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Studie: Ostdeutschland soll mit Asylanten besiedelt werden

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Ostdeutschland soll mit Asylanten besiedelt werden
Kirchen in Moscheen umwandeln. Eine Studie fordert, die Dörfer im leeren Ostdeutschland mit Asylanten zu besiedeln. (Foto: reloeh)
Ostdeutschland soll mit Asylanten besiedelt werden
Kirchen in Moscheen umwandeln? Eine vom Bund geförderte Studie fordert, die Dörfer im leeren Ostdeutschland mit Asylanten zu besiedeln. (Foto: reloeh)

Nach dem Fall der Mauer verließen 1,8 Millionen das alte Gebiet der DDR und zogen in den Westen. Vor allem jüngere Menschen suchten nach der Wende ihre Chancen woanders und kehrten Ostdeutschland den Rücken.

Doch seit nunmehr drei Jahren wandern mehr Menschen nach Ostdeutschland zu, als weggehen. Die Zuwanderung kommt allerdings nur in den größeren Städten an, etwa in Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt und Potsdam.

In den Dörfern und Orten hingegen, die 85 Prozent der fünf ostdeutschen Bundesländer ausmachen, sinkt die Bevölkerungszahl nach wie vor, zitiert der Tagesspiegel den Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und Studienleiter Reiner Klingholz.

Die Studie mit dem Titel „Im Osten auf Wanderschaft“ beschäftige sich mit Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Berlin wurde ausgeklammert. Institutsdirektor Reiner Klingholz und Manuel Slupina untersuchten die Einwohnerentwicklung von 2695 ostdeutschen Kommunen.

Bildungswanderer

Ein Grund für die Abwanderung in die Städte besteht darin, dass junge Leute zum Studium in Universitätsstädte wie Leipzig, Dresden oder Jena ziehen. Miete und Lebensunterhalt sind hier günstiger, als in westdeutschen Städten wie Düsseldorf oder München. Und viele junge Leute bleiben dann nach der Ausbildung oder dem Studium.

Berufswanderer

Auch die sogenannten Berufswanderer, die 25 bis 29 Jahre alt sind, zieht es weg vom Land. Sie ziehen in die ostdeutschen Städte oder nach Westdeutschland. Diese Gruppe der Berufswanderer ist die einzige, die noch im Jahr 2013 mehr aus dem Osten abgewandert als zugewandert ist.

Familien

Ganz anders als die Bildungswanderer und die Berufswanderer verhalten sich Familien. Für sie sind eher kleinere, ländliche Kommunen interessant. Doch trotz der Zuwanderung von Familien geht die Bevölkerung dort insgesamt zurück. Und in menschenleeren Landstrichen und leer gefegten Dörfern wollen die jungen Menschen auch nicht leben.

Kinder aus dem Haus

Wenn die Kinder gerade das Haus verlassen haben, ist für die Eltern ein Tapetenwechsel in Ostdeutschland noch attraktiv. Im Jahr 2013 kamen 3.000 solche Eltern nach Ostdeutschland mehr als gegangen sind.

Ruhestand

Menschen im Ruhestand können sich nur selten für einen Umzug begeistern. Und wenn sie umziehen, dann zieht es die über 65-Jährigen im Osten eher in die mittelgroßen Städte mit 10.000 bis 50.000 Einwohnern, die nicht zu weit von ihrem bisherigen Zuhause entfernt sind. Ziel der Ruheständler ist eine bessere Versorgung mit Ärzten und Geschäften in der Nähe.

Die Zahl der Sterbefälle in Ostdeutschland überschreitet die Zahl der Geburten erheblich. Bis zum Jahr 2030 wird jeder dritte Ostdeutsche im Rentenalter sein. Im Westen wird das laut der Studie erst im Jahr 2060 so sein.

Asylanten eine Chance für Ostdeutschland?

„Für die ländlichen Gemeinden eröffnet sich damit die Chance, neue Bewohner zu gewinnen“, sagt der Direktor des Berlin-Instituts Reiner Klingholz. „Wo sich Flüchtlinge dauerhaft niederlassen, können Schulen vor der Schließung bewahrt werden, neue Geschäfte oder kleine Unternehmen entstehen und Leerstand würde zu Wohnraum.“

Nach Ansicht des Institutsdirektors bieten die ländlichen Kommunen den Asylanten Vorteile: Wo die Menschen in Vereinen zusammenkämen und wo man den Nachbarn kenne, sei eine Integration im Prinzip leichter als in der anonymen Großstadt. Gemeinden, die sich um Asylanten kümmern, müssten dafür mehr Geld erhalten, sagte Reiner Klingholz.

Gefördert wurde seine Studie von der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). „Platz allein reicht nicht“, sagte sie am Dienstag. Die Asylanten bräuchten auch Arbeitsplätze und eine Willkommenskultur. „Sonst sind die genauso clever wie unsere eigenen Kinder und bewegen sich dahin, wo Arbeit und Einkommen sind.“

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Thomas Breithaupt

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