Reportage
Senioren sind erstmals die größte Wählergruppe
Bei der kommenden Bundestagswahl werden 36,1 Prozent der Wahlberechtigen älter als 60 Jahre sein. Damit stellen sie erstmals in der Geschichte die größte Wählergruppe. Noch im Jahr 1990 waren sie die kleinste Wählergruppe.
Bei der Bundestagswahl am 24. September werden die Senioren zum ersten Mal in der deutschen Geschichte die größte Wählergruppe stellen. Laut einer Berechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergeben sich diese Zahlen:
- Wahlberechtigte unter 40 Jahren: 29,3 Prozent
- Wahlberechtigte zwischen 40 und 60 Jahren: 34,7 Prozent
- Wahlberechtigte über 60 Jahre: 36,1 Prozent
Senioren werden daher den Ausgang der diesjährigen Bundestagswahl so stark beeinflussen wie bei keiner anderen zuvor, zitiert die Berliner Morgenpost aus einer Erklärung der GDV-Initiative „7 Jahre länger leben“. Noch im Jahr 1990 waren die über 60-Jährigen unter den drei genannte Gruppen die kleinste.
Der Einfluss der Älteren sei sogar noch größer als ihr Anteil an den Wahlberechtigten. Denn Anteil der Wähler ist bei den Senioren größer als bei jüngeren Menschen. Bei der letzten Bundestagswahl gaben mehr als drei Viertel der über 60-Jährigen ihre Stimme ab. Bei den unter 40-Jährigen waren es nur knapp zwei Drittel.
Das wachsende politische Gewicht der Senioren ergibt sich aus dem demografischen Wandel. Einerseits bekommen die Frauen seit geraumer Zeit weniger Kinder als früher. Andererseits werden die geburtenstarken Jahrgänge älter und sterben auch deutlich später als früher.


