Reportage
Berlin erhält die teuerste Autobahn Deutschlands
Der Ausbau der Stadtautobahn A100 zwischen Dreieck Neukölln und Anschlussstelle Am Treptower Park verläuft bisher ohne Pannen und Skandale. Die Kosten für die teuerste Autobahn Deutschlands liegen bei rund 150.000 Euro pro Meter.

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz schreibt auf ihrer Website, dass der 16. Bauabschnitt vom Autobahndreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Am Treptower Park für die gesamte Stadt große Chancen biete. Sie nennt dabei drei Punkte:
- Durch den Ausbau der Stadtautobahn A100 würden die Verkehrsverhältnisse verbessert,
- die Gesamtbelastung der Bevölkerung durch den Kfz-Verkehr werde verringert,
- das Projekt sei die Voraussetzung für eine höhere Lebensqualität und eine bessere wirtschaftliche Entwicklung in wichtigen Stadträumen.
Der jahrelange Streit um den Weiterbau der A100 findet auf der Senatswebseite keine Erwähnung. Dabei war das Projekt in Landespolitik hart umkämpft worden. Während CDU und FDP es unterstützen, waren Grüne und Linke jahrelang dagegen.
In der SPD kam es erst auf einem Landesparteitag im Jahr 2010 zu einem knappen Votum für den Ausbau der Stadtautobahn A100. Zuvor hatte sich der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit dafür stark gemacht.
Bereits seit Mai 2013 wird nun gebaut. Und anders als beim Bau der Staatsoper oder beim Pannenflughafen BER gibt es beim Autobahnausbau bisher weder Verzögerungen noch Skandalmeldungen.
Es entsteht die teuerste Autobahn Deutschlands
Allerdings handelt es um das teuerste Straßenprojekte der deutschen Geschichte. Für den lediglich 3,2 Kilometer langen Bauabschnitt sind 473 Millionen Euro veranschlagt, berichtet die Berliner Morgenpost. Demnach kostet jeder einzelne Straßenmeter etwa 150.000 Euro.
Am einen Ende ist der 385 Meter lange Tunnel unter der Grenzallee in Neukölln weitgehend fertig. Am anderen Ende ist die Anschlussstelle Treptower Park, an der die Autos dann auf die Elsenbrücke geleitet werden sollen, hingegen noch nicht sichtbar.
Dazwischen liegen jede Menge aufwendige Bauwerke, darunter mehrere neue Brücken für die Ringbahnzüge der S-Bahn und den Fernverkehr sowie ein unter der Fahrbahn liegender Stauraum, in dem Regenwasser aufgefangen werden soll.
Die Autobahn verfügt über drei bis vier Fahrspuren pro Richtung und wird auf rund 2,3 Kilometer Länge durch einen bis zu sieben Meter tiefen Trog geführt. Grund dafür ist vor allem der Lärmschutz. Der Abschluss des 16. Bauabschnitts ist für 2022 angekündigt.


