Reportage
Russland startet landesweite Übung für einen Atomkrieg
Russland hat eine landesweite Übung gestartet, an der 40 Millionen Bürger teilnehmen werden. Das Land bereitet sich damit auf einen möglichen Atomkrieg mit den USA vor. Der Stellvertreterkrieg in Syrien droht zu eskalieren.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland haben sich wegen des Stellvertreterkriegs in Syrien massiv verschlechtert. US-Außenminister John Kerry hat die Syrien-Verhandlungen mit Russland beendet. Kurz zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin den bilateralen Vertrag zur Beseitigung von Plutonium ausgesetzt.
Heute nun startet Russlands Ministerium für Zivilverteidigung eine viertägige Übung, an der 40 Millionen russische Bürger sowie 200.000 Spezialisten der Notrettungsdivisionen teilnehmen. Die Übung trägt den Titel „Organisation der Zivilverteidigung während großer natürlicher und vom Menschen verursachter Katastrophen in der Russischen Föderation“.
Russland trainiert für den Atomkrieg
Vom 4. bis 7. Oktober werde man testen, wie die Bevölkerung auf eine Katastrophe reagiert, sagte Oleg Manuilov vom Zivilverteidigungsministerium. Getestet würden auch Maßnahmen zum „Strahlungs-, Chemie- und Biologieschutz“. Offenbar handelt es sich um Russlands größte Übung in Vorbereitung auf einen Atomkrieg seit dem Ende des Kalten Krieges.
Der Zeitpunkt für die Massenübung erklärt sich aus den wachsenden Spannungen zwischen Russland und den USA im Syrienkrieg. US-General Joseph Dunford hat gewarnt, dass die von Außenminister John Kerry vorgeschlagene Flugverbotszone einen Dritten Weltkrieg zur Folge hätte.
Flugverbotszone in Syrien bedeutet Krieg USA gegen Russland
Während seines Berichts vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats in der letzten Woche wurde Joseph Dunford von Senator Roger Wicker gefragt, was er über die geplante Flugverbotszone in Syrien denkt. Der Vier-Sterne-General sagte:
„Wenn wir jetzt den gesamten Luftraum von Syrien kontrollieren wollen, dann müssen wir einen Krieg gegen Syrien und Russland starten. Das ist eine ziemlich grundlegende Entscheidung, die ich jedenfalls nicht treffen werde.“
Auch die frühere Außenministerin Hillary Clinton setzt sich seit Oktober letzten Jahres vehement für eine Flugverbotszone in Syrien ein. Grund ist die Unterstützung der russischen Luftwaffe für die syrische Regierung im Kampf gegen Terroristen. Doch John Kerry und Hillary Clinton stehen mit ihrer Forderung nach einer Flugverbotszone nicht allein.
Bereits im Juni berichtete das Wall Street Journal, dass mehr als 50 US-Diplomaten in einer gemeinsamen Erklärung von Präsident Barack Obama ein militärisches Vorgehen gegen Syrien verlangten. Als Maßnahmen nannten sie eine Flugverbotszone oder einen direkten Angriff auf die syrische Regierung.


