Viele Finanzberater wird es bald nicht mehr geben

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Die Zahl der Finanzberater wird in nur wenigen Jahren auf die Hälfte zusammen schrumpfen. Zugleich sparen die Kunden Geld und gewinnen Komfort. Hinter dieser Umwälzung stecken Firmen wie die JDC Group von Dr. Sebastian Grabmaier.

Sebastian Grabmaier JDC Group
Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der JDC Group (Foto: JDC)

In Deutschland gibt es rund 250.000 freie Finanzberater, die Versicherungen, Investmentfonds und Finanzierungen an ihre Kunden vermitteln. Doch laut einer Studie wird es im Jahr 2025 nur noch gut halb so viele Finanzberater geben. Denn der technologische Fortschritt macht die Vermittlung von Finanzprodukten so effektiv wie nie zuvor.

Sebastian Grabmaier ist Vorstandsvorsitzender der börsennotierten JDC Group und mit mehr als 16.000 angeschlossenen Finanzberatern einer der Großen der Branche. Als einer der ersten startete er die technologische Aufrüstung in der Finanzvermittlung. Schon seit Mitte 2015 investiert er massiv in die sogenannte Insurtech (Insurance/Versicherung, Technology).

Auf diese Weise will Grabmaier die Konsolidierung auf dem Markt weiter vorantreiben, sagt er im Interview mit der Welt. Zwar werde es auch weiterhin Berater aus Fleisch und Blut geben. Doch die persönliche Beratung werde zunehmend mit Computer-Technologie kombiniert. So erhalten die Kunden neben einer umfassenden Beratung auch die günstigsten Tarife.

Für den Grundbedarf müsse der moderne Finanzberater einfache Online-Lösungen bieten, sagt der JDC-Chef. Und nur dort, wo ein Berater echten Mehrwert schaffen kann, solle es dann auch eine individuelle Dienstleistung geben. Dies brauche man etwa bei der Portfolio- und Altersvorsorgeplanung und bei der Risikoabsicherung, wenn Gesundheitsfragen betroffen sind.

Durch diese Arbeitsteilung mit technologischen Lösungen können Finanzberater deutlich mehr Kunden betreuen und mehr Produkte an den Mann bringen. Es werden also weniger Berater gebraucht. Nach Ansicht von Dr. Sebastian Grabmaier können davon neben den Kunden auch die Berater profitieren, da sie mehr Umsatz machen können.

Die Finanzberater der JDC Group können ihren Kunden die Finanz-App „allesmeins“ anbieten. Damit haben die Kunden auf ihrem Smartphone oder Tablet einen Überblick über alle ihre Versicherungs- und Kapitalanlagen. Hier finden sich alle Verträge und können diese leicht optimieren oder neue hinzufügen.

Der Vorteil der App „allesmeins“ gegenüber reinen Online-Lösungen besteht darin, dass dem Kunden beim Vertrags- oder Anbieterwechsel dennoch sein vertrauter Finanzberater mit seiner Beratungskompetenz erhalten bleibt. Zudem muss der Kunde seine Daten nur ein einziges Mal angeben.

Gegenüber den Konkurrenten ist die JDC Group von Dr. Sebastian Grabmaier allein durch ihre Größe und Erfahrung klar im Vorteil. Sie hat mehr als 16.000 angeschlossene Vertriebspartner, mehr als 1,2 Millionen Endkunden, einen Bestand von mehr als 4,5 Milliarden Euro und mehr als eine Milliarde Euro Neugeschäft pro Jahr.

Zudem blickt JDC auf eine mehr als 50-jährige Firmengeschichte zurück. „Jeder Kunde, der über seinen Berater mit uns zusammenarbeitet, weiß, dass wir auch in zehn Jahren noch da sein werden, und dass seine Kundendaten und seine Zukunft bei uns in sicheren Händen sind“, sagt Dr. Sebastian Grabmaier.

Unter den Finanzvertrieben und sogenannten Maklerpools ist der JDC-Chef ein Exot. Denn die meisten Konkurrenten arbeiten noch immer sehr analog. „Deshalb wird es viele Finanzvertriebe und Maklerpools in zehn Jahren nicht mehr geben, wenn sie sich nicht umgehend auf die Digitalisierung einstellen“, sagt Grabmaier.

