Marc Friedrich: Wir brauchen eine Revolution wie in Leipzig 1989

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Die Krisen unserer Zeit sind in bestimmten Kreisen gewollt, sagt Finanzautor Marc Friedrich im Interview mit dem Berlin Journal. Denn unter dem Deckmantel der Krisen wird das Geld so einfach wie nie zuvor in der Geschichte von unten nach oben umverteilt. Der Wandel müsse vom Volk kommen, so wie in Leipzig 1989.

Marc Friedrich Leipzig 1989
Montagsdemonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989 (Screenshot: YouTube/Aram Radomski)

Berlin Journal: Herr Friedrich, an wen richtet sich Ihr neues Buch „Kapitalfehler“?

Marc Friedrich: An alle – wirklich alle! Nicht nur an Leser, die sich für die Ursachen und Hintergründe der Krise sowie für Lösungsmöglichkeiten der gegenwärtigen Krise interessieren, sondern auch für Laien und diejenigen, die eigentlich kein Interesse an der Thematik haben. Aber genau aus diesem Grund schreiben wir alle Bücher so, daß es jeder verstehen kann. Gewürzt mit Witz, Humor und Beispielen aus dem wahren Leben.

Fakt ist: Wir alle, ob wir wollen oder nicht, sind Opfer der Krisen und zahlen jetzt schon in Form von Nullzins und Enteignung dafür. Nie war es wichtiger, sich zu informieren, um sich und sein Vermögen zu schützen.

Berlin Journal: In Ihrem letzten Buch „Der Crash ist die Lösung“ haben Sie etwa die Minuszinsen für Banken und die Absenkung des Garantiezins bei den Lebensversicherungen richtig vorhergesagt. Halten Sie auch an Ihrer Prognose fest, dass der wahre Crash erst noch kommt?

Marc Friedrich: Ja, mehr denn je! Denn die Krise wurde keinesfalls gelöst, sondern der Crash wurde lediglich mit sehr viel Geld in die Zukunft verschoben. Je länger wir an dem falsch gestrickten Geldsystem festhalten und die Krise in die Zukunft verschieben, desto größer werden die Kollateralschäden – monetär und gesellschaftlich. Dies ist jetzt schon deutlich zu erkennen. Nach wie vor wird auf globaler Ebene versucht, Schulden mit Schulden zu bezahlen, was weder nachhaltig ist, noch auf Dauer funktioniert.

Verzweifelt bekämpfen die Notenbanken die Krise mit historisch niedrigen Zinsen – also mit einer Flut von billigem Geld. Mit dem Ziel, das Geldkarussell am Laufen zu halten, pumpen Staaten und Notenbanken weiterhin Hunderte von Milliarden in ein völlig marodes Finanzsystem. Die Notenbanken, die Brandstifter und Feuerwehr in einem sind, verkennen dabei, dass es gerade die niedrigen Zinsen gewesen sind, die die letzte Krise mit verursacht haben.

Marc Friedrich: Das System kann nicht überleben

marc friedrich interview berlin journal

Durch eine aus dem Ruder gelaufene irrsinnige Notenbankpolitik wurden die Aktienmärkte global enorm aufgebläht. Abermals entstehen durch das viele billige Geld Blasen an den Immobilien-, Aktien- und Anleihenmärkten. Inzwischen sind die Märkte dermaßen abhängig vom billigen Geld, dass sich niemand mehr traut, ihnen die Droge Geld zu entziehen.

Unser Finanzsystem hat eine mathematisch begrenzte Lebensdauer und das Haltbarkeitsdatum hierfür ist 2008 abgelaufen und wird seitdem mit demokratisch fragwürdigen Entscheidungen und Billionen an Steuergeldern künstlich am Leben erhalten. Aber der Patient wird leider die Rosskur nicht überleben, und die Menschen werden erst die richtigen Konsequenzen ziehen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Leider!

Berlin Journal: Was betrachten Sie seit Ihrem letzten Buch als Ihre wichtigste neue Erkenntnis?

