Junge Juristin verzichtet auf Job bei AfD-Politiker

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Eigentlich wollte die junge Juristin Anna Krówka aus Berlin bei Markus Roscher arbeiten, in ihren Augen ein „Top-Anwalt“ mit viel Erfahrung. Und er hätte sie auch gern genommen. Doch dann stellte sie fest, dass er AfD-Politiker ist.

Anna Krówka Markus Roscher
Wenn die Politik nicht wäre, es hätte eine gute Zusammenarbeit werden können zwischen Anna Krówka und Markus Roscher. (Fotos: Facebook)

Markus Roscher ist Anwalt und AfD-Direktkandidat für die Bundestagswahlen am 24. September 2017 im Wahlkreis Paderborn/Gütersloh III in Nordrhein-Westfalen. Am Mittwoch schrieb er auf Facebook, dass eine junge Juristin einen festen Job bei ihm abgelehnt hatte.

Morgen wollte ich eine Rechtsanwältin (Berufsanfängerin) einstellen. Ok, die Examensnote 4+ war zwar äußerst mittelmäßig, aber ansonsten tolle Leistungen im Studium, in den Praktika und auch sonst hatte die Dame ein überzeugendes Auftreten.

Also habe ich den Arbeitsvertrag vorbereitet und wollte Donnerstag den für sie unschönen Zustand der Arbeitslosigkeit beenden. Das Anfangsgehalt orientierte sich an dem, was auch die Anwaltskammern als Gehalt für junge Rechtsanwälte und Berufsanfänger empfehlen.

Und dann bekomme ich heute eine E-Mail von der Dame, in der sie mir mitteilt, dass sie nicht für mich arbeiten kann, weil ich ja im September für die AfD kandidieren würde. Sie sei anderer politischer Ansicht.

Wörtlich heißt es in der Mail. „Ich möchte ganz ehrlich zu Ihnen sein, ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie mich als Berufsanfängerin eingestellt hätten und ich bin mir sicher, dass ich bei Ihnen auch jede Menge gelernt hätte, weil Sie jede Menge Erfahrung mit sich bringen und ein Top Anwalt sind. Allerdings kandidieren Sie jetzt im September für die AfD. Zwar interessiere ich mich nicht besonders für die Politik, nicht desto trotz teile ich aber auch nicht Ihre politische Meinung.“

Unglaublich!

Über den Vorgang wurde in den Medien berichtet. Es gab viel Lob für die junge Juristin. Und für den AfD-Anwalt gab es einen versuchten Einbruch in seine Kanzlei, den er über Facebook kommentierte.

Am Freitag outete sich die junge Juristin als Anna Krówka aus Berlin. Wie ihr Fast-Arbeitgeber Rechtsanwalt Markus Roscher nutzte auch sie das soziale Netzwerk Facebook, um ihre Absage des eigentlich sehr verlockenden Jobangebots aus ihrer Sicht zu erklären.

Heute möchte ich der Berufsanfängerin, Note: 4+, ein Gesicht geben. Weil es richtig ist, zu solch‘ schwierigen Zeit Gesicht zu zeigen. Um nicht weiter eingeschüchtert zu werden. Erst recht nicht von einem Twitter-Post oder von einer Abschlussnote!

Ich wollte in meinem Leben schon immer Strafverteidigerin werden und war überglücklich, als ich vor kurzem mein zweites juristisches Examen absolviert habe. Mir war bewusst, dass mir bei der derzeitigen Berufslage in Berlin wohl gleich die eine oder andere Tür vor der Nase zugeschlagen werden würde – und trotzdem startete ich mit großem Enthusiasmus verschickte meine ersten Initiativbewerbungen an zahlreiche Kanzleien in Berlin. Die ersten haben mir wie zu erwarten eine Absage erteilt, weil sie zurzeit keinen Bedarf an einer weiteren Rechtsanwältin hätten. Herr Roscher lud mich allerdings ein. Ich habe mich riesig gefreut.