Der Aktienkurs der JDC Group hat sich seit Anfang 2015 fast verdreifacht. Im Jahr 2016 wurde der operative Gewinn verdoppelt. Im laufenden Jahr soll der Umsatz um rund 15 Prozent auf um die 90 Millionen Euro wachsen und dabei das EBITDA abermals verdoppeln, auf fünf bis sechs Millionen Euro.

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63 KOMMENTARE

  1. mit sparen fängt der wohlstand. wenn wa man hat zum sparen und den willen dazu. das geht auch ohne computerberatung. da helfen auch dr. sebastian grabmaiers computerausrucke nichts. oder reich heiraten, ev. eine dr. grabmeiertochter oder sohn, wenns die gibt.

  2. muss natürlich heissen: mit sparen fängt der wohlstand an. wenn man was hat zum….und, und.
    hatte wohl schon zu arg an buchstaben gespart.

  3. In Schland gibt es 4 große „Finanzberater“ unabhängig wie sie erzählen In Wahrheit vermitteln die vorrangig die Versicherungen wo sie die besten Bonis erhalten. Alle 4 sind Scientologisch und gehören zur Sea Org der geheimen Hochfinanz Org der Scietologen die seit Jahrzehnten Partner vom CIA sind (ARD berichtete)

  4. Widerspruch in sich.
    Halbierte Finanzberatung. Prahlt aber mit 16000 Vertriebspartner.
    Entweder funktioniert die Technik nicht oder er braucht doch die vertiebspartner.
    Richtig wird sein, das er sich mit den Mitarbeitern den geldstamm aufbaut den er braucht um dann die Finanzberater , die die Kunden gebracht haben. Zu entlassen und sie um ihren Lohn zu bringen. Meine Meinung hierzu.

  5. Finanzberater,Politiker und Frau M’s Gäste sind die grössten Verbrecher in unserem Land. Alle wollen sich nur den Beutel voll machen auf Kosten des Steuerzahlers! Aber der kleine Mann hat bald nichts mehr Rest. Dann sind die auch bald alle weg.

  6. Also was man so liest über Finanzberater, ist nicht rühmlich da viele Kunden, solcher Menschen , immer wieder betrogen werden, weil ja dieser Berater oft mehr Geld , für sich abzieht als das was er sinnlos irgendwo anlegt!
    Der menschliche Unberechenheitsfaktor, eben!

    Da wären Algos die jeder nutzen kann , weitaus sinnvoller, als Betrüger, oder Halsabschneider.
    Ich berufe mich dabei auf Presseberichte der letzten 40 Jahre wo Geld von zu Beratenden verschwunden ist! Größter Skandal dieser Mördock ,wie hieß das Schwein doch richtig?!

    Die Mathematik, darin liegt die Zukunft der Lösung für alle, und nein Algos werden nicht mehr von Menschen berechnet, der Mensch füttert einen Rechner mit Daten, der Rechner errechnet dann den Passenden Algo, zum Erfolg!

  7. Wir brauchen keine Finanzberater ,Verifox ,Personaservice,Amazon,Pay- Pal, Sämtliche Provisionsgeier für Versicherungen , keine 3 Gewerkschaften , Immobilienmakler, Private Berusbildungs- Center ,Call- Center für Meinungsumfragen ,ABS usw. Es hat sich in Deutschland eine geschäftliche Paralellgesellschaft gebildet ,die sich nur an Arbeitnehmer bereichert !Die aufgeführten Unternehmen habe ich nie in Anspruch genommen und werde sie auch nie in Anspruch nehmen .Das sind alles Abzocker .Es funktioniert auch bestens ohne sie. Wer dafür Geld bezahlt hat , ist dumm genug gewesen !

  8. Na Gottseidank endlich verschwindet dieses Pack die haben in ihrem Leben nichts gelernt außer Leute zu bescheißen und um ihr Geld zu bringen zum Wohle ihrer eigenen Tasche und zum Wohle für das Institut für was sie vorgeschickt werden …Das nennt man nicht Finanzberater sondern Finanzbetrüger…. es wird aber auch viel daran liegen dass die Leute sich auch die älteren Leute über 60 sich nicht mehr so leicht verarschen lassen von diesen Spinnern… aller beste Renditeversprechen Versprechungen bis in den Himmel rein aber selber ihr eigenes Geld dort nicht anlegen, wie gesagt braucht kein Mensch diese Leute , sollen einen ordentlichen Job Lernen

  9. Schafft endlich mal ein Schulfach mit dem Thema „Finanzanlagen“. Das ist wichtiger als der Gender Kram! Dann könnten die Menschen sich selbst ihre Gedanken machen, wie sie ihr Geld anlegen und vor allen Dingen, wie sie es selbst verwalten!