Marc Friedrich: Daß die Krisen in bestimmten Kreisen willkommen und sogar gewollt sind. Nie war es einfacher Steuergelder zu entfremden und nach oben zu transferieren, unter dem Deckmantel der Krisen wurden Gesetze und Maßnahmen verabschiedet, die unter normalen Umständen niemals durchgegangen wären, und noch niemals in der Geschichte der Menschheit sind die Reichen in wenigen Jahren reicher geworden als seit 2008 – im Schnitt um über 60 Prozent! Zusätzlich das Erkennen, daß alles in Zyklen abläuft.

Berlin Journal: Sie erwarten von der Politik keine Lösung unserer Probleme, auch nicht von neuen Parteien wie der rechten AfD oder der linken Syriza in Griechenland. Stattdessen sagen Sie, dass nur eine Revolution einen Wandel herbeiführen kann. Macht Ihnen das nicht Angst?

Marc Friedrich: Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Wir hoffen immer noch, dass die Eliten aus Politik und Wirtschaft endlich erkennen, dass es zielführender ist, das System kontrolliert herunterzufahren. Sollten die Eliten nicht zu dieser Erkenntnis kommen, dann wird es auf allen Seiten sehr viele Verlierer geben. Wir sehen ja, daß weder linke, rechte oder in der Mitte angeordnete Parteien den notwendigen Wandel herbeiführen.

Wandel von unten wie in Leipzig 1989

Keiner traut sich an die wahren Ursachen der Krisen heran. Den Grund hierfür haben wir im Buch auch herausgearbeitet. Wir glauben leider nicht daran, dass der Wandel von oben initiiert wird, sondern, wie immer in der Geschichte der Menschheit, von unten, vom Volk kommt. So wie 1989 in Leipzig. Hoffentlich friedlich und demokratisch.

Berlin Journal: Vor dem Hintergrund des noch immer drohenden Crashs im Finanzsystem, was ist der größte Fehler, den der normale Bürger bei seinen Finanzen unbedingt vermeiden sollte?

Marc Friedrich: Keine Schulden zu machen und nur in Sachen investieren die man anfassen kann und vor allem versteht. Die meisten Kunden, die zu uns in die Beratung kommen, haben Sachen im Portfolio, wo sie weder den Namen aussprechen können, noch erklären können, was das Produkt ist. Und das ist suboptimal. Nie war es essentieller, sich um sein Vermögen aktiv zu kümmern. Ansonsten wird mal überproportional verlieren.

Und nie vergessen: Wer Schulden hat, ist niemals frei. Nach Währungsreformen wurden Gutenhaben zumeist unterschiedlich behandelt. Aus diesem Grunde heißt es mehr denn je: Man kann sich nur das kaufen, was man sich auch leisten kann. Leider kaufen sich heute viel zu viele Menschen Dinge (Immobilien, Autos, Fernsehgeräte…), die sie sich eigentlich gar nicht leisten können.

marc friedrich matthias weik bücher
Das neue Buch der Finanzexperten Marc Friedrich und Matthias Weik heißt „Kapitalfehler“.

Berlin Journal: Sie loben in ihrem neuen Buch die Väter der sozialen Marktwirtschaft. Was ist das Wichtigste, das wir von ihnen neu lernen müssen?

Marc Friedrich: Wir müssen und können jetzt noch die Kuh vom Glatteis holen, bevor es zu spät ist. Wir brauchen die antizyklische Kapitalmarktkontrolle. Wir können alle Branchen deregulieren, nur eine nicht und das ist die Finanzbranche! Wenn diese dereguliert ist, führt es zu Exzessen und Krisen wie 2008. Der Neoliberalismus hat es dem Finanzkapitalismus ermöglicht, den Realkapitalismus zu kapern und ohne Rücksicht auf Verlust auszuquetschen.

