Reportage
DHL Express stoppt Paket-Zustellung im Wedding
DHL Express stoppt die Paket-Zustellung in mehreren Weddinger Kiezen. Denn die Arbeit ist dort zu gefährlich geworden. Die Kuriere werden zum Beispiel mit Messern bedroht und zur Herausgabe von Paketen gezwungen.

Im Berliner Bezirk Wedding muss man wachsam sein. Allein in der Prinzenallee gibt es mehrere tausend Straftaten pro Jahr. Dasselbe gilt für die Soldiner Straße und für die Osloer Straße. DHL Express zieht nun Konsequenzen aus den gesetzlosen Zuständen und stoppt dort die Zulieferung.
Die Männer und Frauen, die Tag für Tag in ihren großen gelben Autos Pakete zustellen, sind in den Gewaltkiezen in Gefahr. Es geht um Prügel, um Drohungen und um Erpressungen, die ihnen das Unternehmen künftig nicht mehr zumuten will.
Paket-Zusteller mit dem Messer bedroht
„Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ich in der Prinzenallee halte und kurz darauf drei Personen um mich herum stehen, mir ein Messer entgegen. Ich musste noch nicht zugestellte Pakete herausrücken“, zitiert der Berliner Kurier einen Zusteller, der anonym bleiben will.
Wegen solchen Vorfällen hat „DHL Express“ die Zustellung einzelner Sendungen in mindestens drei Berliner Kiezen verweigert. Bestimmte Postleitzahlenbereiche sollen überhaupt nicht mehr angefahren werden. Diese gefährlichen Bereiche sollen sich alle im Bezirk Wedding befinden.
Statement von DHL Express
Offiziell hält sich die Deutsche Post DHL Group bedeckt. Sie machte im letzten Jahr 59,2 Milliarden Euro Umsatz. Das Unternehmen will betriebliche und sicherheitsrelevante Details nicht preisgegeben. In dem Statement von Pressesprecherin Anke Blenn findet sich aber auch diese Passage:
„Es wurde – auch in Abstimmung mit den jeweiligen Versendern – entschieden, in wenigen Einzelfällen bestimmte Express-Sendungen nicht persönlich auszuliefern. Im Vordergrund steht hierbei die Sicherheit der Kuriere und der uns übergebenen Sendungen.“