  10. Finanzberater ist kein Beruf. So kann sich jeser nennen. Insurtechs ändern nichts an der Qualität zur nutzbaren Finanzprodukte. Anstatt sich über „Finanzberater“ zu echauvieren wäre es vielleich angebrachter mal zu hinterfragen, ob eine Bank überhaupt als Geschäftsinhalt Negativzinsen haben darf. Des Weiteren warte ich noch auf die ersten Anzeigen gegenüber Banken, die neben den Kontoführungsgebühren noch zusätzlich Gebühren für das Abheben des eigenen Geldes verlabgen. Alles andere ist künstliche Erregung und falsche Gläubigkeit in die Segnungen der Mikroelektronik auf diesem Gebiet.

  11. Nutzen häufig öffentliche Plattformen um sich den Anschein der Seriosität zu geben. Suchen sich gezielt ältere Menschen mit einigem Vermögen aus, erschleichen sich Ihr Vertrauen, machen dann die Familie der älteren Person schlecht durch gezielte Denunziation. Der nächste Schritt ist dann das Sie sich als Testamentvollstrecker einsetzen lassen, obwohl bekannt ist das eine umfangreiche Betreuungsvollmacht für die Kinder vorhanden ist.

    • Maschine! Die muss sich wenigstens das dumme Gesülze mancher nicht anhören. Für manche ist wirklich alles und Jeder schlecht. Es gibt überall Lumpen und Verbrecher. Alle in einen Topf zu werfen ist sehr Einfach. Das schafft jeder Depp.

    • mASCHINE IST nur so gut wie der Programierer Beratungs Portale sind der größte Betrug weil sie die Versicherungs AGs rausfiltern wo sie weniger Provision erhalten…..

  12. In solchen Sachen braucht man weder eine Maschine noch euch …. investiert doch euer eigenes Geld darein wo ihr meint es ist am besten aufgehoben und hört auf die Leute zu verarschen aber das Problem ist Versicherungsvertreter und Finanzberater bekommen erst mal eine Gehirnwäsche verpasst Von ihren Instituten somit braucht man für euch eine Maschine um das Gehirn wieder sauber zu spüren von Lauter Scheiß den ihr labert

  13. Der Junge hat es anscheinend faustdick hinter den Öhrchen. Zur Komplettierung und Vervollständigung, der Jahresabschluss der JDC Group

    JDC Group AG Jahresergebnis

    – Umsatzerlöse steigen nach Rekordabschlussquartal auf 78,1 Mio. EUR
    – EBITDA mit 2,7 Mio. EUR mehr als verdoppelt
    – Geplantes Ertragswachstum durch guten Jahresstart unterlegt

    Die JDC Group AG (ISIN DE000A0B9N37) hat mit dem heute veröffentlichten testierten Jahresabschluss ihre am 3. März bekannt gegebenen vorläufigen Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2016 bestätigt. Nachdem das Unternehmen das vierte Quartal mit einem Rekordwert im Umsatz- und Ergebniswachstum abgeschlossen hatte, unterstreichen nun auch die vorliegenden weiteren Kennzahlen, dass die JDC Group nachhaltig auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist.

    Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich leicht um 3,1 % auf 78,1 Mio. EUR (2015: 75,7 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 2,7 Mio. EUR trotz erheblicher Transaktionskosten für Bestandskäufe und anderer Einmaleffekte (rd. 0,5 Mio. EUR) um 112,7 % über Vorjahr (2015: 1,3 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge erhöhte sich entsprechend von 1,7 % auf 3,5 %. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel mit 0,2 Mio. EUR ebenfalls positiv aus (2015: minus 0,3 Mio. EUR). Der Grund hierfür waren gestiegene Abschreibungen infolge von Investitionen in die erworbenen Versicherungsbestände und die Digitalisierungsstrategie des Konzerns. „Unseren umfangreichen Investitionen in die Zukunft unseres Unternehmens, allem voran in Bestandskäufe und unsere digitale Versicherungs-App allesmeins, standen im Wesentlichen erst im vierten Quartal Umsätze gegenüber, die den finanziellem Erfolg unserer Strategie wirklich sichtbar gemacht haben“, erklärt Ralph Konrad, Finanzvorstand der JDC Group. „Diesen positiven Trend haben wir mit in das Jahr 2017 genommen, das werden die Zahlen zeigen.“

