Reportage
SPD droht historische Schlappe bei Bundestagswahl
In der aktuellen Wahlumfrage liegt die SPD bei 21 Prozent. So schlecht haben die Sozialdemokraten noch nie bei einer Bundestagswahl abgeschnitten. Die AfD ist weiterhin die stärkste der kleinen Parteien.

Gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl droht der SPD ein historisch schlechtes Ergebnis. In der aktuellen Wahlumfrage von Infratest Dimap kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 21 Prozent. Das ist so schlecht wie zuletzt vor mehr als einem Jahr.
Für die Umfrage wurden von Montag bis Mittwoch mehr als 1.000 Bürger repräsentativ ausgewählt, also nach dem TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD).
SPD droht historische Schlappe bei Bundestagswahl
Der von den Meinungsforschern ermittelte Wert für die SPD ist niedriger als das bisher schlechteste SPD-Ergebnis bei einer Bundestagswahl von 23 Prozent im Jahre 2009, berichtet die WELT. Der Union hingegen hat das TV-Duell offenbar nicht geschadet.
- CDU/CSU 37 Prozent (wie in der Vorwoche)
- SPD 21 Prozent (-2)
- AfD 11 Prozent (0)
- Die Linke 10 Prozent (+1)
- FDP 9 Prozent (+1)
- Grüne 8 Prozent (0)
- Sonstige 4 Prozent (0)
Die AfD liegt nach der Debatte um die Forderung von Spitzenkandidat Alexander Gauland, die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD) in Anatolien zu „entsorgen“ nur noch zehn Prozentpunkte hinter den Sozialdemokraten.
Nach diesen Zahlen könnten Union und SPD ihre große Koalition fortsetzen. Dagegen kommen weder Schwarz-Gelb noch Rot-Rot-Grün auf eine Kanzlermehrheit. Rechnerisch möglich wäre allerdings eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen.
Starker Widerstand gegen EU-Beitritt der Türkei
In der Befragung ging es auch um die Türkei. Demnach sind 84 Prozent der Deutschen gegen deren EU-Mitgliedschaft. Das sind so viele wie nie seit dem Jahr 2005, als die Beitrittsgespräche begannen.
Über mehr als zehn Jahre waren nur etwa zwei Drittel der Deutschen gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Doch seit etwa drei Jahren wächst die Ablehnung stetig. Heute sind nur noch zwölf Prozent für eine mittel- bis langfristige Aufnahme des Landes in die Europäische Union.
Zugleich sprechen sich die Bundesbürger für eine härtere Gangart gegen die Türkei aus. Laut Deutschlandtrend sagten 88 Prozent, die Bundesregierung sollte dem Land von Präsident Recep Tayyip Erdogan entschiedener entgegentreten.


