Reportage
Obdachlose verspeisten im Tiergarten die Schwäne
Immer wieder errichten Obdachlose im Tiergarten illegale Camping-Lager. Sie haben sogar die Schwäne im Tiergarten verspeist. Jetzt sind Bezirksamt und Polizei gegen die aggressiven Parkbesetzer eingeschritten.

Am Donnerstag hat die Polizei mehrere illegale Camping-Lager im Großen Tiergarten geräumt. Dabei mussten etwa 25 Kubikmeter Müll entsorgt werden, sagte der grüne verantwortliche Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (49).
„Als Bezirksbürgermeister habe ich den Einsatz begleitet, um mir vor Ort ein genaues Bild über das Ausmaß des wilden Campierens im Tiergarten zu machen“, zitiert ihn der Tagesspiegel. Dort lebten vor allem osteuropäische Ausländer. Die hygienische Situation sei „katastrophal“ gewesen.
Die Polizei hat Wertsachen sichergestellt. Diese können von deren Besitzern nun beim Ordnungsamt im Rathaus Mitte abgeholt werden. Die Grünfläche zwischen Bahnhof Zoo und Tiergarten wird schon seit Jahren immer wieder von Obdachlosen als Camping-Lager benutzt.
Obdachlose töteten und aßen die Schwäne im Tiergarten
Das wilde Campieren im Gartendenkmal Großer Tiergarten könne nicht toleriert werden, „zumal sich neben der Vermüllung die Tötung von dort lebenden Tieren zur Nahrungsbeschaffung häuft“, sagt der grüne Bezirksbürgermeister. Die Obdachlosen hätten Schwäne und andere Vögel getötet und gegessen.
Berlin biete allen Obdachlosen bis Ende März Notübernachtungsplätze mit ausreichend Essen und Waschmöglichkeiten. „Auch die zunehmende Aggression der dort lebenden Menschen gegen die Dienstkräfte des Straßen- und Grünflächenamtes kann nicht geduldet werden“, so Stephan von Dassel.
„Gleichwohl ist die Schaffung einer weiteren dauerhaften Einrichtung für wohnungslose Menschen durch das Land notwendig“, in der insbesondere Sozialleistungsansprüche für EU-Bürger geprüft werden könnten, sagt der grüne Bezirksbürgermeister.
In letzter Zeit mussten in Berlin wiederholt illegale Lager geräumt werden, wo vor allem Obdachlose aus Osteuropa lebten. So ließ im August an der Heilbronner Straße der Grundstückseigentümer das Roma-Zeltlager räumen, nachdem der Bezirk den Druck auf ihn erhöht hatte.


