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Reportage

Egon Krenz kritisiert Fake News über die DDR

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Egon Krenz Fake News DDR
Egon Krenz wird am Sonntag 80 Jahre alt. (Screenshot: YouTube)

Über Jahrzehnte bestimmte Egon Krenz mit über die Geschicke der DDR. Er kritisiert, dass heute oft Fake News über seine frühere Heimat verbreitet werden. Zudem machten die Geheimdienste auch heute schlimme Dinge, wie früher die Stasi.

Egon Krenz Fake News DDR
Egon Krenz wird am Sonntag 80 Jahre alt. (Screenshot: YouTube)

Egon Krenz galt als treuer Gefolgsmann von Erich Honecker. Über Jahrzehnte hat er die DDR entscheidend mitgeprägt. In der Wendezeit war er sogar Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und Vorsitzender des Staatsrates und stand somit ganz oben an der Spitze des Landes. Am Sonntag wird er 80 Jahre alt.

Wenn Egon Krenz heute Geschichten über die DDR liest oder hört, dann erkennt er darin oft seine frühere Heimat kaum wieder. „Ich erwarte keine Loblieder, die Wahrheit aber schon“, zitiert ihn die Berliner Zeitung Und die Wahrheit sei viel differenzierter, als die Medien oder die Politik sie heute widerspiegeln.

„Es hat nicht nur Widerständler gegeben, sondern Millionen Menschen, die gerne in der DDR gelebt und das Land aufgebaut haben“, sagt Egon Krenz, der sich noch immer gern in die Politik einmischt. Er gehe auf Versammlungen, halte Vorträge und freue sich über die meist ausverkauften Veranstaltungen.

Seine Meinung zähle noch im Osten, sagt der frühere Staatsmann, vor allem bei den älteren Menschen. Oft treffe er Leute, die es schade finden, dass es die DDR nicht mehr gibt. „Das Gerechtigkeitsgefühl ist noch sehr ausgeprägt.“ Das gelte vor allem dann, wenn es um den Vergleich mit der Bundesrepublik geht.

Zur historischen Wahrheit gehört für Egon Krenz auch seine Rolle am 9. November. Er sei im Besitz der militärischen Gewalt gewesen und wäre laut Verfassung sogar verpflichtet gewesen, die Grenzen der DDR zu schützen. Denn habe er „einen Befehl zur Gewaltlosigkeit gegeben, jedoch nicht damit deutsche Soldaten wieder wie in Afghanistan im Ausland sterben“.

Der einstige Generalsekretär des ZK der SED bestreitet nicht, dass es in der DDR auch Missstände und viele Unzufriedene gab. Aber die anderen Staaten seien darin nicht besser. Das gelte auch für die Staatssicherheit, die auch Dinge getan habe, die nicht gut waren. „Aber wir haben doch auch heute Geheimdienst-Probleme in Deutschland.“

Egon Krenz verweist auf die unzufriedenen Menschen, die heute in Deutschland und in Europa leben. Zu DDR-Zeiten habe es mit der BRD eine System-Alternative gegeben. Heute gebe es das nicht mehr. Aber wer sich heute gegen die Politik der Regierung stelle, werde schnell „Populist“ abgewertet.

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