Rekordzahl an Millionären verlässt Deutschland

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Im Jahr 2016 haben rund 4.000 Millionäre Deutschland verlassen. Normal waren maximal ein paar hundert pro Jahr. Die Studienautoren von der Beratungsgesellschaft New World Wealth begründen die extreme Reichenabwanderung mit „zunehmenden Spannungen in der Gesellschaft“.

Honigfresser Australien 2016 Millionäre Deutschland verlassen
Der australische Honigfresser ist ein schöner Vogel, aber wohl nicht der Hauptgrund, warum 2016 so viele Millionäre Deutschland verlassen haben.

Im vergangenen Jahr haben unterm Strich rund 4.000 Millionäre Deutschland verlassen. Dies hat die Beratungsgesellschaft New World Wealth ermittelt. Das sind viermal so viele wie noch im Jahr davor, als rund 1.000 Millionäre aus Deutschland auswanderten.

In den Jahren bis 2014 dagegen habe die Anzahl höchstens im niedrigen dreistelligen Bereich gelegen, zitiert das manager magazin eine Mitteilung von New World Wealth. Das südafrikanische Unternehmen hat eine Studie über die weltweite Migration vorgelegt.

Betrachtet wurden dabei sogenannte Dollar-Millionäre, also Menschen, die über ein Vermögen von jeweils mehr als einer Million Dollar verfügen. Das sind zurzeit etwa 950.000 Euro. Für die Studie wurden weltweit mehrere hundert Reiche und Superreiche interviewt.

Zudem führten die Studienautoren Gespräche mit Migrationsexperten, mit Vermögensberatern und mit Immobilienmaklern. Und sie analysierten Visa-Statistiken, Immobilienregister, Medienberichte und mehr.

Insgesamt verließen im vergangenen Jahr weltweit 82.000 Millionäre das Land, in dem sie gelebt hatten. Im Jahr 2015 hatte die Zahl noch bei 64.000 gelegen. Die beliebtesten Ziele der reichen Auswanderer sind demnach

  • Australien, gefolgt von den
  • USA sowie
  • Kanada, den
  • Vereinigten Arabischen Emiraten und
  • Neuseeland.

Auch aus Deutschland gingen im vergangenen Jahr die meisten auswandernden Millionäre nach Australien und Kanada, wie die Beratungsgesellschaft New World Wealth mitteilt. Beliebt sei zudem das Fürstentum Monaco an der französischen Mittelmeerküste.

Die Abwanderung reicher Menschen aus einem Land ist ein alarmierendes Zeichen, sagen die Studienautoren. Denn diese Klientel habe eine hohe persönliche Flexibilität und sei daher bei größeren Migrationsbewegungen häufig die erste, die gehe.

Zudem stützen vermögende Menschen in einem Land nicht nur den Konsum und über ihre Steuerzahlungen die Staatskasse. Vor allem schaffen sie auch oftmals über ihre eigenen Unternehmen zahlreiche Arbeitsplätze.

Die Analysten von New World Wealth erklären den starken Anstieg der Auswanderung reicher Menschen aus Deutschland mit zunehmenden Spannungen in der Gesellschaft. Dies sei auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten.

Namentlich in Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Schweden und Belgien erwarten die Studienautoren in Zukunft eine ähnliche Entwicklung. Mahnendes Beispiel ist Frankreich, wo seit Jahren so viele Millionäre auswandern, wie in keinem anderen Land der Welt.

Im vergangenen Jahr kehrten insgesamt 12.000 Millionäre Frankreich den Rücken. Damit war das Land erneut weltweiter Spitzenreiter. Im Jahr 2015 hatten 10.000 französische Millionäre ihrem Land den Rücken gekehrt. Im Jahr 2014 waren es bereits rund 6.000.

Laut den Autoren der Studie verlassen die Millionäre Frankreichs wegen „religiöser Spannungen“, die dort besonders stark seien. Vor einigen Jahren hatte der Schauspieler Gérard Depardieu sein Auswandern nach Russland noch mit der hohen Steuerbelastung begründet.

