Reportage
AfD-Abspaltungen in mehreren Bundesländern
Nach dem überraschenden Abgang von Parteichefin Frauke Petry folgen ihr AfD-Politiker in mehreren Bundesländern, darunter auch ihr Ehemann Marcus Pretzell in NRW sowie Landtagsabgeordnete in Sachsen und MV.

Zwei Tage nach dem Wahlerfolg der AfD ist am Dienstag die neue Bundestagsfraktion zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Dabei fehlte allerdings Parteichefin Frauke Petry, wie sie dies überraschend am Montag angekündigt hatte. Zudem teilte sie in Dresden den Austritt aus der Partei mit, jedoch ohne dafür einen genauen Zeitpunkt zu nennen.
Aus Teilnehmerkreisen hieß es, bis auf Frauke Petry seien alle gewählten AfD-Abgeordneten im Bundestag erschienen. Nach Angaben von Alice Weidel, die im Wahlkampf gemeinsam mit Alexander Gauland das AfD-Spitzenteam gebildet hatte, gibt es bisher keine weiteren Abtrünnigen.
Um eine eigene Fraktion im Bundestag zu begründen, würde Frauke Petry mindestens 35 Abgeordnete auf ihre Seite ziehen müssen. Von den 14 bayerischen AfD-Abgeordneten will keiner die Fraktion verlassen, zitiert die Berliner Morgenpost den frisch gewählten Leiter der AfD-Landesgruppe im Bundestag, Martin Hebner.
in Mecklenburg-Vorpommern hingegen hatte sich bereits am Montag kurz nach Petrys Ankündigung die AfD-Landtagsfraktion gespalten. Vier der 18 Abgeordneten gründeten eine neue Fraktion mit dem Namen „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ (BMV), sagte Fraktionsgeschäftsführer Christian Hirsch.
In Sachsen legte Petry zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Kirsten Muster ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Landtag nieder. Mit „Ablauf des heutigen Tages“ würden alle drei zudem aus der Fraktion austreten, aber weiter ihre Mandate als Einzelabgeordnete behalten, hieß es.
Auch Marcus Pretzell will AfD verlassen
Auch Marcus Pretzell, Petrys Ehemann und Vater ihres Kindes, will Partei und Fraktion verlassen. Er ist Vorsitzender und Fraktionschef der AfD in Nordrhein-Westfalen. Seinen Rückzug habe er für die nächste Fraktionssitzung angekündigt, sagte AfD-Fraktionssprecher Michael Schwarzer am Dienstag in Düsseldorf.
Marcus Pretzell habe seinen Rückzug mit seiner „pessimistischen Einschätzung über den Zustand der Partei“ begründet, sagte der Sprecher weiter. Er wolle sein Mandat im Landtag behalten. Zusammen mit Pretzell wolle auch der Abgeordnete Alexander Langguth die AfD-Fraktion verlassen.