    Die neue operative Stärke des Unternehmens wird auch von der Entwicklung der weiteren Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2016 untermauert. So erhöhte sich der operative Cashflow auf 1,2 Mio. EUR (2015: -647 Mio. EUR) deutlich. Das Eigenkapital stieg um 20,4 % auf 29,7 Mio. EUR (2015: 24,7 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote nahm zu Jahresende auf 40,7 % nach 37,5 % im Vorjahr zu.

    Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war der Geschäftsbereich Advisortech, in dem das Unternehmen seit Mitte 2016 umfangreiche Zukäufe von Versicherungsbeständen abgeschlossen hat. Hierdurch gelang es, hochrentable Versicherungsportfolios in den Bestand der JDC Group zu transferieren. Auch der Geschäftsbereich Advisory, der den klassischen Vertriebszweig der JDC Group abbildet, entwickelte sich mit einem starken Jahresendgeschäft sehr gut.

    2017 plant die JDC Group, ihren Weg in die Digitalisierung weiter zu forcieren und so die Transformation des Unternehmens vom klassischen Maklerpool hin zum führenden digitalen Verwalter von Versicherungen und Finanzanlagen zu beschleunigen.

    Die Erträge aus den im vergangenen Jahr zugekauften Versicherungsbeständen werden erstmals über volle zwölf Monate in die Geschäftszahlen einfließen. Gleichzeitig entfallen die Transaktionskosten aus den Zukäufen, die das Ergebnis 2016 noch mit Einmaleffekten belastet haben. Vor dem Hintergrund der Gewinnung mehrerer größerer Maklerkunden und des sehr guten operativen Starts in das Jahr 2017 geht der Vorstand der JDC Group im laufenden Geschäftsjahr von einer nachhaltig positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. Für 2017 erwartet das Unternehmen einen weiteren Umsatzanstieg auf 85,0 Mio. bis 95,0 Mio. EUR sowie eine erneute Verdoppelung des EBITDA auf 5,0 bis 6,0 Mio. EUR.

    JDC Group AG
    Telefon: +49 611 3353 514
    E-Mail: middelmenne@jdcgroup.de

    Über die JDC Group AG

    Die JDC Group AG (ISIN: DE000A0B9N37) steht für moderne Finanzberatung und intelligente Finanztechnologie für Berater und Kunden. Im Geschäftsbereich „Advisortech“ bieten wir über die Jung, DMS & Cie.-Gruppe moderne Beratungs- und Verwaltungstechnologien für unsere Kunden und Berater. Während viele Vertriebe und Vertriebspartner den technologischen Wandel als Problem und die jungen Fintech-Firmen als neue Wettbewerber sehen, sehen wir den Faktor „Technologie“ als große Chance. Lösungen aus dem Geschäftsbereich „Advisortech“ werden Beratern zukünftig helfen, ihre Kunden noch besser zu betreuen und im Ergebnis mehr Umsatz zu generieren. Im Segment „Advisory“ vermitteln wir über die FiNUM.-Gruppe Finanzprodukte an private Endkunden über freie Berater, Vermittler und Finanzvertriebe. Mit mehr als 16.000 angeschlossenen Vertriebspartnern, rund 1.200.000 Endkunden, einem betreuten Bestand von mehr als 4,5 Milliarden Euro und mehr als 1,4 Milliarden Produktabsatz pro Jahr sind wir einer der Marktführer im deutschsprachigen Raum.

  14. Interview

    Lebensversicherung: Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender beim Maklerpool Jung, DMS & Cie., gibt im Versicherungsbote-Interview zu bedenken, dass sich das Nachwuchsproblem unter Maklern durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) verschärfen könnte. Der Maklerpool will aber weiterhin auf Lebensversicherungs- Produkte setzen.