Der Staat, mit tugendhaften Politikern, muss endlich die Finanzmärkte streng regulieren und sozialpolitische Korrekturen vornehmen und die alles zerstörende Ungerechtigkeit beenden. Es kann nicht sein, dass Unternehmen als erfolgreich gelten:

  • wenn sie die Gewinne größtenteils an die Aktionäre auszuschütten, anstatt sie zu re-investieren
  • wenn sie Arbeitnehmer entlassen und dafür die Anzahl der Leiharbeiter erhöht wird, anstatt ihre Arbeitnehmer fair behandeln und fair bezahlen,
  • wenn sie sich mit Hilfe teurer Berater vor Steuern drücken und die zusammengerafften Milliardengewinne in Steueroasen bunkern, anstatt nachhaltig zu wirtschaften und sich an Recht und Gesetz und an Umweltauflagen zu halten

Da aber alle Staaten der Welt Schulden haben und immer neue Schulden machen und diese zu über 90 Prozent von der Finanzbranche gekauft werden, wird sich nichts ändern. Denn der Gläubiger bestimmt, wo es lang geht, und nicht der Schuldner. Mehr denn je wird klar: Geld regiert die Welt!

Berlin Journal: Ihre Lösung für die wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit ist ein „vernünftiger Kapitalismus“. Wie können Sie jemandem kurz erklären, was Sie darunter verstehen?

Marc Friedrich: Der Kapitalismus hat in den letzten 300 Jahren unglaublich viel Wohlstand und Fortschritt geschaffen wie kein anderes System. Destruktiv sind aber der pervertierte Finanzkapitalismus sowie unser ungerechtes Finanzsystem, welche nur einigen wenigen dienen.

Im Zuge des Neoliberalismus wurde uns die Deregulierung so verkauft: Wenn es den Oberen gut geht, dann wird der Wohlstand im Trickle-down-Effekt auf die unteren fließen. Seit 30 Jahren wurde aus dem Fließen ein Tröpfeln und schließlich eine Dammschicht gezogen, so daß der Wohlstand oben verbleibt und die Mittel- und Unterschicht immer schneller im Hamsterrad rennen müssen. Der Vermögenstransfer von unten, der Mitte und oben nach ganz oben lief noch nie geschmierter!

Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach ganz schlechter Kapitalismus, denn er verteilt das globale Investitionskapital, die Mittel zur Finanzierung aller öffentlichen Güter sowie die verfügbaren Einkommen auf die denkbar schlechteste Weise. Über neun Zehntel des Geldes auf der Welt kursieren ausschließlich innerhalb des Finanzsektors. Es ist in einem Maße, das selbst Marx sich in seinen kühnsten Albträumen nicht hätte ausmalen können, „Geld heckendes Geld“.

Ohne längere Umwege in die Realwirtschaft von Gütern und Dienstleistungen produziert es in der Sphäre reiner Spekulation regelmäßig Klumpenrisiken und Kreditblasen gigantischen Ausmaßes. Wir müssen die Steueroasen weltweit trocken legen, das Geldsystem radikal reformieren und die Finanzbranche an die Kandare nehmen. Ansonsten ist die nächste und finale Krise vorprogrammiert.

marc friedrich matthias weik
Marc Friedrich und Matthias Weik gehören zu den erfolgreichsten Finanzautoren Deutschlands. (Foto: Christian Stehle, Asperg)

Die beiden Finanzexperten und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich haben mit „Der größte Raubzug der Geschichte“ und „Der Crash ist die Lösung“ zwei der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher der letzten Jahre verfasst. Beide Bücher waren drei Jahre lang auf allen relevanten Bestsellerlisten vertreten. Viele ihrer Prognose sind in der Zwischenzeit eingetroffen. Ihr drittes Buch „Kapitalfehler“ erschien am 13. Mai 2016 und ist ebenfalls jetzt schon ein Bestseller. Mehr Informationen unter: www.friedrich-weik.de

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28 KOMMENTARE

  1. Organisatoren von öffentlichem Protest hätten es sehr schwer. Jegliche Kritik wird diskreditiert und sofort einer gaaanz bösen politischen Ecke zugeordnet. Öffentliche Bekenntnis zu Kritik ist nicht unproblematisch. Auch gibt es noch wenig Prominente und Personen des öffentl. Lebens, die Bedenken zur jetzigen Politik offen vertreten. Gleichzeitig schreien genau diese Leute aber auch nicht alle hurra. Stille Zurückhaltung, keine Äußerungen, Abwarten. So geht es nicht wenigen.

