Reportage
Regierung rechnet mit Rente unter 40 Prozent des Einkommens
Laut Bundesarbeitsministerium von Andrea Nahles könnte das Rentenniveau auf einen Wert unter 40 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens sinken. Schon ab 2030 würde jeder zweite Rentner unter die Armutsgrenze fallen.

Das Bundesarbeitsministerium hat seine Prognose zur künftigen Entwicklung des Rentenniveaus überarbeitet. In Kürze wird Ministerin Andrea Nahles (SPD) die neuen Berechnungen bis zum Jahr 2045 veröffentlichen. Diese zeigen ein deutliches Absinken des Rentenniveaus.
Laut Berechnungen des Ministeriums könnte das Rentenniveau auf einen Wert unter 40 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens sinken berichtet die WirtschaftsWoche. Das Papier soll im Rahmen eines Gesamtkonzepts zu Reformmöglichkeiten im Herbst vorgestellt werden.
Andrea Nahles rechnet mit Altersarmut für viele
Das Rentenniveau beschreibt, wie hoch im selben Jahr eine Standardrente im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen gemindert um Steuern und Sozialabgaben ist. Wenn das Rentenniveau weiter sinkt, so droht immer mehr Menschen in Deutschland die Altersarmut.
Schon bei einem Rentenniveau von 43,5 Prozent, wie es das Arbeitsministerium für 2030 vorhersagt, würde laut Berechnungen des WDR jeder zweite Rentner allein mit den gesetzlichen Rentenbezügen unter die Armutsgrenze fallen.
Knapp eine Million Rentner bessern heute in Deutschland mit einem Minijob ihre Rente auf. Das ist fast jeder elfte Rentner und 35 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Das liegt nicht nur daran, dass es immer mehr Rentner gibt.
Bisher reichte die offizielle Prognose des Arbeitsministeriums zur Entwicklung des Rentenniveaus nur bis zum Jahr 2029. Bis dahin wird ein Absinken von derzeit knapp 48 Prozent auf dann 43 Prozent vorhergesagt.


