85 bis 90 Prozent Kaufkraftverlust kommen. Aber bleiben wir bei den offiziellen Zahlen, um nicht in die Spekulation abzudriften.

Die heute gut 33.200 Euro Durchschnitts-Jahresbruttoeinkommen  sind nach Inflation nur noch 7.260 Euro wert. Im Schnitt verdient ein Bürger real das 2,3-Fache, was er in den 1960ern verdient hat. Aber nur nebenbei eingeworfen: Die Sozialabgaben sind heute prozentual wesentlich höher als noch 1960. Ist also der 2,3fache Bruttolohn, bei dem wir eigentlich die Inflation sehr optimistisch ansetzen und auch die höheren Abgaben nicht berücksichten, ein fairer Wert? Dieser Lohn wäre dann fair, wenn man das 2,3-Fache von 1960 auch erarbeiten würde. Aber wir sehen, dass die Arbeitsproduktivität deutlich anstieg. Irgendwie klar. Wir benutzen mehr und bessere Maschinen als je zuvor. Wir haben eine digitale und teilautomatisierte Wirtschaft. Bessere Prozesse. Und 4.0 steht vor der Tür. So verwundert es auch nicht, dass pro Arbeitszeit mehr Ausstoß rauskommt. Insgesamt hat sich die Produktivität seit dem Jahr 1960 um das 3,4-Fache erhöht. Wir bekommen aber für unsere Arbeit durchschnittlich nur  das 2,3-Fache von 1960. 

Wo ist also die Differenz hin?

Um die werden wir einfach betrogen und bestohlen. Nimmersatte Konzern, Lobbyisten, Superreiche und die Finanzindustrie üben erheblichen Druck auf die Politik aus, um Gesetze zu erlassen, die genau diesen Raub legal ermöglichen.

“Deutschland ist ein Supertanker, aber im Führerhäuschen sitzt nicht der Bundeskanzler, sondern da sitzen die Leute, die hier auf dem Podium sind.” Das sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank (heute Commerzbank) Ernst-Moritz Lipp während einer Rede zu 500 Finanzstrategen anno 1998.

Egal ob Steuervermeidung, Cum-Ex-Geschäfte, Steuersenkungen für Reiche bei gleichzeitiger Lastenerhöhung für die Allgemeinheit.  Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Früchte der Produktivität von fleißig nach reich zu verteilen. Wir werden einfach ausgeraubt. Und: Wie lange schauen wir noch zu? Henry Ford sagte: “Es ist gut, dass die Menschen das Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn würden sie es verstehen, dann hätten wir noch vor der Morgendämmerung eine Revolution.”

Warren Buffet sagte: “Es herrscht Klassenkrieg. Richtig. Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt. Und wir gewinnen.”

Quellen und Weiterführendes:

Entwicklung der Durchschnittsbruttoeinkommen:
https://de.statista.com/…/jahresarbeitslohn-in-deutschland…/

Über die Entwicklung der Produktivität (habe für das Video die Zahlen nach 2005 interpoliert)
https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t

Eine vorsichtige Kritik der offiziellen Inflationsstatistik:
http://www.focus.de/…/preise-irrtum-1-der-warenkorb_id_3441…

Jahresgenaue, öffentliche Inflationsraten:
https://de.statista.com/…/inflationsrate-in-deutschland-se…/

Was hat es mit dem legalen Cum-Ex Betrug auf sich?
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1749754761955979/

Eine allgemeine Übersicht über die soziale Ungleichheit mit zahlreichen Quellenangaben:
http://www.gds-news.de/…/soziale-gerechtigkeit-so-koennte-…/

Die EU steht gerne bereit, um dem Großkapital die nächsten Profite zu gewähren – natürlich zu Lasten der Bürger:
https://www.youtube.com/watch?v=r8QsOgtKBAI&feature=youtu.be

Wir verlieren jedes Jahr europaweit 1 Billion € an die Steuervermeider und Trickser:
http://www.spiegel.de/…/steuern-die-tricks-der-superreichen…

Die Anstalt klärt auf: Wie Lobbyinstitute uns für dumm verkaufen:
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1659183204346469/

Und wer noch immer glaubt, dass die Vermögen des Geldadels alle erfasst und damit bekannt wären:
https://www.diw.de/…/publi…/73/diw_01.c.496886.de/15-7-3.pdf

Wichtiger Vortrag über die soziale Ungerechtigkeit:
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1705183923079730/

Wie entwickelten sich eigentlich die Vermögen innerhalb der letzten Jahrzehnte?
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1750285188569603/

Die sieben reichsten Deutschen besitzen genauso viel, wie die ärmeren 40 Millionen (!!!):
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1689798817951574/

Der Einfluss der Lobbyisten Teil 1 – oder: Die Macht der Finanzindustrie:
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1682404885357634/

Der Einfluss der Lobbyisten Teil 2:
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1749754761955979/

Sahra Wagenknecht über unser Erbschaftssteuersystem:

Grundwissen über unser Geldsystem:
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1705879476343508/

Wie entsolidarisiert denkt man bei Goldman Sachs?
https://www.facebook.com/untengegenoben/photos/a.985552614867718.1073741827.985548264868153/1060840784005567/?type=3&theater

Ich erkläre, warum Steuersenkungen, in der Form, in der sie propagiert werden, die soziale Ungleichheit weiter verschärfen werden und nur den Reichen etwas bringen:
https://www.youtube.com/watch?v=9akemAZcwlw

Der IWF: Welche Funktion hat er beim großen Raubzug inne?
https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1708071382790984/

 

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7 KOMMENTARE

  1. Henry Ford sagte: „Es ist gut, dass die Menschen das Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn würden sie es verstehen, dann hätten wir noch vor der Morgendämmerung eine Revolution.“

  2. Hätte der gute mal in Gold investiert, so könnte er auch eine Familie ernähren. Wer 1996 seine DM in Gold getauscht hätte darf sich heute grob das Zehnfache in Euro freuen. Aber wer hat damals schon dran gedacht und Gold kann man nicht essen.

    Den Euro zwar auch nicht aber jedem soolte klar sein, dass dieser seinem Ende entgegen geht. Noch ist Gold relativ gesehen billig.

    • Wovon soll denn jemand mit dem o.g. Jahreseinkommen und Familie noch in Gold investieren?

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