Ich denke, ich bin nicht die einzige Berufsanfängerin, die sich erst im Zuge einer positiven Rückmeldung wirklich näher mit einem Unternehmen beschäftigt. Aber man lernt ja immer wieder dazu. Als ich anfing, mich über Herrn Roscher zu informieren, konzentrierte ich mich natürlich auf die Rechtsgebiete, mit denen er sich beschäftigt. Über seine Politikkarriere stolperte ich natürlich auch. Diese machte mich zwar stutzig, aber die Freude der Einladung überwog. Mit meiner Note konnte ich mir vielleicht auch nicht einfach einen Traumjob aussuchen.

Das Gespräch verlief zunächst ganz gut. Ins Grübeln brachte mich dann aber schlussendlich der folgende Moment: Nachdem wir über die polnische Herkunft meiner Eltern sprachen, äußerte er, dass er zwar traurig sei, dass ehemalige Teile Deutschlands nun zu Polen gehören, er aber jetzt seinen Frieden damit gefunden hat. Hat er das gerade wirklich gesagt?

Ziemlich enttäuscht kam ich nach dem Termin nach Hause und dachte nach. Muss ich mit einem Menschen, der so eine Aussage gegenüber mir geäußert hat, zusammenarbeiten? Ist es die Sache wert? Kann ich das moralisch vertreten? Nur weil ich eine Examensnote von 6,3 habe? NEIN!

Ich bin ohne Vorurteile in das Gespräch gegangen. Ich möchte mir immer selbst eine Meinung bilden. Es geht schließlich um die Menschen, die dahinter stehen. Die unsere Vertreter des Volkes sein sollen. Und da reichte mir ein Kennenlerngespräch mit Herrn Roscher, um mich fragen zu müssen: Wie erstklassig kann bitte eine Partei sein, wenn die Anhänger – zumindest von einem konnte ich mich jetzt schon einmal persönlich überzeugen – selbst keine Klasse besitzen?

Die Antwort von Markus Roscher auf diesen Facebook-Post von  Anna Krówka kam umgehend und wieder über die sozialen Netzwerke.

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53 KOMMENTARE

  1. Einen Job abzulehnen weil jemand eine andere politische Aussage zitiert.
    Sie sagte auch er hätte erwähnt, dass es schade ist, dass einige Teile nun nicht mehr zu Deutschland gehören.
    Wenn das rassistisch ist, waren es viele Leute. Meine Oma kam aus Ostpreußen. Dort hatten sie einen großen Hof. Als dort damals einmarschiert wurde, mussten sie über die Ostsee fliehen. Das waren hart arbeitende Leute, keine Mitglieder von Hitlers Armee. Die hatten alles verloren, konnten nicht mehr zurück, ihr Land gehörte ihnen nicht mehr. Sie hatte immer Bilder von dort und war ebenfalls traurig.
    Die Aussagen der ‚ Bewerberin ‚ …
    Soll froh sein, so eine Person nicht eingestellt zu haben .

    • Andrea,Andrea . Eigentlich hatte jeder, also wirklich JEDER, der aus Ostpreussen kam, einen großen Bauernhof oder eine Papierfabrik. Und keiner war Nazi. Und die, die noch Heute vom großdeutschen Reich träumen sind aller Wahrscheinlichkeit nach aufrechte Demokraten, die sich in der Afd treffen. Man, Andrea . Wer das glaubt, glaubt auch, dass Du eine der hellsten Birnen am Kronleuchter bist.

  2. Wie möchte denn diese Dame juristisch tätig werden, wenn sie offensichtlich noch nicht mal das Grundgesetz kennt? Und was wäre wohl geschehen, wenn sie der potentielle Arbeitgeber aufgrund ihrer politischen Weltanschauung nicht eingestellt hätte?
    Liebe Anna, lassen Sie das mit der Juristerei mal lieber sein…., ick gloobe, dat wird nix

    • Es finden sich sicher noch linksversiffte Anwälte, die Asylanten vertreten, die den Deutschen Staat verklagen. Dort kann sie sich ja dann mit den Moslems herumschlagen, hilft ihrer Kariere sicher mehr, als die Arbeit bei einem augenscheinlich renomierten Top-Strafverteidiger.

