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Lkw-Bremssystem verhinderte noch mehr Tote

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Automatisches Lkw-Bremssystem Terroranschlag Berlin
Das automatische Lkw-Bremssystem hat beim Terroranschlag in Berlin noch Schlimmeres verhindert. (Screenshot: YouTube)

Der Lkw, mit dem Anis Amri seinen Terroranschlag in Berlin durchführte, war mit einem automatischen Bremssystem ausgestattet. Nach dem Aufprall bremste der Lkw von selbst und verhinderte dadurch noch mehr Tote wie in Nizza.

Automatisches Lkw-Bremssystem Terroranschlag Berlin
Das automatische Lkw-Bremssystem hat beim Terroranschlag in Berlin noch Schlimmeres verhindert. (Screenshot: YouTube)

Bei dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt vor der Gedächtniskirche am 19. Dezember ist es lediglich einer technischen Vorrichtung am Lkw zu verdanken, dass der Tunesier Anis Amri nicht noch mehr Menschen töten und verletzen konnte.

Der Lkw der Marke Scania sei nur deshalb nach etwa 70 bis 80 Metern zum Stehen gekommen, weil er mit einem automatischen Bremssystem ausgerüstet war, so das Ergebnis der Ermittlergruppe „City“, die unter Leitung des Generalbundesanwalts den Anschlag aufklären soll.

Automatisches Bremssystem verhindert noch mehr Tote

Das automatische Bremssystem reagiert auf einen Aufprall und betätigt von selbst die Bremsen. „Diese Technik hat Leben gerettet“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Berliner Regierungskreise. Wäre der Lkw nicht damit ausgerüstet gewesen, hätte es noch viel mehr Todesopfer gegeben.

Bei einem ähnlichen Lkw-Anschlag auf der Uferpromenade von Nizza am 14. Juli 2016 hatten muslimische Terroristen mehr als 80 Passanten getötet. Denn der von ihnen eingesetzte Lastwagen verfügte über kein automatisches Bremssystem.

Zunächst hatte man spekuliert, dass der polnische Lkw-Fahrer Lukasz Urban einen noch schlimmeren Ausgang des Terroranschlags verhindert hatte, indem er dem Tunesier Anis Amri ins Lenkrad griff und so den Lkw aus dem Weihnachtsmarkt heraus steuerte.

Doch nach Erkenntnissen der Ermittler wurde der polnische Fahrer kurz vor der Tat durch einen Kopfschuss getötet. Sein Tod ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die Zahl der Angriffe auf Lkw-Fahrer steigt seit Jahren, sagt deren Verbandschef Karlheinz Schmidt.

Anis Amri war regelmäßig Thema bei den Behörden

Die Behörden in Bund und Ländern haben sich intensiver mit dem Terroristen Anis Amri beschäftigt als bisher bekannt. Zwischen Februar und November 2016 war er mindestens sieben Mal Thema im Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ) in Berlin.

Laut internen Behördenunterlagen, die nur fünf Tage vor der Tat entstanden, suchte er im Internet Anleitungen für den Bau von Rohrbomben und für die Herstellung von Sprengstoffen wie TNT. Zudem suchte er offenbar schon im Februar Kontakt zum Islamischen Staat (IS) und bot sich als Selbstmordattentäter an.

Mehrmals wurde im Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum auch die Frage diskutiert, ob Anis Amri einen konkreten Anschlag in Deutschland plant. Doch beide Male stuften die Verantwortliche dies als unwahrscheinlich ein.

Neue Festnahme am Mittwoch

Am Mittwoch ließ die Bundesanwaltschaft einen 40-jährigen Tunesier festnehmen, dessen Telefonnummer in Anis Amris Handy gefunden wurde, welches am Tatort zurückgeblieben war. Nach ersten Ermittlungen könnte er in den Anschlag eingebunden gewesen sein.

Noch unklar ist, wann Anis Amri das Handyvideo aufgenommen hat, das nach dem Terroranschlag vom IS veröffentlicht wurde. Nach ersten Erkenntnissen soll sich der Terrorist selbst aufgenommen haben.

Die Ermittler untersuchen außerdem, wie der Tunesier im Anschluss an den Terroranschlag nach Mailand gelangt ist. Dort wurde er am Freitag von der italienischen Polizei erschossen, nachdem er die Beamten mit einer Waffe angegriffen hatte.

Im Gepäck des Terroristen fand sich kein Handy, aber eine holländische SIM-Karte, wie man sie kurz zuvor bei einer Werbeaktion in Holland verteilt hatte. Anis Amri könnte aus Berlin zunächst in die Niederlande und von dort über Frankreich nach Italien gereist sein.

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