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Reportage

Europas Bankensystem bricht zusammen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Europas Bankensystem bricht zusammen
Investoren und Banker fordern schnelle staatliche Rettungen des Bankensystems. (Foto: Public Domain)

Die großen europäischen Banken sind am Mittwoch auf neue Rekordtiefs abgestürzt, darunter Deutsche Bank, Credit Suisse, Unicredit und Societe Generale. Das gesamte Bankensystem wackelt. Politiker, Investoren und Banker fordern dringend staatliche Rettungsgelder.

Europas Bankensystem bricht zusammen
Das Bankensystem steht vor dem Kollaps. Investoren und Banker fordern schnelle staatliche Rettungen. (Foto: Public Domain)

Der Kurs der Deutschen Bank fiel am Mittwoch auf ein neues Rekordtief. Eine Aktie kostete erstmals weniger als 12 Euro. Auch der Aktienkurs der Credit Suisse ist auf am Mittwoch auf ein neues Rekordtief gestürzt. Dasselbe gilt für Italiens größte Bank, die Unicredit, und für Frankreichs größte Bank, die Societe Generale.

Ausgehend von Italien droht das gesamte europäische Bankensystem zusammenzubrechen. Die italienischen Banken haben faule Kredite im Umfang von rund 360 Milliarden Euro in den Büchern. Das entspricht rund 17 Prozent aller ausstehenden Kredite italienischer Banken.

Italien will Großbank MPS mit Steuergeld retten

Die Regierung des Landes plant gerade einen weiteren Rettungsfonds im Umfang von bis zu 6 Milliarden Euro, berichtet La Repubblica. Das Geld dafür soll zumindest zu einem erheblichen Teil aus Steuergeldern kommen.

Der neue Hilfsfonds könnte vor allem die faulen Kredite der angeschlagenen Großbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) aufkaufen sowie eine Kapitalerhöhung der Bank finanzieren. Am Dienstag hat die Bank ihren bisher niedrigsten Aktienkurs verzeichnet. Nur ein Verbot von Leerverkäufen konnte am Mittwoch einen weiteren Absturz vorerst aufhalten.

Italiens Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi bemüht sich derzeit um eine schnelle Genehmigung auf europäischer Ebene, um den anhaltenden Kurssturz der Bank aufzuhalten. Denn eine Rettung mit Mitteln aus dem Staatshaushalt ist eigentlich nicht mehr erlaubt.

Laut der seit 2015 geltenden EU-Bankenabwicklungsrichtlinie haften bei Schieflagen einer Bank zuerst deren Aktionäre und Gläubiger. Sogar die Sparguthaben über 100.000 Euro können gepfändet werden, bevor Steuergelder zum Einsatz kommen. Ein solches Szenario will Ministerpräsident Matteo Renzi unbedingt vermeiden.

Allerdings sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch in Berlin, sein italienischer Amtskollege Pier Carlo Padoan habe ihm gesagt, dass Italien sich an die Regeln in der Europäischen Bankenunion halten werde.

Investoren und Banker fordern staatliche Gelder, um Bankensystem zu retten

Doch nicht nur Italiens Regierung, sondern auch führende Investoren und Banker drängen bereits auf staatliche Rettungen, um Schlimmeres zu verhindern. So forderte etwa der Vizechef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, Philipp Hildebrand, in der Financial Times mutige Entscheidungen.

„Das ganze Bankensystem steht unter Druck“, sagte das frühere EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi am Mittwoch zu Bloomberg. Daher müssten die beschlossenen Regeln für den Umgang mit öffentlichen Geldern neu bewertet werden.

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Thomas Breithaupt

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