Reportage
Putin warnt die EU vor Gasdiebstahl in der Ukraine
In einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte Russlands Präsident Wladimir Putin davor, dass die Ukraine im Winter eigenmächtig Erdgas aus der Pipeline nach Europa entnehmen könnte.

Am Montag telefonierte Russlands Präsident Wladimir Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dabei warnte er davor, dass die Ukraine im kommenden Winter erneut russisches Gas zu eigenen Zwecken abzweigen könnte, das eigentlich für die europäischen Verbraucher bestimmt ist.
Da ein kalter Winter erwartet werde, bestehe die Gefahr eines „eigenmächtigen Abzugs“ von Erdgas aus der Transitpipeline durch die Ukraine, zitiert die Welt die russische Darstellung. Deshalb sei vereinbart worden, dass die EU-Kommission, das Moskauer Energieministerium und der Lieferant Gazprom in dieser Frage den Kontakt halten.
Gasdiebstahl in der Ukraine führte zu Lieferstopp nach Europa
In dem Telefonat sei es außerdem um mögliche Lösungen des Konflikts in der Ostukraine gegangen, hieß es in der Mitteilung. Angela Merkel, Wladimir Putin und die Präsidenten Frankreichs und der Ukraine hatten darüber zuletzt am 19. Oktober in Berlin beraten.
In der Vergangenheit hatte es wiederholt Streitigkeiten über Gaslieferungen zwischen Russland und der Ukraine gegeben. Im Jahr 2009 kam es deswegen auch zu Unterbrechungen der Gasversorgung für Mitgliedsstaaten der EU.
Seit dem vom Westen unterstützten Putsch und der darauf folgenden Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 ist das Verhältnis zwischen den beiden Staaten äußerst angespannt.


