Putin: Anti-Russland-Hysterie ist wie Antisemitismus

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Putin kritisiert die anhaltenden Vorwürfe, dass Russland die US-Wahlen manipuliert habe. Nur Idioten gäben anderen die Schuld für die eigenen Fehler. Zudem begrüßte er den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen.

Russlands Präsident Putin zieht Parallelen zwischen der anhaltenden Anti-Russland-Hysterie in den USA und dem Antisemitismus. (Screenshot: YouTube)
Russlands Präsident Putin zieht Parallelen zwischen der anhaltenden Anti-Russland-Hysterie in den USA und dem Antisemitismus. (Screenshot: YouTube)

Zwar gibt es auch weiterhin keine Beweise. Doch die Vorwürfe von Journalisten und Politikern reißen trotzdem nicht ab. Sie behaupten noch immer, Russland habe die Präsidentschaftswahlen in den USA am 8. November 2016 zugunsten von Donald Trump manipuliert.

Auf einem Wirtschaftsforum am Freitag in Sankt Petersburg drehte Russlands Präsident Wladimir Putin den Spieß nun um. Es gebe eine „plumpe und systematische“ weitverbreitete Einmischung in russische Angelegenheiten durch amerikanische Spione, zitiert ihn Fox News.

Die anhaltenden Untersuchungen zu Russlands angeblichen Versuchen, zusammen mit dem Wahlkampfteam von Donald Trump die Wahlen zu beeinflussen, seien reine „Hysterie“. Er verglich die Stimmungsmache gegen Russland in den USA mit dem Antisemitismus.

„Das ist, wie wenn man den Juden für alles die Schuld gibt“, sagte Wladimir Putin. Ein Idiot sei unfähig und mache daher die Juden für alles verantwortlich. „Aber wir wissen, wohin solche Einstellungen führen. Sie enden nicht gut“, zitiert ihn Newsweek

Doch nach Ansicht von Wladimir Putin ist nicht Russland Schuld daran, dass Hillary Clinton die Präsidentschaftswahl im November verloren hat, sondern die Kandidatin selbst sowie ihre Demokratische Partei.

Auf Fragen von Journalisten zu Treffen zwischen Mitarbeitern im Wahlkampf-Team von Donald Trump und dem russischen Diplomaten Sergey Kislyak sagte Putin: „Unser Botschafter hat sich also mit Leuten getroffen. Das ist sein Job. Dafür bezahlen wir ihn.“

Anfang der Woche hatte der russische Präsident bereits gesagt, dass sein Land keine Hacker damit beauftragt hat, die US-Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen. Es sei aber gut möglich, dass russische „Patrioten“ auf eigene Faust vorgegangen sind.

Am Freitag fügte Putin hinzu, dass die IP-Adressen, die angeblich russischen Hackern zugeordnet werden können, leicht manipuliert werden können und keinen Beweis darstellen. „Ein Dreijähriger kann so einen Angriff ausführen.“

Während die meisten anderen führenden Politiker Welt den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen verurteilten, rief Putin laut RT zur Mäßigung auf. Es bestehe deshalb kein Grund zur Panik. „Don’t worry, be happy!“, sagte er auf Englisch, und dann scherzte er:

Es geht darum, eine Änderung der Temperatur um zwei Grad zu verhindern, aber irgendwie merken wir hier [in Sankt Petersburg] noch gar nicht, dass die Temperatur steigt.

Wir sollten Präsident Trump dankbar sein. In Moskau regnet es und es ist kalt, sogar etwas Schnee, sagen sie. Das könnten wir jetzt natürlich alles auf den amerikanischen Imperialismus schieben, dass alles deren Schuld ist. Aber das machen wir nicht.

Außerdem sagte Putin, er hoffe, dass die USA ihre Sanktionen gegen sein Land irgendwann wieder aufheben. Allerdings hätten diese einen ungeahnten positiven Effekt gehabt. „Wir mussten unseren Verstand nutzen und konnten uns nicht auf die Öl- und Gas-Dollar verlassen.“

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