  2. Das ist scho lange überfällig. Dann heißt es wiede die Nazis, die Rechten die Braunen.
    Ne,das wären besorgte Deutsche, und keine linken Bazillen , Heuchler und drogenabhängige Grünen.
    Die Masse macht es,dann könnte man etwas bewegen.

  3. Das ist eines der besten Interviews seit langem! Gefüllt mit wahren Worten und Mut!
    Danke!

    Das Buch habe ich soeben bestellt und ich bin gespannt.
    So etwas muss unterstützt werden.

  4. Sie wird kommen, wenn der deutsche 08 15 Michel sich nicht mehr regelmäßig sein neues Auto kaufen kann, statt Salami auf Dauerkekse zurück greifen muss, spätestens aber wenn er sich nicht mehr seine eigene Bude leisten kann.

  5. Verbreitet dieses geniale Interview. Der Mann hat mit jedem Satz recht. Wieso sitzt der nicht bei Ard und Zdf in der ersten Reihe??? Oder noch besser im Bundestag. Endlich mal ein Realist der Mut hat die Dinge auszusprechen.

    Habe nun auch die Videos von ihm gegoogelt – guter Mann! Weiter so und bitte mehr davon!

    https://www.youtube.com/watch?v=sL8IqnhIIY4

    http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/friedrich-marc-und-weik-matthias-finanzexperten-und-bestsellerautoren/-/id=1895042/did=17325562/nid=1895042/ushg4q/index.html

    viele weitere im netz!

  6. Man kann den Kapitalismus nicht dadurch reinwaschen, in dem man den „bösen“ Finanzkapitalismus bekämpft. Das jetzige Finanzsystem ist nur das sichtbare Zeichen eines kranken Wirtschaftssystems namens Kapitalismus. Die sogenannte „soziale Marktwirtschaft “ ist eine reine Illusion. Der Kapitalismus, in welcher Form er auch immer auftritt, dient schlussendlich nur dazu, dass sich eine kleine Gruppe auf Kosten der großen Masse bereichern kann. Wir brauchen keine Revolution um diesen Unsinn zu retten, sondern dafür, um ihn für immer auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.

  7. Man kann den Kapitalismus nicht dadurch reinwaschen, in dem man den „bösen“ Finanzkapitalismus bekämpft. Das jetzige Finanzsystem ist nur das sichtbare Zeichen eines kranken Wirtschaftssystems namens Kapitalismus. Die sogenannte „soziale Marktwirtschaft “ ist eine reine Illusion. Der Kapitalismus, in welcher Form er auch immer auftritt, dient schlussendlich nur dazu, dass sich eine kleine Gruppe auf Kosten der großen Masse bereichern kann. Wir brauchen keine Revolution um diesen Unsinn zu retten, sondern dafür, um ihn für immer auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.

  8. DIESE “ bunten“ Eliten wollen unbedingt weiter…koste es, was es wolle.

    Die Zeit des Abwählen ist abgelaufen wie Schottland, Österreich gezeigt haben mit ihren „sozialistischen Tugend-Ergebnisse“.
    Auf oberste Richter ist ebenso wenig Verlass (GEZ), wie unseren Bundesgauckler, der selbst öffentlich erklärt hat „alles zu unterschreiben“, auch wenn´s zum Himmel stinkt.
    Die Systemlinge haben nicht nur finanziell, sondern rechtlich und vor allem moralisch völlig abgewirtschaftet und das schlimmste, Werte wie „Demokratie“ zur übelsten Worthülse pervertiert.
    Das Volk wird es, richtig erkannt, selber richten müssen und diese komplette System MUSS zum Wohle des Volkes in Staub aufgelöst werden.
    Ein Leipzig 89 wird nicht reichen, da muss schon eine neue Französische Revolution her! Und zwar EU-weit!

