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Humboldt-Uni startet Institut für Islamische Theologie

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Alexander von Humbold Institut für Islamische Theologie

Die Humboldt-Universität schafft ein Institut für Islamische Theologie. Dort will man Imame und Islam-Lehrer für staatliche Schulen ausbilden. Für den Berliner Senat hat dies hohe Priorität, sagt Bürgermeister Michael Müller.

Alexander von Humbold Institut für Islamische Theologie
Alexander von Humboldt freut sich über das neue Institut für Islamische Theologie. (Pressefoto HU)

An der Humboldt-Universität zu Berlin sollen islamische Geistliche für den Dienst in Moscheen sowie Lehrer für den Islamunterricht an staatlichen Schulen ausgebildet werden. Die ersten Absolventen könnten im Jahr 2022 mit dem Studium fertig werden, teilte die Universität am Montag mit.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, der Aufbau des Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität habe hohe Priorität für den Senat. Die Finanzierung sei mit 13 Millionen Euro bis 2020 gesichert, zitiert die Berliner Morgenpost den Regierenden Bürgermeister.

Hauptamtlicher Gründungsbeauftragter beim Institut für Islamische Theologie ist der Historiker Michael Borgolte. Eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung islamischer Verbände werde jetzt den Studiengang vorbereiten, darunter Vertreter der türkischen Religionsbehörde DITIB und des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Die HU meldet:

Michael Borgolte war von 1991 bis 2016 Professor für Geschichte des Mittelalters an der HU und ist weiterhin Seniorresearcher. Er hat sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Geschichte Europas im Mittelalter beschäftigt.

Dabei hat er unter vielen für das europäische Selbstverständnis wichtigen Aspekten auch herausgearbeitet, dass die Geschichte Europas nicht nur auf christlichen und jüdischen Traditionen fußt, sondern gleichermaßen dem Islam und den europäischen Muslimen wesentliche Prägungen verdankt.

Michael Borgolte Institut für Islamische Theologie
Unter Leitung von Michael Borgolte wird der Studiengang am Institut für Islamische Theologie vorbereitet. (Pressefoto HU)

Michael Borgolte selbst sagte: „Jeder Ausbau der Wissenschaft, und hier sogar um ein ganzes Fach mit mehreren Professuren, erhöht Gewicht und Bedeutung einer Universität. Das neue Institut trägt aber auch politischen Bedürfnissen Rechnung und wird in die Stadtgesellschaft ausstrahlen.“

HU-Präsidentin Sabine Kunst freut sich, dass der Historiker Michael Borgolte „diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe an der HU übernimmt. Er ist ausgewiesener und bekannter Experte zur historischen Verbindung zwischen dem Islam und dem christlichen und jüdischen Abendland.“

Zwar ist die Islamische Theologie international nicht als wissenschaftliche Disziplin etabliert. Doch laut HU-Präsidentin Sabine Kunst haben die fünf anderen Institute für Islamische Theologie in Deutschland bereits positive Erfahrungen gesammelt. Man brauche etwas Geduld bei der Pflege einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Islam.

Bereits Anfang März hat die Arbeitsgruppe zur Errichtung des neuen Instituts ihre Arbeit aufgenommen. Sie berät die Umsetzung eines Eckpunktepapiers, das gemeinsam mit Senatsverwaltungen, Vertretern mehrerer Hochschulen, den größten muslimischen Verbänden in Berlin sowie Experten bestehender Standorte für islamische Theologie erarbeitet wurde.

Berlin wird mit Aufnahme des Studienbetriebs der sechste universitäre Standort in Deutschland sein, wo islamisch-theologische Studien angeboten werden. Ziel des Studiums ist laut HU die Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen in islamischer Theologie zur Ausbildung von Imamen sowie die Qualifizierung von Studenten für das schulische Lehramt.

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Thomas Breithaupt

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