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Wer ist Müllers neue Staatssekretärin Sawsan Chebli?

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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Sawsan Chebli Scharia
Als stellvertretende Sprecherin des Außenamtes wirkte Sawsan Chebli nicht immer glücklich. (Screenshot: YouTube)

Michael Müller hat sich Sawsan Chebli in die Senatskanzlei geholt. Als Kind palästinensischer Flüchtlinge hat die Muslimin in der SPD eine steile Karriere hingelegt. Doch ihre Äußerungen zur Scharia sorgen nun erneut für Kritik.

Sawsan Chebli Scharia
Als stellvertretende Sprecherin des Außenamtes wirkte Sawsan Chebli nicht immer glücklich. (Screenshot: YouTube)

Der neue rot-rot-grüne Senat in Berlin leistet sich 25 Staatssekretäre – mehr als viermal so viele wie Bayern. Allein der Regierende Bürgermeister Michael Müller (52, SPD) hat sich gleich vier Staatssekretäre gesichert, darunter auch Sawsan Chebli. Die 38-Jährige soll in der Senatskanzlei die Bund-Länder-Koordination übernehmen.

Sawsan Chebli wurde in Berlin-Moabit als zwölftes von insgesamt 13 Kindern einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie geboren. Als Kind war sie hier nur geduldet und staatenlos. Ihr Vater saß sogar vorübergehend im Abschiebeknast. Erst im Jahr 1993 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Eltern konnten kein Deutsch und waren Analphabeten.

Trotzdem gehörte Sawsan Chebli Ende der 90er-Jahre zu den Besten ihres Abiturjahrgangs. Am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin studierte sie Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Internationale Beziehungen“. Schon während des Studiums stieg die Muslimin bei der SPD ein, wo sie von Anfang an massiv gefördert wurde.

Sawsan Cheblis steile Karriere in der SPD

Zunächst arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei verschiedenen SPD-Bundestagsabgeordneten, unter anderem als Büroleiterin von Johannes Jung. Im Jahr 2010 holte sie dann der damalige Innensenator Ehrhart Körting als „Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten“ in seine Behörde. Dies war eine eigens für sie geschaffene Position.

Im Jahr 2014 machte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sie zu seiner stellvertretenden Sprecherin – als erste Muslimin in diesem Amt überhaupt. Und nun hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sie wieder zurück in die Berliner Landespolitik geholt.

Zwar gilt Sawsan Chebli als ehrgeizig, fleißig und attraktiv. Doch als Sprecherin des Außenamtes wirkte sie oft unsicher und überfordert. Auf Fragen bei Pressekonferenzen reagierte sie mitunter genervt. Dies zeigt beispielhaft diese Auseinandersetzung mit dem Berliner Video-Journalisten Tilo Jung:

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt dennoch an seiner Entdeckung fest. Und auch Berlins Bürgermeister Michael Müller hat sich durch ihre suboptimalen Pressekonferenzen nicht abschrecken lassen. Zu überzeugend sind offenbar die anderen Qualitäten des Migrantenkinds, das sich von ganz unten hochgearbeitet hat.

Verharmlost Sawsan Chebli die Scharia?

Sawsan Chebli ist praktizierende Muslimin. Sie trinkt keinen Alkohol und isst kein Schweinefleisch. Doch ein Kopftuch trägt sie nicht. „Ich selbst liebe es, frei zu sein, und möchte, dass jede Frau frei sein können muss, zu tragen, was sie will.“ Das Beten holt sie nach dem späten Feierabend nach.

Im August sagte Sawsan Chebli in einem gemeinsamen Interview mit Michael Müller in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass das islamische Recht „absolut kompatibel“ mit dem Grundgesetz sei. Denn die Scharia regle „zum größten Teil das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen“. Es gehe darin um „Dinge wie das Gebet, um Fasten, um Almosen“.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner hat wegen dieser Aussagen gefordert, dass die Muslimin von ihren Aufgaben entbunden wird. „Es schadet dem friedlichen Zusammenleben in unserer Stadt, wenn mit Frau Chebli eine Scharia-Verharmloserin Regierungsverantwortung ausübt“, zitiert die Welt aus einem Schreiben des Politikers an Michael Müller.

Gleichberechtigung, Integration und die Einhaltung der Menschrechte seien mit der Scharia unvereinbar. „Ich finde, hier darf es kein Ausweichen geben, sagte Kai Wegner der Welt. Der Bundestagsabgeordnete erwartet von einem Regierungsmitglied „eine klare Abgrenzung“ von der Scharia.

Fast täglich telefoniert Chebli mit ihren Eltern. Einmal in der Woche isst sie mit ihren Eltern und den in Berlin lebenden Geschwistern. Ihr ältester Bruder ist nach Schweden gegangen. Dort berät er als Imam die Regierung des Landes in Integrationsfragen.

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Thomas Breithaupt

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