Reportage
Sachsens Polizei hat Sympathien für Pegida

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat die Polizei des eigenen Bundeslandes massiv kritisiert. Viele Beamte sympathisierten mit den Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) und mit der Alternative für Deutschland (AfD).
Sachsens Polizei habe nicht nur ein personelles, sondern auch ein „qualitatives“ Problem, sagte Martin Dulig der Wochenzeitung Die Zeit. So mangle es den Sicherheitskräften an „interkultureller Kompetenz“.
Er frage sich, „ob die Sympathien für Pegida und die AfD innerhalb der sächsischen Polizei größer sind als im Bevölkerungsdurchschnitt“. Nach Ansicht von Martin Dulig ist Rassismus heute das größte Problem im Freistaat Sachsen.
Martin Dulig fordert Konsequenzen
Martin Dulig erwartet mehr Engagement von der Polizei. „Wenn von Bühnen herab Volksverhetzendes gerufen wird, warum stellt die Polizei dort nicht Personalien fest?“, so der stellvertretende sächsische Ministerpräsident.
Der SPD-Mann greift etwa den Chemnitzer Polizeipräsidenten Uwe Reißmann scharf an. Nach den Protesten gegen ein Asylheim im Erzgebirgsort Clausnitz habe Uwe Reißmann „die Flüchtlinge kurzerhand zu Tätern gemacht. Warum hat das keine Konsequenzen?“
Die Kritik von Marin Dulig an der sächsischen Polizei ist auch eine Kritik am Koalitionspartner: „Wer in Sachsen Innenminister ist, bestimmt in der Koalition die CDU.“ Der SPD-Mann erwartet nun von Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) Antworten auf seine Fragen.


