Reportage
Bürger werden die Deutsche Bank retten müssen
Am Montag stürzte die Deutsche-Bank-Aktie auf ein Rekordtief. Grund sind Gerüchte, dass Angela Merkel die Bank vor der Bundestagswahl nicht retten will. Doch Allianz Global Investors glaubt die Gerüchte nicht.

Die Bundesregierung wird die Deutsche Bank mit Steuergeld retten müssen, sobald es die finanzielle Lage des größten deutschen Finanzinstituts erforderlich macht. Dies sagt Andreas Utermann, Finanzvorstand von Allianz Global Investors AG.
„Ich glaube das überhaupt nicht, was man hört, dass Deutschland im Notfall nicht einspringt, wenn die Deutsche Bank wirklich in Schieflage gerät“, sagte Andreas Utermann am Montag zu Bloomberg. Denn die Bank sei zu wichtig für die deutsche Wirtschaft.
Angela Merkel will Deutsche Bank angeblich nicht retten
Deutsche Beamte haben versucht, das Gerede über eine mögliche Rettung der Deutschen Bank einzudämmen. Angela Merkels Sprecher Steffen Seibert sagte am Montag, es gebe „keine Grundlage“ für Spekulationen über staatliche Gelder für die Deutsche Bank.
Zuvor hatte der Focus am Sonntag berichtet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel jedwede staatliche Hilfen für die Deutsche Bank AG vor der Bundestagswahl im September 2017 ausgeschlossen habe. Merkel tritt voraussichtlich als Spitzenkandidatin der CDU für eine vierte Amtszeit an.
Aktie der Deutschen Bank stürzt auf Rekordtief
In der Folge dieser Nachricht stürzte die Aktie der Deutschen Bank am Montag um 7,5 Prozent auf ein neues Rekordtief. Zum Handelsschluss kostete eine Aktie nur noch 10,55 Euro, weniger als halb so viel wie zu Jahresbeginn.
Die Diskussion um eine mögliche Rettung der Deutschen Bank war Anfang des Monats wieder aufgeflammt, weil die USA der Bank eine Strafe von 14 Milliarden Dollar aufbürden wollen. Die Verfahrens- und Strafkosten könnten eine Kapitalerhöhung erforderlich machen.
„Die Regierung wird einspringen müssen, wenn dies eine selbsterfüllende Prophezeiung wird und der Aktienpreis zu weit fällt“, sagte Allianz-Vorstand Andreas Utermann.


