Reportage
Niederländer haben Rutte-Regierung abgewählt
Die Partei von Premier Mark Rutte und der sozialdemokratische Koalitionspartner wurden abgewählt. Sie haben die Hälfte ihrer Sitze im Parlament verloren. Doch auch die PVV von Geert Wilders enttäuscht die Erwartungen.

Laut ersten Hochrechnungen der Parlamentswahl in den Niederlanden wurde die Regierung von Premier Mark Rutte abgewählt. Zwar hat seine Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) nur zehn Sitze verloren und ist weiter die stärkste Partei. Doch sein Koalitionspartner, die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PvdA), verzeichnet historische Verluste.
- VVD 31 Sitze (-10)
- PVV 19 Sitze (+4)
- CDA 19 Sitze (+6)
- D66 19 Sitze (+7)
- GroenLinks 16 Sitze (+12)
- SP 14 Sitze (-1)
- PvdA 9 Sitze (-29)
- ChristenUnie 6 Sitze (+1)
- Partij for de Dieren 5 Sitze (+3)
- 50Plus 4 Sitze (+2)
- SGP 3 Sitze (0)
- Denk 3 Sitze (+3)
- Forum voor Democratie 2 Sitze (+2)
Die PVV von Geert Wilders konnte das Ergebnis der vorigen Wahl im Jahr 2012 entgegen den Wahlprognosen nur leicht verbessern und erreichte 19 Sitze. Gleichauf mit ihm sind nach der Prognose des niederländischen Fernsehens vom Mittwochabend die Christdemokraten (CDA) und Linksliberalen (D66).
Die Grünen (GroenLinks) steigerten sich deutlich von vier Sitzen auf 16 Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent und somit deutlich höher als bei der letzten Wahl, als sich nur knapp 75 Prozent der etwa 13 Millionen Stimmberechtigten beteiligt hatten.
Insgesamt haben es laut den ersten Hochrechnungen 13 Parteien ins Parlament geschafft und teilen sie die insgesamt 150 Sitze. Das ist eine bescheidene Größe im Vergleich zum Bundestag, der bei der kommenden Wahl am 24. September voraussichtlich über 700 Abgeordnete bekommt. In den Niederlanden existiert keine Fünf-Prozent-Hürde.