  9. An Dominik Steinbach:
    Bitte mal Roland Baader lesen, z.b. Geld, Gold, Gottspieler als „Augenöffner“ was Kapitalismus ist

  10. „Man moechte glauben, dass ein „Staatsmann“, der versagt hat, fuer immer verschwaende.
    Im parlamentarischen Staat aber geht er bloss zurueck und stellt sich hinten wieder an.“
    (Adolf Hitler, Rede am 4.5.1923 in Muenchen)

    Die Schuldigen duerfen diesmal nicht davonkommen, darum brauchen wir eine Revolution wie 1933.
    Fett schwimmt in einer Quatschbudendemokratie IMMER oben, deshalb darf sich ein „Herbst 89“ NIE wiederholen!
    BRD-Konsensdemokratentum ist Verbrechertum!

  11. bei allem respekt… sie laeuft. Wir erleben zZ einen der groessten umbrueche in der geschichte deutschlands. SPD==raus, CDU==Jun-partner… Das KLASSISCh deutsche parteiensystem IST bereits zusammengebrochen und … DAS IST GUT SO! Auf dauer wird es NICHT die AfD sein, die profitiert.

  12. Genau, der „Neoliberalismus“ aus korruptem Staatsmonopolgeld von staatlichen Politikern geleiteten staatlichen Notenbanken, die Staaten stetig neue und immer größere staatliche Schuldenberge ermöglichen, damit die mit staatlicher Intervention in staatlich gesteuerte Märkte, staatlichen Finanzinstituten, Renten- und Versicherungssystemen und Förderung staatlicher VEB-Konzerne und andere staatliche Wahlgeschenke ihrer den Staat regierenden Parteien „verschenken“, um sich damit naive Wähler zu erkaufen – also „Raubtierkapitalismus“ a la Venezuela…

    Im Wochentakt schafft der heißersehnte Nanny-Staat noch verbliebene Rechte und Grundrechte des Einzelnen / des Bürgers wie seiner Selbstbestimmung ab. Während das Staat inzwischen fast jeden Aspekt des Lebens eines jeden Bürgers vollüberwachen und gängeln kann, schreien naive Bürger nach noch mehr Staat, der sie vor dem „gläsernen Bürger vor der pösen Wirtschaft“ schützen solle. Während ein jeder Bürger frei entscheiden kann, ob und welche Dienste von welchen Anbietern er bereit ist zu nutzen und seine Daten zu überlassen, stellt sich diese Frage bei Papa Staat nicht – dabei hat der ein Vielfaches an Informationen und Gängelungsoptionen als jedes noch so „Große“ und „einflußreiche“ nichtstaatliche Unternehmen.

    Es wird täglich peinlicher, wenn man imemr häufiger den Begriff „Liberal „(Freiheit) als Schimpfwort gebrauchend vorfindet – von Leuten, die diesen 85% Sozialismus mit „Raubtierkapitalismus“ bezeichnen.

    Und die große Mehrheit will, das es so bleibt – das der Staat noch mehr Schulden macht und „umfairteilt“ – also noch die letzten Reste an Freiheit und Selbstbestimmung an sich reißt.

    Gegen wen oder was wollten jene also „revolutionieren“? Sich selbst?!? Die Realität, die nicht mit Wunschdenken übereinbar ist?

    Schon heute malocht jeder noch nicht vom Staat lebende Deutsche über die Hälfte des Jahres für „das WIR“, um dann festzustellen, das der dann noch weiter versteuerte und regulierte Rest seines Einkommens nicht mehr reichte, um selbst Verantwortung für sich zu übernehmen.

    Selbst jene, die sich heute als „arm“ wähnend, werden bald feststellen, das das Staat ihnen lange nicht nur Einkommen und Vermögen, sondern auch alle sonstigen Aspekte der Freiheit wegnehmen kann – Lebensgestaltung, Kindererziehung, Arbeitskraft und Lebenszeit – als neuer Leibeigener des sog. „WIR“…

    Einen „sozialen Staat“ will immer der, der selbst nicht willens oder kompetent ist, sozial zu handeln. Die sozialste Form des Zusammenlebens – in der ein jeder zuerst einmal für sich selbst seine Verantwortung übernimmt, bevor er sie anderen aufzuhalsen sucht – ist längst mal wieder out. Ohne Verantwortung jedoch bleibt jede halbwegs echte Freiheit Illusion.

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