    VB: Versicherungen und Maklerpools haben auf das Lebensversicherungs-reformgesetz (LVRG) mit neuen Provisionsmodellen reagiert. Zumeist soll die Abschlussprovision sinken, die Bestandsprovision im Gegenzug steigen. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

    Sebastian Grabmaier: Diese Entwicklung war voraussehbar, da durch das LVRG der Kostendruck auf die Versicherer steigt und die Eingangssätze bei den Pools sinken. Auch wenn diese Entwicklung langfristig positive Auswirkungen hat, da sich der Wert des Bestandes erhöht und der Bestand kontinuierlich Einnahmen bringt, ist das LVRG der bisher größte Einschnitt in die Berufsausübung der freien Makler. Die Übergangszeit bis zur Gewöhnung an niedrigere Courtageniveaus in Versicherungssparplänen wird für viele Vermittler zunächst deutliche Einkommenseinbußen bedeuten. Dies wird insbesondere ein Problem für junge Vermittler, die noch keinen großen Bestand haben und für Vertriebe, die mit vielen Vermittlerstufen aufgestellt sind. Zudem wird auch der Einstieg für neue Makler schwieriger und das jetzt schon vorhandene Nachwuchsproblem der Branche wird sich verschärfen.

    VB: Wie entwickelt sich die Sparte „Lebensversicherung“ in den letzten Monaten bei Ihnen? Wagen Sie eine Prognose, wie sich das LVRG auf das Neugeschäft auswirken wird?

    Sebastian Grabmaier: Das LVRG wird sich insgesamt negativ auf den LV-Umsatz 2015 auswirken, da viele Vermittler noch LV-Geschäft in 2014 platziert haben und sich jetzt nach alternativen Umsatzmöglichkeiten umschauen. Da biometrische Produkte vom LVRG nur in Ausnahmefällen betroffen sind, im Lebensversicherungsabsatz von Jung, DMS & Cie. aber über 70 Prozent des Absatzes ausmachen, ist Jung, DMS & Cie. nur mit einem kleinen Umsatzanteil vom LVRG betroffen. Insgesamt gehen wir also von einem nur leichten Umsatzrückgang im LV- Geschäft aus und auch davon, dass wir diesen negativen Effekt durch die stark wachsenden Geschäftsfelder KV-Zusatz und Nettopolicen überkompensieren können.

    VB: Welche Prognose geben Sie für die zukünftige Entwicklung des Lebensversicherungs-Marktes ab? Werden Sie weiterhin auf LV-Produkte setzen – oder verstärkt auf alternative Altersvorsorge-Produkte „ausweichen“?

    Sebastian Grabmaier: Am Kundenbedarf hat sich durch das LVRG nichts geändert und wir setzen weiter auf Lebensversicherungsprodukte. Warum? Biometrische Risiken (Tod, BU, Pflege) können nur durch Versicherungsprodukte effektiv abgesichert werden. Im Altersvorsorgebereich bieten Versicherungsprodukte zudem lebenslange Leibrenten, die zukünftig stark an Bedeutung gewinnen werden, da das „Langlebigkeitsrisiko“ durch andere Sparprodukte nicht abgedeckt ist.

    VB: Das LVRG bringt die Senkung des Garantiezinses mit sich. Lebensversicherungen reagierten darauf mit der Einführung von Produkten, die auf einen Garantiezins verzichten. Was halten Sie von diesen Angeboten?

    Sebastian Grabmaier: Diese Angebote werden die Zukunft sein, da sie den Spagat zwischen Garantiebedürfnis des Kunden und Renditechancen schaffen. Zudem nehmen diese Produkte Renditedruck von den Versicherungen, da keine jahrzehntelangen Garantieversprechen mehr eingehalten werden müssen. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis sich diese Produkte in der Fläche durchsetzen.

    VB: Können Sie den Kunden noch guten Gewissens eine Lebensversicherung als Altersvorsorge empfehlen? Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung!

    Sebastian Grabmaier: Natürlich kann man Lebensversicherungsprodukte noch guten Gewissens empfehlen, da es mittlerweile eine große Bandbreite an Produkten gibt, die die Bedürfnisse risikofreudiger und risikoscheuer Kunden bedienen können. Zudem verfügen die meisten Lebensversicherer über eine sehr solide Finanzausstattung und Pleiten wie im Bankenbereich sind nicht zu erwarten. Hinzu kommt noch, dass nur Lebensversicherungsprodukte das Langlebigkeitsrisiko abdecken.

