Reportage
AfD-Delegierte in Köln müssen Spießrutenlauf absolvieren
Nur einem massiven Polizeischutz ist zu verdanken, dass AfD-Delegierte ihren Bundesparteitag in Köln überhaupt erreichen konnten. Allerdings versuchten linke Menschen immer wieder, die Delegierten anzugreifen.
#afd Delegierte versuchen Parteitag zu erreichen. Demonstranten stellen sich in den Weg #koeln2204 @tagesschau pic.twitter.com/sfJ6EEAucj
— Jens Eberl (@JensEberl) April 22, 2017
Tausende Menschen belagerten am Samstagmorgen den Veranstaltungsort des AfD-Bundesparteitags in der Kölner Innenstadt. Nur unter massivem Polizeischutz gelangten AfD-Delegierte in das Maritim-Hotel.
Für die AfD-Delegierten war der Weg zum Hoteleingang ein Spießrutenlauf. Sie wurden mit Sprechchören, Pfiffen und Transparenten empfangen. Zudem wurden sie unter anderem mit Konfetti beworfen. Nur das starke Polizeiaufgebot verhinderte Schlimmeres.
Die AfD-Gegner versuchten immer wieder, den Tagungsort zu blockieren. Immer wieder musste die Polizei eingreifen. Dabei wurden auch mindestens zwei Polizisten verletzt, ein Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen. Die Polizei hat 4.000 Beamte im Einsatz.
Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte zuvor gesagt, er erwarte mehrere hundert Gewalttäter aus dem linksextremen Spektrum. „Die Stimmung ist angespannt, aufgeheizt“, zitiert die Welt die Aussage einer Polizeisprecherin vom Samstag.
Im Kölner Stadtteil Deutz kontrollierte die Polizei am Morgen die Personalien von etwa 100 Menschen, die versucht hatten, eine Polizeikette zu durchbrechen. An einer anderen Stelle in Deutz waren laut Polizeiangaben die Reifen eines Autos angezündet worden.
Am Mittag findet auf dem Heumarkt neben dem AfD-Tagungshotel die Hauptkundgebung statt, die vom Bündnis „Köln stellt sich quer“ veranstaltet wird, das von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen getragen wird.
Insgesamt haben die AfD-Gegner für die verschiedenen Demonstrationen im Laufe des Samstags etwa 50.000 Teilnehmer angemeldet. Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte:
Ich empfinde es als Provokation, dass die AfD ihren Bundesparteitag in Köln durchführt, weil Köln eben genau für das steht, was in der AfD nicht befürwortet wird.
Das ist Toleranz, das ist Vielfalt, das ist das Willkommen heißen von Menschen, die nach Köln kommen, egal ob sie hier Zuflucht suchen oder einfach ihren Lebensmittelpunkt hier gewählt haben.
Antifa Demo von wenig Polizei begleitet, die postiert sich in den Seitenstraßen #afd #koeln2204 @tagesschau @WDR pic.twitter.com/061nScOqnF
— Jens Eberl (@JensEberl) April 22, 2017


