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Reportage

Alexander A. Tower: Russen bauen auf dem Alex höchstes Wohnhaus Berlins

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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Von 2016 bis 2019 will der Moskauer Bauträger MonArch auf dem Alexanderplatz das höchste Wohnhaus Berlins (150 Meter) errichten (Simulation: Ortner & Ortner Baukunst Wien/Berlin)
Von 2016 bis 2019 will der Moskauer Bauträger MonArch auf dem Alexanderplatz das höchste Wohnhaus Berlins (150 Meter) errichten (Simulation: Ortner & Ortner Baukunst Wien/Berlin)
Von 2016 bis 2019 will der Moskauer Bauträger MonArch auf dem Alexanderplatz das höchste Wohnhaus Berlins (150 Meter) errichten (Simulation: Ortner & Ortner Baukunst Wien/Berlin)
Von 2016 bis 2019 will der Moskauer Bauträger MonArch auf dem Alexanderplatz das höchste Wohnhaus Berlins (150 Meter) errichten (Simulation: Ortner & Ortner Baukunst Wien/Berlin)

Mit geplanten 150 Metern und 39 Stockwerken will der Moskauer Baukonzern MonArch direkt neben dem Shoppingcenter ALEXA an der Ecke Grunerstraße/Alexanderstraße auf dem Alexanderplatz für 250 Millionen Euro Berlins größtes Wohnhaus  errichten. Zum Vergleich: Deutschlands höchstes Gebäude, der Fernsehturm, misst 368 Meter.

Bereits vor zwei Jahren am 8. Mai 2014 erteilte das Bezirksamt den Russen mit einem Bauvorbescheid grünes Licht. Nun will MonArch unter Generaldirektor Sergy Amarsumyan in kürze die Baugenehmigung einreichen und noch in diesem Jahr mit den Baumaßnamen beginnen. 2019 soll das Wohnhaus, das wie ein Korkenzieher aus Würfeln aussieht und von den Architekten Ortner & Ortner Baukunst (Wien/Berlin) entworfen wurde, fertig sein. Nutzflfäche: 42.000 Quadratmeter. Jedes Stockwerk weist eine Baufläche von 1.350 Quadratmetern aus.

400 Wohnungen zwischen 30 und 300 Quadratmetern Wohnfläche wird es von der 6. Etage aufwärts bis zur 39. Etage geben. Darunter sollen Einzelhandel, Gewerbe, Büros, Fittness und Klubs einziehen. Vier Stockwerke befinden sich unter der Erde.

Vermarktet wird der Alexander A. Tower exklusiv von der Berliner Wohnbau Consult GmbH (Bewocon) aus dem Leipziger Platz 10 in Berlin Mitte. Bewocon-Gründer und Geschäftsführer Karl Zeller hat laut Tagesspiegel schon zwei dicke Fische an Land gezogen.

So soll der Alexander-A-Tower der Russen auf den Alexanderplatz in Mitte ein bisschen Manhattan-Feeling bringen (Simulation: Ortner & Ortner Baukunst Wien/Berlin)
So soll der Alexander-A-Tower der Russen auf den Alexanderplatz in Mitte ein bisschen Manhattan-Feeling bringen (Simulation: Ortner & Ortner Baukunst Wien/Berlin)

Investor aus Hongkong plant Apartments

Zehn der 33 Wohn-Etagen sind bereits einem Investor aus Hongkong zugesprochen, der hier möblierte Serviced Apartments einrichten möchte. Die Verträge sind unterschriftsreif. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, werden sie unterzeichnet.

Die Mieten für die Serviced Apartments werden nach Zellers Angaben mit 25 bis 28 Euro pro Quadratmeter kalkuliert. In der vierten und fünften Etage des Wohnbereichs wird der Fitness- und Spaßbereich sein. Einen kleinen Büroanteil wird es hier ebenso geben wie eine Sonnenterrasse. Im oberen Turmabschnitt werden dann im 25. Stockwerk eine Sky Lounge und eine Veranstaltungsfläche eingerichtet – hier können sich die Besitzer der Luxuswohnungen zurückziehen; der Bereich ist für die allgemeine Öffentlichkeit nicht zugänglich.

In abschließenden Gesprächen ist die Bewocon auch mit den Betreibern des Einkaufszentrums ALEXA, der Union Investment Privatfonds GmbH aus der Weißfrauenstraße 7 in Frankfurt am Main (gehört zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken).

Verhandelt wird über einen Direktzugang zum ALEXA

Sie möchte das Untergeschoss, das Erdgeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss über einen gemeinsamen Eingangsbereich in das fünfgeschossige ALEXA integrieren. Auch hier gibt es unterschriftsreife Verträge, die – eine Baugenehmigung vorausgesetzt – im Juni 2016 unterzeichnet werden könnten.

Das Penthouse könnte die teuerste Wohnung Berlins werden

Die oberste Etage wird eine Deckenhöhe von 4,65 Meter haben – der Blick reiche weit ins Fontaneland bis nach Fehrbellin. „Dass dies nicht für 5.000 oder 10.000 Euro pro Quadratmeter zu haben ist, dürfte verständlich sein“, sagte Zeller dem Tagesspiegel. Man bewege sich in einem Kundensegment, das es in Berlin so noch nicht gebe. Die Kaufpreise sind Verhandlungssache.

Weil der Alexander A. Turm nicht dem Modell der kooperativen Baulandentwicklung folgt, nach der 25 Prozent der Wohnungen gefördert und zu sozial verträglichen Preisen (bis zu 6,50 Euro pro Quadratmer Kaltmiete) angeboten werden müssen, lässt die Monarchgruppe erschwinglichen Wohnraum am Stadtrand Berlins zur Kompensation entstehen, sagte Zeller: in Spandaus Wasserstadt am Maselakepark und in der Wendenschlossstraße (Köpenick).

Seit März 2012 ist MonArch in Berlin als Projektentwickler tätig und investiert als Bauträger.

Die Europazentrale von MonArch (MonArch Europe Verwaltung GmbH) sitzt im Neuen Kranzler Eck am Kurfürstendamm 23 in Berlin Charlottenburg. Ende des vergangenen Jahres begann die Planung eines siebengeschossigen Wohnhauses mit Dachterrasse in der Bernauer Straße auf einer Fläche von 10.600 Quadratmetern.

Die Investitionen in das Objekt betragen 22 Millionen Euro. Das zweite Bauvorhaben wird erschwinglichen Wohnraum am Stadtrand Berlins, in Spandaus Wasserstadt am Maselakepark, entstehen lassen. Beide Wohnkomplexe von MonArch sowie ein drittes Projekt in der Wendenschlossstraße richten sich sowohl an Kapitalanleger als auch Eigennutzer auf dem deutschen Immobilienmarkt.

Nach eigener Darstellung gehört MonArch zu den fünf größten Bauunternehmen Russlands. Die Firmenchefs residieren im 37. Stock eines 2009 selbst gebauten Turms im Zentrum Moskaus. Als Referenzen führt MonArch unter anderem die Renovierung des weltberühmten Bolschoi Theaters in Moskau an. Zudem habe man auch einen großen Komplex für die olympischen Winterspiele in Sotschi gebaut.

Der Masterplan von Hans Kollhoff zur Umgestaltung des Alexanderplatzes von 1993 sah zehn Hochhäuser vor – bisher wurde keines davon gebaut. Nun gibt es mit den Russen einen neuen Anlauf. Mit dem Namen Alexander A. Tower nehmen die Russen Bezug darauf, dass der der Alexanderplatz nach dem russischen Zaren Alexander I. benannt worden ist.

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Thomas Breithaupt

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