    VB: Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung?

    Sebastian Grabmaier: Der KV-Voll-Markt bleibt aufgrund der verlängerten Stornohaftzeiten und der aktuell noch guten Lage der GKVen schwierig. Dies könnte sich schnell ändern, wenn die GKVen die Zusatzbeiträge deutlich erhöhen oder spürbare Leistungseinschnitte vornehmen. Im Bereich KV-Zusatz und dabei insbesondere in der Pflegeversicherung sehen wir einen starken Wachstumsmarkt, da die Kunden hier die Schwächen des Sozialsystems sehr deutlich spüren. Allein durch die demographische Entwicklung wird Pflege das Zukunftsthema.

    VB: Aufgrund der niedrigeren Abschlusscourtagen könnten es zukünftig junge Makler schwer haben, sich eine Geschäftsgrundlage aufzubauen. Jeder zweite Makler ist bereits älter als 50 Jahre. Wird das LVRG das Nachwuchsproblem unter Maklern verschärfen? Wie kann hier gegengesteuert werden?

    Sebastian Grabmaier: Gegengesteuert werden kann beispielsweise mit ganzheitlichen Verkaufskonzepten, die den jungen Vermittlern nachhaltige Umsätze bringen. Mit PRIMEA CARE bieten wir bspw. unseren angeschlossenen Vermittlern ein innovatives KV-Zusatz- Konzept an. Dieses führt in Summe zu einer höheren Vertragsdichte und höheren Erträgen. Zudem fördern wir das gezielte einsammeln von Sachbeständen, aus den jährlich wiederkehrende Einnahmen generiert werden.

    VB: Der Lübecker Maklerpool Blau Direkt hat angekündigt, seine Courtagen für Lebensversicherungen im Schnitt um 38 Prozent anzuheben. Dies will der Maklerpool laut eigenen Angaben „durch eigenen Verzicht“ finanzieren. Wäre das auch für Ihren Pool eine Option?

    Sebastian Grabmaier: Manchmal sollte man sich vorher überlegen, welche Auswirkungen die Aussagen von Marketingkampagnen auf die politische Landschaft haben. Wer die Ankündigung genauer liest, stellt schnell fest, dass sich eine Erhöhung nur auf einen kleinen Teil der vereinnahmten Provisionen beziehen kann: Denn wenn ein Versicherungsunternehmen
    Ihren Provisionsausgang um 40 verringert, kann dies kein Pool auffangen, auch wenn er seine Gesamtmarge in den Hut wirft. Von Steigerungen der Auszahlung an die Makler ganz zu Schweigen. Wenn man also nicht schlussfolgern will, dass der genannte Mitbewerber in der Vergangenheit seinen Partnern viel zu wenig ausgezahlt hat, ist die Aussage schnell
    als Marketing-Gag enttarnt. Ärgerlich ist dies nur vor dem politischen Hintergrund, dass die Politik aus Verbraucherschutzgründen eine Courtagereduzierung erreichen will und gerade durch solch eine Reaktion einen weiteren Eindruck gewinnen muss, dass manche in unserer Branche offensichtlich unbelehrbar sind. Als Jung, DMS & Cie. versprechen wir unseren angeschlossenen Maklern weiterhin, dass es anders als bei Blaudirekt keine fixe monatliche Belastung geben wird und wir dennoch weiter ein äußerst attraktives Courtageniveau anbieten werden.

    VB: Vielen Dank für das Interview!

    Steckbrief Dr. Sebastian Grabmeier: Sebastian Grabmaier ist Vorstandsvorsitzender
    der Jung, DMS & Cie. AG und verantwortlich für die Produktbereiche Versicherungen und Beteiligungen sowie u.a. den Vertrieb. Er studierte Jura in München und Chicago. 2001 erfolgte die Promotion zum Dr. jur. Ab 1992 war er in Rechtsanwaltskanzleien in München und Sydney tätig, 1999 bis 2001 in verschiedenen Stationen beim Allianz-Konzern, unter anderem als Vorstandsassistent in der Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Parallel absolvierte er ein berufsbegleitendes Studium, das er 2002 mit einem MBA in Financial Services & Insurance abschloss.

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