Erste Online-Versicherung gegen Berufsunfähigkeit

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Die Brüder Viktor und Johannes Becher haben die erste Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Markt gebracht, die man in nur wenigen Minuten online abschließen kann. Die Preise starten für eine Krankenschwester ab 11 Euro monatlich.

Viktor und Johannes Becher haben die erste Online-Berufsunfähigkeitsversicherung gestartet. Die Preise starten für eine Krankenschwester ab 11 Euro monatlich.
Viktor und Johannes Becher haben die erste Online-Berufsunfähigkeitsversicherung gestartet. Die Preise starten für eine Krankenschwester ab 11 Euro monatlich.

Diesen Montag startete in Deutschland die erste digitale Berufsunfähigkeitsversicherung. Das Berliner Start-up Getsurance kooperiert dafür mit dem milliardenschweren amerikanischen Rückversicherer Reinsurance Group of America (RGA).

Kunden sollen die Berufsunfähigkeitsversicherung inklusive Risikoprüfung über das Internet abschließen können. Auf diese Weise soll der gesamte Vorgang in der Regel nur wenige Minuten in Anspruch nehmen.

Zwar würden auch herkömmliche Versicherer zum Teil eine Anbahnung der Versicherung über das Internet anbieten. Doch dann werde die Risikoprüfung „offline“ vorgenommen und benötige entsprechend viel Zeit. Vor allem junge Kunden schrecke das ab.

Getsurance wurde von den Brüdern Viktor Becher und Johannes Becher gegründet. Geld dafür erhielten sie unter anderem von Picus Capital, der Beteiligungsgesellschaft des Internet-Unternehmers Alexander Samwer.

„Wer eine herkömmliche Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, muss sich durch einen langwierigen Antragsprozess mit vielen komplizierten Papierformularen quälen“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Johannes Becher, der bis Januar 2016 bei Rocket Internet tätig war.

Heute seien 75 Prozent der Deutschen nicht gegen Berufsunfähigkeit versichert. Vor allem für körperlich hart arbeitende Menschen sei dies oft zu teuer, sagt Viktor Becher. Das wolle man mit Getsurance ändern „Das kleinste Paket gibt es für eine Krankenschwester ab 11 Euro monatlich.“

Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft können Verbraucher heute eine Reihe von Versicherungen komplett online abschließen. Dies sind vor allem Privathaftpflichtversicherungen, Hausratsversicherungen und Autoversicherungen.

Auch im Finanzbereich nutzen die Kunden verstärkt Internetangebote. In nur wenigen Jahren werde daher die Zahl der Finanzberater in Deutschland auf die Hälfte zusammen schrumpfen, sagt Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der JDC Group.

Seiner Ansicht nach müssten moderne Finanzberater für den Grundbedarf einfache Online-Lösungen bieten. Nur wo Berater echten Mehrwert schaffen können, solle es eine individuelle Dienstleistung geben, etwa bei der Portfolio- und Altersvorsorgeplanung und wenn Gesundheitsfragen betroffen sind.

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