Reportage
Wer soll wie viel Einkommenssteuer zahlen?
Nur 5 Prozent der Einwohner in Deutschland zahlen mehr als die Hälfte des gesamten Einkommensteuer-Aufkommens. Doch dies könnte sich nun ändern.

Wer in Deutschland im Jahr 2015 mehr als 216.386 Euro Brutto verdiente, der zählt zum obersten 1 Prozent von insgesamt rund 43 Millionen Einkommenssteuerzahler. Dies entspricht einem monatlichen Einkommen von gut 18.000 Euro.
Diese kleine Minderheit von Steuerpflichtigen zahlte im vergangenen Jahr 21,4 Prozent der gesamten Einkommensteuer, die der Staat von den Bürgern eingetrieben hat. Das zeigen die Zahlen des Bundesfinanzministeriums.
Wer mehr als 80.293 Euro Brutto verdiente, der zählt zu den obersten 10 Prozent der Steuerzahler. Dies entspricht einem monatlichen Einkommen von mindestens 6.691 Euro. Dieses Zehntel der Steuerpflichtigen zahlte 54,4 Prozent des gesamten Einkommensteuer-Aufkommens.
Wer im vergangenen Jahr maximal 20.309 Euro Brutto verdiente, der zählt zu den unteren 50 Prozent der Steuerzahler. Diese Hälfte der Steuerpflichtigen zahlte allerdings nur 5,5 Prozent der Einkommenssteuer.
5 Prozent zahlen mehr als die Hälfte der Einkommensteuer
Durch den hohen Zuzug von Flüchtlingen stieg der Zahl der Einwohner im letzten Jahr auf rund 82 Millionen. Davon zahlen aber rund 39 Millionen Personen überhaupt keine Einkommenssteuer.
Das heißt, 5 Prozent der Einwohner in Deutschland zahlen etwa die Hälfte des gesamten Einkommensteuer-Aufkommens. Vor diesem Hintergrund streiten die Bürger nun erneut Streit darüber, wer mehr oder weniger Steuern zahlen soll.
So sagen Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei, dass sie die Gutverdiener sie hingegen noch stärker besteuern wollen. Das sei „eine gerechte Beteiligung an dem, was wir von diesem Staat erwarten“, sagte etwa NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (63, SPD) im Deutschlandfunk.
Auf der anderen Seite wollen SPD, Grüne und Linkspartei die Gering- und Mittelverdiener entlasten. Der CDU-Wirtschaftsflügel hingegen will Entlastungen nicht nur für Gering- und Mittelverdiener, sondern auch für Gutverdiener.


