Reportage
Michael Müller will mehr Flüchtlinge in Berlin aufnehmen
Der Regierende Bürgermeister Michael Müller will noch mehr Flüchtlinge in Berlin aufnehmen. Dazu habe die Stadt wegen des Leids in Syrien eine moralische Verpflichtung. Berlin und andere Städte „helfen weiterhin gerne“, sagte er.

Gerade hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (52, SPD) ein Flüchtlingskind zu seiner Staatssekretärin gemacht und die Scharia-Befürworterin Sawsan Chebli in die Senatskanzlei geholt. Doch in Zukunft sollte Berlin seiner Ansicht nach noch mehr Migranten aufnehmen.
„Wir können als eine der Metropolen des reichen Nordeuropa, wie andere auch, weiter Flüchtlinge aufnehmen und ihnen Schutz bieten“, sagte Michael Müller dem Tagesspiegel. Angesichts des Leids der Menschen in Syrien habe Berlin die moralische Verpflichtung zu helfen.
Bereits am Dienstagabend hatte Michael Müller auf einer Diskussionsveranstaltung der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa über das Thema gesprochen. Die Stiftung will durch Debatten und Seminare für junge Menschen den europäischen Gedanken fördern.
Berlin und andere Städte „helfen weiterhin gerne“, sagte Michael Müller bei der Veranstaltung. Es sei die Aufgabe dieser Städte, „vielleicht noch mehr zu tun, als wir es bisher getan haben.“
Müller forderte auch mehr Hilfe für die europäischen Nachbarn. „Wenn nur Deutschland wirtschaftlich stark ist, führt das zu schweren Verwerfungen in der EU “, sagte er. „Das könnte bedeuten, dass wir von unserem Wohlstand mehr abgeben müssen.“
Müller kritisierte, dass sich jeder nur noch für sich selbst engagiere, und rief dazu auf, Europa nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen. „Den Populisten ist das vereinte Europa ein Dorn im Auge.“