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47 KOMMENTARE

  1. Die Millionäre haben es sich auch sicher erarbeitet , würde auch gehen, aber es reicht nur für einen Ortswechsel , da sollte man mal drüber berichten . Die “ Flucht“aus Grossstädten ist auch im Gange

  2. Jaaa, verstehe ich vollkommen. Wer sichs leisten kann verschwindet von hier. Wir werden auch Häuser verkaufen, die Immobilienpreise gehen hier durch die Decke und woanders scheint die Sonne schöner…

  3. Ist doch kein Wunder,dass die die Flucht ergreifen.Ansonsten holt sich der Staat den grössten Batzen. So macht er es ja auch mit uns Kleinen. Er greift uns schamlos in den Sack, selbst beim Ersparten kassiert er von den Zinsen! Deshalb muss diese unersättliche, verl… Elite weg! Sonst hat sie uns auch bald ruiniert! Diese Abgehobenen haben doch schon lange keinen Bezug mehr zu uns Bundesbürgern. Wir sind nur die Kuh die gemolken wird und sich nicht wehrt. Aber das hat ein Ende!

    • Nimm an der Greencardlotterie teil, die Chancen stehen 1 zu 16, nach 7 Jahren habe ich gewonnen. Was die Medien nicht schreiben: Seit dem Donald Trump an der Macht ist, gibt es Stellenangebote ohne Ende. Ich wollte nach der Krise meine Stadt verlassen, da ich hier wirklich zu kaempfen hatte. Dann aber hatte ich bis zu 11 Anfrufe am Tag und bis zu 83 Stellenangebote in der Email. Es ist nun WIEDER ein Traum, hier zu leben und den Untergang von Deutschland von hier aus zu beobachten.

  4. Wen wunderts? Und nein, auch das hat überhaupt nichts mit dem Islam zu tun! Aus meinem Bekanntenkreis gab es auch einen, der letztes Jahr Deutschland verlassen hat. Kann man gut verstehen, denn wer wollte sein Vermögen und dessen Früchte nicht angstfrei geniesen wollen? Auch bei uns in der Familie ist Auswanderung inzwischen ein ernsthaftes Thema geworden. Unser Favorit ist allerdings China.

  5. Leuchtet mir ein, die wollen auf keinen Fall in einer Islamischen Republik leben, wer das Leben in einer wesentlichen Welt gewohnt ist kann auf keinen Fall unter den Gesetzen des Korans leben, das schlimmste ist ich als armes Arschloch habe keine Chance abzuhauen

  6. Ich würde auch abhauen ,warum soll ich diesem Sch…………. Staat mein Geld in den Rachen schmeißen. Es wird nur für Asylanten ausgegeben.

  7. die Ratten verlassen das s(t)inkende Schiff. Die Opfer dürfen bleiben und die „hohen Herren“ mit ihren Spielen belustigen. –Schon bald heißt es —–mögen die Spiele beginnen.

  8. Das ist nur der Anfang vom Ende eines Zyklus. Jede Epoche hatte so etwas. Wenn Superreiche ernsthaft denken, dass sie am Steuersystem vorbei, dennoch öffentliche Infrastruktur in Beschlag nehmen können, ist festzustellen, dass sie leider keine soziale Komponente in ihrer Unternehmenskultur berücksichtigt haben. Das Grundproblem gegenwärtig ist jedoch, dass es global noch keine Handhabe für solche Abwanderungen gibt. Warum entstehen denn Spannungen in einer Gesellschaft? Ich würde auch unsere Agenda 2010 als erheblichen Faktor benennen wollen. Da zwar Leute billig in Arbeit kamen, jedoch Unsicherheit zum Lebensstandard geworden ist. Früher haben die Arbeiter alles für ihren Chef getan. Andersrum gab es auch kritikwürdiges. Z.B. dass ein Chef grünes Licht für eine Hochzeit geben musste. Das wäre heute undenkbar. Aber diese söldnerhafte Unternehmensstruktur, die verbrannte Erde hinterlässt, und nur wenige Gewinner kennt, könnte zum Boomerrang werden.

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