Reportage
Fast jeder dritte verletzte Polizist ist Berliner
Beim G20-Gipfel in Hamburg wurden 476 Polizisten verletzt. Fast jeder dritte verletzte Polizist kam aus Berlin. Denn aufgrund ihrer hohen Einsatzerfahrung wurden die Berliner meist an vorderster Linie eingesetzt.

Die Berliner Polizei hatte am Wochenende sieben Hundertschaften zum G20-Gipfel nach Hamburg geschickt, um die Kollegen dort zu unterstützen. Von den rund 500 Berliner Beamten wurden mindestens 130 verletzt.
Damit kam fast jeder dritte der insgesamt 476 teils schwer verletzten Polizisten aus Berlin. Einen Berliner Beamten haben die Linksextremisten durch Beschuss mit Zwillen/Schleudern schwerer verletzt.
Ein Grund für die hohe Verletzungszahl bei den Berliner Beamten ist, dass sie aufgrund ihrer hohen Einsatzerfahrung meist an vorderster Linie eingesetzt wurden. So wurden etwa viele von ihnen zur Auflösung der Demonstration mit dem Motto „Welcome to hell“ geschickt.
Ein Beamter einer Einsatzhundertschaft sagte, er sei am Donnerstag mehr als 14 Stunden im Dienst gewesen, Freitag und Samstag sogar mehr als 20 Stunden. In den kurzen Ruhephasen schliefen die Beamten teilweise in voller Einsatzmontur in Hauseingängen.
Die Polizeigewerkschaften kritisieren, dass die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit an allen Einsatztagen deutlich unterschritten wurde. Auch die Verpflegung sei „unterirdisch“ gewesen, heißt es.
„Unsere Kollegen haben in den letzten Tagen aufopferungsvoll nicht zumutbare Bedingungen auf sich genommen“, zitiert die Morgenpost den Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro.
Sie haben teilweise nur zwei Stunden geschlafen und sich dennoch mit aller Kraft allen Herausforderungen gestellt und diese mit großer Professionalität bewältigt – trotz sehr chaotischer Einsatzplanung, schlecht funktionierender Kommunikation und gewaltbereiten Straftätern, die Jagd auf sie gemacht haben.
Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat den 500 Berliner Polizisten, die am Einsatz zum G20-Gipfel in Hamburg beteiligt waren, für den Montag freigeben. Zudem lässt er prüfen, ob es nach dem Beamtenrecht weitere Möglichkeiten gibt, wie sich der Senat erkenntlich zeigen kann.


