Schweden stellt versehentlich alle Bürger ins Netz

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Bei einer Datenpanne während einer offenbar illegalen Projektvergabe in Schweden sind persönliche Daten aller  Bürger im Netz gelandet. Die Opposition fordert den Rücktritt der drei verantwortlichen Minister.

Schweden hat versehentlich Daten aller Bürger ins Netz gestellt. (Screenshot: YouTube)
Premier Stefan Lofven musste eingestehen, dass Schweden versehentlich persönliche Daten aller Bürger ins Netz gestellt hat. (Screenshot: YouTube)

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Schweden im Jahr 2015 versehentlich die persönlichen Daten praktisch aller seiner Bürger über das Internet zugänglich gemacht hat. Betroffen waren schwedische Behörden und die Polizei.

Zu dem Datenleck kam es, nachdem die Regierung Daten der schwedischen Transportbehörde auslagern wollte. Dabei wurden die Daten für fast jedermann im Internet verfügbar, berichtet Independent.

Laut der schwedischen Minderheitsregierung wurde die Vergabe des Auftrags beschleunigt, wobei einige Gesetze und interne Kontrollen umgangen wurden. Dies könnte dazu geführt haben, dass vertrauliche Daten ungesichert auf ausländischen Servern lagerten.

Das IT-Unternehmen IBM, dass den Auftrag erhalten hatte, teilte mit, dass es seine Beziehungen zu seinen Kunden in keinem Fall kommentiert.

Premier Stefan Lofven sagte am Montag, dass sein Land und seine Bürger in der Folge des Auftrags großen Risiken durch mögliche Datenlecks ausgesetzt waren. „Ich wünschte, man hätte mich früher informiert“, zitiert ihn Reuters.

Bereits Ende 2015 hatte die Sicherheitspolizei das Justizministerium über den Vorfall informiert, doch Premier Stefan Lofven erfuhr offenbar erst Anfang dieses Jahres davon.

Da die Opposition über die Mehrheit im Parlament verfügt, könnte sie die drei verantwortlichen Minister zum Rücktritt zwingen.

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