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Reportage

Eltern und Lehrer fordern Handy-Verbot an Schulen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Pokémon Go Handy-Verbot an Schulen
Eltern und Lehrer fürchten, dass der Unterricht weniger interessant ist als Pokémon Go.

Weil derzeit so viele Schüler Pokémon Go spielen, fordern Eltern und Lehrer ein Handy-Verbot an Schulen. Die Jagd auf die virtuellen Monster würde die Schüler sonst vom Unterricht ablenken.

Pokémon Go Handy-Verbot an Schulen
Eltern und Lehrer fürchten, dass der Unterricht weniger interessant sein könnte als Pokémon Go.

Eltern und Lehrer wollen verhindern, dass Kinder und Jugendliche in den Schulen Pokémon-Monster jagen. Deshalb fordern sie zum Start des neuen Schuljahres ein Handy-Verbot an Schulen.

„Ich befürchte, da kommt was auf uns zu“, zitiert die Rheinische Post Thorsten Bremer. Der 36-Jährige ist Oberstufen-Koordinator an einem Gymnasium in Köln. Er wisse von vielen Schülern, „dass sie zum Teil in den Sommerferien gar nichts anderes gemacht haben als das“.

Der Pädagoge erwartet, dass die Schüler mit dem Pokémon-Spielen nach den Ferien nicht plötzlich aufhören, nur weil Schule ist. In seinem Kollegium diskutiere man seit Tagen darüber, wie man zum Unterrichtsbeginn mit dem Thema umgehen soll.

Pädagogen und Eltern fordern Handy-Verbot an Schulen

Nach Ansicht von Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes in Nordrhein-Westfalen, ist das Spiel wie eine Sucht und lenkt die Schüler ab. „Darum sollte es vor Unterrichtsbeginn und in den Pausen – solange es das Phänomen gibt – ein Nutzungsverbot für Smartphones geben.“ Lehrer- und Schulkonferenzen müssten dazu Strategien entwickeln.

Regine Schwarzhoff, Landesvorsitzende des Elternvereins, spricht sich ebenfalls für ein Handy-Verbot in Schulen aus. Die Schüler sollten erst gar nicht die Möglichkeit haben, Pokémon Go zu spielen.

„Entscheidend ist aber auch, dass die Eltern ihre Kinder darauf hinweisen. Dass sie ihnen deutlich sagen und erklären, dass Smartphones in der Schule nichts zu suchen haben.“ Schwarzhof kritisiert, dass jede Schule selbst über ein Handyverbot entscheiden kann. Notwendig sei „ein einheitliches Gesetz für alle“.

Die Schulen hatten zunächst gehofft, dass die Begeisterung für „Pokémon Go“ bis zum Schulstart längst vorüber ist. Doch das Spiel gewinnt noch immer täglich neue Spieler hinzu. Diese gehen mit ihrem Handy in der realen Welt auf die Suche nach virtuellen Monstern, die sie einfangen, trainieren und gegeneinander kämpfen lassen.

Letzteres macht man in virtuellen Arenen, die es in jeder Stadt an mehreren Orten gibt. Neben diesen Arenen gibt es die sogenannten Pokéstops, wo man Dinge einsammeln kann, die man für das Spiel benötigt.

Polizei warnt alle Verkehrsteilnehmer

Beim Spielen vergessen viele Spieler völlig die Umgebung um sie herum. Deshalb sind Polizei und Verkehrswacht gerade zum Schulstart besorgt wegen der Sicherheit auf dem Schulweg. Burkhard Nipper ist Geschäftsführender Direktor der Landesverkehrswacht NRW. Er sagt:

„Aus unserer Sicht ist das Spiel problematisch, weil die Spieler oft plötzlich und unvermittelt loslaufen, ihre Richtungen ändern, ohne dabei auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu achten.“

„Das fängt schon auf dem Gehweg an. Wenn die Spieler andere Fußgänger anrempeln oder über den Haufen laufen und Einfahrten, aus denen Autos kommen, nicht mehr wahrnehmen. Das ist sehr gefährlich.“

Deshalb müssten zum Schulstart vor allem motorisierte Verkehrsteilnehmer besonders auf Kinder und Jugendliche achten, die ihren Blick nur auf ihr Handy richten, sagt Burkhard Nipper. Bayern hat bereits Warnhinweise mit dem Titel: „Lebensgefahr! Pokémon Go“ an die Gymnasien verschickt. Darin werden Eltern und Lehrer über die Gefahren des Spiels informiert.

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