Reportage
Ökonom fordert einen Soli für die Eurozone
Der Ökonom Barry Eichengreen fordert eine Art Solidaritätszuschlag für die Eurozone. Das Geld solle in einem Fonds gesammelt und im Fall einer wirtschaftlichen Krise in die betroffenen Länder fließen.

Der amerikanische Ökonom Barry Eichengreen fordert eine neuartige Steuer für die Eurozone nach dem Vorbild des Solidaritätszuschlags. Die Einnahmen daraus sollten in einen zu schaffenden Euro-Solidaritätsfonds fließen.
„Sie können das einen europäischen Solidaritätszuschlag nennen“, sagte der Sohn einer Holocaust-Überlebenden gegenüber der WELT. „Das System würde sich nicht groß von dem unterscheiden, was die Bundesregierung nach der Wende in Deutschland gemacht hat.“
Das Geld aus dem Fonds solle im Fall einer wirtschaftlichen Krise, wenn etwa in einem Euro-Mitgliedsland die Arbeitslosigkeit rapide ansteigt, in die betroffenen Länder fließen. Es gehe dabei nicht um dauerhafte Transfers, so der Ökonom.
Ein Europäischer Währungsfonds (EWF), wie ihn jüngst auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen hatte, könnte nach Ansicht von Barry Eichengreen ein erster Schritt in diese Richtung sein.
„Wir brauchen einen europäischen Topf mit Geld, aus dem Krisenländer im Notfall Kredite bekommen“, so der Ökonom. Entscheidend sei aber, dass Hilfskredite mit Bedingungen verknüpft werden können. Dafür müsste der Fonds politisch unabhängig sein wie die EZB.