  3. Tja. Da hätte sie lernen können wie es läuft und wie man es den Job macht oder nicht macht. Asylrecht mal mit einer anderen Auslegung fehlt eigentlich im Spektrum. Und dem Arbeitsrecht fehlen auch mal ein paar Impulse was illegale Beschäftigung etc. angeht. Von Parteienrecht/Parteispenden, Umgang mit Verbänden and Friends ganz zu schweigen. SPON könnte ja mal ne Fleissarbeit abgeben (Praktikanten z.B. !!) mal ne Auflistung erstellen , was alles im Argen liegt. Klar, einige TopCoole finden alles OK. Aber dennoch mal ganz interessant. In der Wirtschaft heisst das Bilanz.

    • ist wahrscheinlich Enkel/in von einem ehrenwerten Stasi-Spitzel. So etwas ist einfach genetisch. Ihre Eltern werden stolz auf ihr Töchterlein sein. Nichts können, nichts wissen, nichts arbeiten. Nächstes Jahr im Dschungel Camp.

    • Gudrun Schmidt-Diehl
      Ihr Kommentar!

      Ach was für arme Kommentare ….

      Ach was für ein armer
      Artikel von
      Berlin Journal

      Morgen wird dann wieder gegen Trump gehetzt!

      Frau Schmidt-Diehl
      Das ist armselig.

      Was heißt Demokratie?

    • Liebe Frau Schmidt-Diehl von der SPD. Es gibt doch viele Juristen in Ihrer Partei. Vermitteln Sie doch diese junge Juristin an einen Ihrer Genoss*innen – an der richtigen Gesinnung bei ihr dürfte es doch nicht scheitern! Und die Bezahlung wird auch gut sein, wie Ihr neuer Vorsitzender Schulz ja jetzt fordert.

  4. Ich fasse den Vorgang so auf, dass die Dame ihre Ablehnung eines Anstellungsvertrages nicht etwa, so wie 99% aller, schriftlich und im privaten Rahmen ausführte, sondern dies öffentlich und unter Einbeziehung bestimmter Medien tat. Bedenkt man, dass dies in anderen Zusammenhänge eine Karriere beendet ehe sie begann, kann man sich nur wundern. Immerhin werden einige Kanzleien nun Bedenken mit einer Zusammenarbeit haben. Warum also diese Aktion?

  5. Wenn ein Jurist nicht bereit ist, Herausforderungen anzunehmen, nur Schonräume sucht, ist sie mit Sicherheit kein Verlust für den AfD- Mann…..

  6. Ich hatte schon ein paar Jobs in meinem Leben, aber wie mein Chef politisch ausgerichtet war hat mich nie interessiert, warum auch? Sieht mir eher nach einer geschickt inizierten Show der Ultralinken aus, die keine Möglichkeit auslassen naders denkende zu denunzieren. Ist wohl grad sehr in Mode.

    • Was für ein Mensch lehnt mit so einem Abschluss einen Traumjob ab nur weil der Chef ne andere politische Ausrichtung hat? Das kann nur ein Antifa sein, denn normal denkende Menschen würden darüber hinweg sehen oder gar nicht erst nachforschen. Und ein Antifa, der den Rechtsanwalt Rösch nicht kennt, der auch noch ein Bundestagsmandat anstrebt, nicht kennt???? Na kommt, wer soll dieses Märchen denn nun glauben??

  7. Diese junge Juristin hat schon verstanden, worauf es heute ankommt. Die richtige Gesinnung und nicht die Gerechtigkeit. Ihrer politischen Karriere steht nichts im Wege.

  8. Ist doch gut. So sortieren sich die Idioten selbst aus!
    Denen sollte dann auch gleich die Staatsbürgerschaft entzogen werden und anschließend des Landes verweisen. So einen Abschaum hat Deutschland nicht verdient und schon gar nicht nötig.

  9. für mich gibt es nur 3 Punkte: 1. Sie ist eine dumme Gans ! 2.Die AfD ist keine ansteckende Krankheit ! Und 3. Hochlügen ist genau so verwerflich ,wie hoch schlafen !

  10. Ach die Arme, die wäre beim Anwalt wohl auch fehl am Platz, da müsste sie hart arbeiten und käme weder zum posieren vor der Kamera, noch könnte sie sich wichtig machen. Die hat nur in letzer Sekunde gemerkt

  11. Ach die Arme, die wäre beim Anwalt wohl auch fehl am Platz, da müsste sie hart arbeiten und käme weder zum posieren vor der Kamera, noch könnte sie sich wichtig machen. Die hat nur in letzer Sekunde gemerkt

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